Syrien: Kinderkrankenhaus in Aleppo in den Keller verlegt

Seit 2015 unterstützt Malteser International das Kinderkrankenhaus in Aleppo.

Das von Malteser International unterstützte Kinderkrankenhaus in Aleppo, Syrien, musste nach erneuter Bombardierung im August in die Kellerräume des Gebäudes verlegt werden, um die Sicherheit der Patienten und des Personals zumindest ansatzweise zu verbessern. Bei dem Angriff kam ein Neugeborenes ums Leben, da die Sauerstoffversorgung des Brutkastens unterbrochen wurde. Die Versorgung von ambulanten Patienten muss auf dringende Notfälle beschränkt werden.
Das medizinische Personal arbeitet weiter. „Die Frühgeborenen können nicht evakuiert werden, denn die Brutkästen und andere lebenswichtige medizinische Geräte müssen ständig mit Strom versorgt werden. Für die Ärzte und Schwestern im Krankenhaus ist völlig klar, dass sie bleiben, damit diese und andere Kinder in der Stadt Aleppo eine Chance haben, den Krieg zu überleben. Auch wenn sie dabei ständig ihr eigenes Leben riskieren“, sagt Janine Lietmeyer, Ländergruppenleiterin für die Region Nahost bei Malteser International.
Im Juli wurde die einzig verbleibende Verbindungsstraße in die von der Opposition kontrollierten Gebiete in Aleppo von der syrischen Armee eingenommen. Alle Versorgungsrouten in die östlichen Stadtteile sind damit gekappt. Das trifft nicht nur die bewaffneten Kämpfer, sondern auch die Zivilbevölkerung.
„Die eingerichteten Korridore ermöglichen keine sichere Evakuierung der eingeschlossenen Zivilbevölkerung. Unsere Partner berichten von Familien, die die Stadt verlassen wollten und mit Waffengewalt daran gehindert wurden“, sagt Sid Peruvemba, stellvertretender Generalsekretär von Malteser International. „Korridore sind nur dann wirklich humanitär, wenn sie unter neutraler Aufsicht stehen, beispielsweise durch die UN. Momentan haben die Menschen keine Wahl, denn ihr Schicksal ist in jedem Fall ungewiss. Entweder bleiben sie wo sie sind und verhungern, oder sie begeben sich auf einen lebensbedrohlichen Weg. Dieser führt sie aber zurzeit ausschließlich in von der Regierung kontrollierte Gebiete, wo sie als Terroristen behandelt werden. Um die Menschen zu versorgen, müssen dringend wichtige Hilfsgüter in die abgesperrten Gebiete gebracht werden. Das ist aber im Augenblick nicht möglich.“
Seit Juli 2015 unterstützt Malteser International das Kinderkrankenhaus, bezahlt Mitarbeitergehälter und finanziert die Beschaffung von Krankenhausgegenständen, wie Inkubatoren und Beatmungsgeräten. Darüber hinaus versorgt die Partnerorganisation von Malteser International in vier Basisgesundheitsstationen und einem Krankenhaus rund 300.000 Menschen an der türkisch-syrischen Grenze. Mehr als die Hälfte dieser Menschen sind Binnenflüchtlinge, die in Lagern entlang der Grenze leben. Auch für sie wird die Sicherheitssituation immer schwieriger.

Die Malteser rufen zu Spenden für die Menschen in der Region auf:
Malteser Hilfsdienst e. V.
Konto IBAN: DE103 7060 120 120 120 001 2
BIC: GENODED 1PA7
Stichwort: „Flüchtlingshilfe Nahost“
Oder online: www.malteser-spenden.de

Malteser International ist das weltweite Hilfswerk des Souveränen Malteserordens für humanitäre Hilfe. Die Organisation leistet in rund 100 Projekten in mehr als 20 Ländern Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von deren Religion, Herkunft oder politischer Überzeugung. Die christlichen Werte und die humanitären Prinzipien der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bilden die Grundlage der Arbeit. Weitere Informationen: www.malteser-international.org und www.orderofmalta.int.

Autor:

Malteser Hilfsdienst gGmbH aus Nürnberg

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