Studie: Erlanger essen über 1.000 Tonnen Schokolade pro Jahr

Schokolade schmeckt eigentlich immer – und an Tafeln, Pralinen, Schokoriegeln & Co. hängen auch viele Arbeitsplätze. Foto: © Drobot Dean / Fotolia.com

ERLANGEN (pm/mue) - Stolze 43 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes in Erlangen pro Jahr. Von der Tafel über die Praline bis zum Riegel: 1.030 Tonnen Schokolade aßen die Menschen in der Hugenottenstadt zuletzt rein statistisch – gut 9,5 Kilo pro Kopf.

Beim Käse waren es 2.650 Tonnen (24,5 Kilo pro Einwohner), und beim Bier wurden 113.000 Hektoliter im Jahr getrunken (104 Liter pro Kopf). „Schokolade, Käse, Bier – nur drei Beispiele die zeigen, welche Bedeutung Lebensmittelindustrie und -handwerk haben“, heißt es in einer Presseerklärung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Immerhin: Rund 660 Arbeitsplätze hängen in Erlangen laut Arbeitsagentur an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. „Die Branche ist aber nicht nur regional ein Schwergewicht. Nimmt man den Umsatz, ist sie der drittgrößte Industriezweig in Deutschland – ein Großteil der Produktion geht in den Export – und schafft es damit auf die internationalen Teller“, betont Regina Schleser von der NGG Nürnberg-Fürth.


Neue Food-Trends wie gluten- oder laktosefreies Essen seien eine Herausforderung auch für die heimische Ernährungswirtschaft, so Schleser weiter. Die sei gut aufgestellt und belege bei Produktions- und Hygienestandards weltweit einen Spitzenplatz.

Eine Voraussetzung für gutes Essen und Trinken sei jedoch, dass dieses fair produziert werde – angefangen vom Anbau der Zutaten bis hin zu den Arbeitsbedingungen in der Verarbeitung. Dazu hat die NGG eine lebensmittelpolitische Initiative gestartet. Regina Schleser: „Gute Ernährung und gute Arbeit gehören zusammen. Hygiene unter Zeitdruck – das kann zum Beispiel nicht gut gehen.“ Dies würde auch bedeuten, dass Unternehmen Tarifverträge einhielten und sich an der Berufsausbildung beteiligten, unterstreicht die Gewerkschafterin.
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