Mehr Parkplätze, weniger Lärm: Verkehrskonzept für die Erlanger Innenstadt

Der Platz ist knapp und bis auf den letzten Quadratmeter ausgelastet: Auch die Parkplatzsituation in der Innenstadt soll entschärft werden. Foto: © Uwe Müller
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ERLANGEN (pm/mue) - Der Verkehr in der Erlanger Innenstadt stellt die Verkehrsplanung vor große Herausforderungen: Es gehe einerseits darum, die gute Erreichbarkeit des Einzelhandels und wichtiger Arbeitsstätten und Einrichtungen, allen voran der Universitätskliniken, sicherzustellen. Zum anderen gelte es, die Innenstadt als attraktiven Wohn- und Aufenthaltsort zu stärken sowie Anwohnerinnen und Anwohner insbesondere vielbefahrener Straßen von Lärm und Schadstoffen zu entlasten. So der Inhalt einer Pressemeldung aus dem Rathaus.

Um diese Ziele in Einklang zu bringen, hat die Stadt Erlangen den Verkehrsentwicklungsplan 2030 auf den Weg gebracht. Damit sollen unter Einbeziehung der Stadtgesellschaft für alle Verkehrsarten zukunftsfähige Lösungen erarbeitet werden. Neben verkehrslenkenden Maßnahmen für den Autoverkehr ist dabei die Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs sowie des Rad- und Fußgängerverkehrs von zentraler Bedeutung. Wichtige Maßnahmen, so heißt es, stünden nun vor der Entscheidung in den Stadtratsgremien.

Einbahnstraßen, Tempolimit und eine neue Buslinie

Eine nachhaltige Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner insbesondere vielbefahrener Straßen lasse sich durch die Kombination einer Einbahnstraßenregelung auf Höhe des Maximiliansplatzes in der Neuen Straße mit Geschwindigkeitsbegrenzungen auf weiteren Straßenzügen erreichen. Basierend auf einer umfassenden Bewertung verschiedener Szenarien zur Gestaltung des innerstädtischen Autoverkehrs empfiehlt die Verwaltung ein Stufenkonzept. Dieses hat zum Ziel, die Innenstadt merklich zu entlasten und damit Lärm und Schadstoffe zu reduzieren – ohne Sperrungen einzelner Straßenabschnitte für den Autoverkehr.

Um die Erschließung und die Erreichbarkeit der nördlichen Innenstadt zu verbessern, soll die Einführung einer neuen Buslinie geplant werden. Diese soll zwischen dem Großparkplatz und dem Universitätsklinikum mit seinen Einrichtungen entlang der Straßenachse Neue Straße und dem Zollhausviertel verlaufen. Verbunden mit einem Kombi-Ticket könnte so vom Großparkplatz aus ein attraktives Park-and-Ride-Angebot entstehen.

Weiterhin strebt die Stadt an, den Parkverkehr in der Innenstadt besser zu regeln. Insbesondere das sogenannte Aufparken auf Gehsteigen, das Straßenzüge für Fußgänger unattraktiv macht, soll schrittweise reduziert werden. Für Stellplätze, die auf diese Weise entfallen, soll Ersatz geschaffen, innerstädtische Stellplätze sollen stärker gebündelt werden. Vor allem am Großparkplatz könne Angaben zufolge die Kapazität durch Parkhäuser deutlich erhöht werden. Besonderes Augenmerk erhält die Parkplatzsituation aber auch am Universitätsklinikum: Sowohl für Patienten und Besucher als auch für Mitarbeiter stehen nach vorliegenden Untersuchungen Pkw-Stellplätze nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, weshalb das Klinikum den Bau von weiteren Stellplatzanlagen anstrebt.

Entstehende Kosten für die Umsetzung des Verkehrskonzeptes können momentan nur geschätzt werden; die geplante neue Buslinie ausgenommen. Josef Weber, Bau- und Planungsreferent der Stadt: „Was die neue Linie betrifft, so muss das noch gemeinsam mit den Stadtwerken geprüft werden. Neben Betriebskosten für Fahrzeuge kommen dann ja zum Beispiel auch Personalkosten und weiteres hinzu. Aber Beispiel Neue Straße: Wir gehen davon aus, dass wir das Provisorium dafür mit einem sehr niedrigen sechsstelligen, wenn nicht gar mit einem fünfstelligen Betrag hinbekommen“. Oberbürgermeister Florian Janik spricht von einem guten Gesamtkonzept: „Die vorgestellten Maßnahmen werden dafür sorgen, dass wir mehr Lebensqualität in der Innenstadt schaffen. Anwohnerinnen und Anwohner werden von Schadstoffen entlastet, die gute Erreichbarkeit von Klinikum und Einzelhandel wird sichergestellt, und der Nahverkehr wird gestärkt.“

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