Werden Mieten in Deutschland unbezahlbar?
Aktuelle Studie will aufrütteln

Für Haushalte mit geringem Einkommen werden die steigenden Mieten vor allem in den Großstädten immer mehr zum Problem.
  • Für Haushalte mit geringem Einkommen werden die steigenden Mieten vor allem in den Großstädten immer mehr zum Problem.
  • Foto: fizkes-stock.adobe.com (Symbolbild)
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REGION (dpa/vs) - Diese Zahl muss man  erst einmal auf sich wirken lassen: Fast 1,1 Millionen Haushalten (= rund 1.100.000) in Deutschland bleibt einer aktuellen Studie zufolge nach Abzug der Miete weniger als das Existenzminimum zum Leben übrig!

Damit seien fast 13 Prozent der Mieterhaushalte in deutschen Großstädten in einer prekären wirtschaftlichen Lagen, heißt es in einer am heutigen Mittwoch veröffentlichten, von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderten Untersuchung der Humboldt-Universität zu Berlin. Insgesamt leben in den betroffenen Haushalten rund 2,1 Millionen ( = 2.100.000) Menschen. Besonders stark betroffen sind der Studie zufolge Haushalte von Alleinerziehenden. In dieser Gruppe bleibe einem guten Viertel nur ein Resteinkommen unterhalb des Existenzminimums.

Soziale Ungleichkeit auf hohem Niveau

"Die Wohnverhältnisse sind nicht nur Ausdruck, sondern selbst Faktor der sozialen Ungleichheit in unseren Städten. Die ohnehin schon bestehende Einkommenspolarisierung wird durch die Mietzahlung verstärkt", urteilten die Forscher. Mieterhaushalte der höchsten Einkommensklasse hätten vor Abzug von Warmmiete und Nebenkosten im Mittel 4,4 Mal so viel monatliches Nettoeinkommen wie die Hauhalte der niedrigsten Klasse. Nach Zahlung der Bruttowarmmiete steige der Faktor auf das 6,7-fache. Denn ärmere Haushalte müssten einen weit überdurchschnittlichen Anteil ihres Einkommens fürs Wohnen aufwenden, obwohl sie auf deutlich weniger Wohnraum in schlechter ausgestatteten Wohnungen lebten. "Wohnen kann arm machen", resümierten die Forscherinnen und Forscher.

Die Zahlen sind erschreckend

Auch das Statistische Bundesamt (Destatis) hatte die Belastung der Haushalte mit den Wohnkosten analysiert. Nach seinen Daten lebten im Jahr 2019 knapp 14 Prozent der Bevölkerung (rund 11,4 Millionen Personen = 11.400.000 Menschen) in Haushalten, die von hohen Wohnkosten finanziell überlastet waren. Eine Überbelastung bei Wohnkosten sieht die Behörde, wenn ein Haushalt mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens für das Wohnen ausgibt - unabhängig davon, ob die Betroffenen zur Miete oder in den eigenen vier Wänden leben und etwa einen Kredit abzahlen. Laut Destatis ist die Überbelastungsquote seit 2014 leicht gesunken.

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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