Untragbare Situation für Asylbewerber in Zirndorf

ZIRNDORF (pm/nf) - Die Lebensumstände der Flüchtlinge in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung (ZAE) werden immer dramatischer, da der Zustrom an ankommenden Menschen nicht abreißt und die zweite Aufnahmeeinrichtung in München geschlossen hat. Die Einrichtung, die für 650 Personen ausgelegt ist, beherbergt aktuell 1800 Erwachsene und Kinder. Ein Teil von ihnen wird im Augenblick notdürftig in Zelten untergebracht.
Für das Wochenende werden in der ZAE in Zirndorf weitere 600 Menschen erwartet. Damit ist der Punkt erreicht, an dem das Landratsamt Fürth als örtliche Sicherheitsbehörde zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen muss.

Von der Regierung in Mittelfranken wurden hierfür 250 Plätze zur Notunterbringung angefordert. Der Landkreis wird diese in den nächsten Stunden zur Verfügung stellen. Die Unterbringung erfolgt am Bauhhofgelände des Landkreises, teilweise in Gebäuden und teilweise im Zelt. Bei einer weiteren Verschlechterung der Lage kann es zu weiteren Anforderungen der Regierung kommen.
„Ein unhaltbarer Zustand“, so Landrat Matthias Dießl: „ Die Flüchtlingspolitik der Staatsregierung ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Mittelfranken und wir vor Ort werden mit dieser Notsituation vom Freistaat Bayern derzeit allein gelassen. Die betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den verschiedensten Stellen arbeiten weit über ihren Kapazitätsgrenzen. Ich fordere von der Staatsregierung umgehend konkrete Maßnahmen, um dieser angespannten Situation entgegen zu wirken. Die Menschen stehen hier vor Ort und müssen untergebracht werden. Planungskonzepte für 2015 helfen im Augenblick nicht weiter. Der Freistaat muss sofort handeln. In einem Land wie Bayern muss es möglich sein, Flüchtlingen eine menschenwürdige Unterkunft zu geben. Ich erwarte konkrete Sofortmaßnahmen, wie zum Beispiel die Nutzung leerstehender Kasernen zur vorübergehenden Unterbringung.“
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