Der Freistaat müsste helfen
Regionales 365 Euro-Ticket soll Verkehrswende rasch forcieren

Wenn die avisierte Verkehswende wirklich etwas bringen soll, dürfen sich Fortschritte nicht auf lokalen Raum beschränken – meinen Bürgermeister und Landräte.
Foto: © Syda Productions / stock.adobe.com
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ERLANGEN / REGION (pm/mue) - Vier große Städte im Ballungsraum Nürnberg und die angrenzenden Landkreise wollen einen entscheidenden Schritt für mehr Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs anstoßen.

Die Oberbürgermeister der Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach setzen sich zusammen mit den Landräten der Landkreise Erlangen-Höchstadt, Fürth, Nürnberger Land und Roth für ein 365 Euro-Ticket im Ballungsraum ein. In einem gemeinsamen Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder und die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer werben die Verwaltungsspitzen für ein Modellprojekt in der Region bei entsprechender Unterstützung durch den Freistaat Bayern.

Verluste müssen ausgeglichen werden

Ein entsprechendes Angebot nur auf einzelne Kommunen zu beschränken, wie dies derzeit in Nürnberg und Fürth diskutiert werde, wird in dem Schreiben kritisch beurteilt: „In einer vernetzten Region, in der man ganz selbstverständlich an verschiedenen Orten lebt und arbeitet, lassen sich Fortschritte im Nahverkehr nicht innerhalb der Stadtgrenzen erreichen“, so Oberbürgermeister Florian Janik. Die Erhöhung der Nutzerzahlen wäre überschaubar, die sich daraus ergebenden Effekte aber weitgehend negativ zu bewerten, heißt es deshalb in dem Brief. So seien Mindereinnahmen zu erwarten, während der Mehrwert aus Nutzersicht kaum gegeben sei. Ein Projekt im gesamten Verbundraum, wie es Bayern bis zum Jahr 2030 avisiert, sei derzeit unter finanziellen Gesichtspunkten nicht zu stemmen; die Kosten für den gesamten VGN beliefen sich nach ersten Schätzungen auf 85 Millionen Euro. Ein Modellprojekt für die vier Städte biete sich hingegen bereits am Mitte 2021 an. So laufe der Großteil der Pendlerströme im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg zwischen Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach sowie der vier Landkreise. Mindereinnahmen für ein Ticket im entsprechenden Gebiet würden sich nach ersten Schätzungen auf etwa 62 Millionen Euro belaufen, die je nach Verkehrsanteil ausgeglichen werden müssten. Eine Umsetzung ohne finanzielle Unterstützung sei für die beteiligten Partner nicht möglich. Der Freistaat Bayern wird deshalb um dauerhafte finanzielle Unterstützung in Höhe von zwei Dritteln der anfallenden Mindereinnahmen pro Jahr – analog des 365 Euro-Tickets für Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende – gebeten.

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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