Jugendkunstschulen für Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung
"Aufbäumen!" - Die Pflanzaktion als Vorbild

Die drei Jugendkunstschulen Erlangen, Nürnberg und Fürth bereiten das landesweite kulturell-ökologische Projekt „Aufbäumen!“ vor.
  • Die drei Jugendkunstschulen Erlangen, Nürnberg und Fürth bereiten das landesweite kulturell-ökologische Projekt „Aufbäumen!“ vor.
  • Foto: schulederphantasie-fuerth.de
  • hochgeladen von Arthur Kreklau

FÜRTH (pm/ak) - Mit einer Baumpflanzung im Kulturgewächshaus Fürth am Samstag, 17. April um 14 Uhr bereiten die drei Jugendkunstschulen Erlangen, Nürnberg und Fürth das landesweite kulturell-ökologische Projekt „Aufbäumen!“ vor. Im Rahmen des 6. Bayerischen Jugendkunstschultags rufen sie andere kulturpädagogische Einrichtungen auf, Farbe zu bekennen für mehr Umwelt- und Klimaschutz.

Bis Herbst 2021 soll die gemeinsame Initiative Früchte tragen und ein vielfältiger „Naschgarten“ mit Obstbäumen und Beerensträuchern von und für Kinder und Jugendliche entstehen. Gedanklicher Ausgangspunkt für das städteübergreifende Projekt ist das Jubiläum 100 Jahre Joseph Beuys. In Anlehnung an die soziale Plastik „7.000 Eichen“ des Aktionskünstlers werden insbesondere junge Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich für die Begrünung des Stadtraums einzusetzen: Durch kreative Spendensammlungen, die Versteigerung bildnerischer Werke oder andere künstlerische Interventionen ermöglichen sie die Pflanzung eines Baumsetzlings und tragen damit – frei nach Beuys – zur Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung bei. Knapp 40 Jahre nach der Initiierung des wegweisenden Landschaftskunstwerks zur documenta 7 in Kassel ist die nachhaltige Gestaltung des urbanen Raums aktueller und dringlicher denn je: Die Ampeln stehen auf Grün! Höchste Zeit und freie Fahrt also für ökologisches Engagement, so der Konsens der Kulturvermittlerinnen aus der JuKS Erlangen, der Schule der Phantasie Fürth–Franken e.V. und dem KinderKunstRaum Nürnberg.
Mit Erde, Eimer und Schaufel, einer Zwetschge, einem Holunder und einer Kirsche starten die drei Einrichtungen der Metropolregion Mitte April ihr ambitioniertes Vorhaben. Der gemeinsame erste Aufschlag wird verknüpft mit einem Aufruf an die über 40 weiteren Kunstschulen, sich anlässlich des 6. Bayerischen Jugendkunstschultags am 8. Mai zum Thema „Frei-Raum Kunst“ dem Freiräumen und Aufbäumen anzuschließen. Aus einer Liste essbarer Pflanzen können sie sich ihren Wunschbaum oder -busch auswählen und eine finanziell-kulturelle Patenschaft übernehmen. Dank der großzügigen Flächenfreigabe des jungen Unternehmens „Kulturgewächshaus Fürth“ wächst so im dortigen Kulturgarten nach und nach ein nahrhafter Jugendkunstschulhain – Naschen der kommenden süßen Früchte außerordentlich erwünscht! Der Boden für die Stadtverwaldung könnte nicht besser sein, denn der Name des „Kultur-Gewächs-Hauses“ ist Programm. Unter Regie eines Teams kreativer Köpfe entsteht hier neu gedachte, vernetzte Kultur-Landwirtschaft, ein klimaneutraler, lebensfreundlicher und zukunftsweisender Begegnungs- und Bildungsort.
Ein tatkräftiges Mitmachprojekt zu einem denkwürdigen Datum also, wurde doch Beuys als Vordenker sozial verantwortlicher Kultur und kreativer Mitgestaltung der Gesellschaft just im Mai 1921 geboren. Mit „Aufbäumen!“ wollen die Initiatorinnen im unmittelbaren wie übertragenen Sinne aufrufen zum Aufforsten kultureller Potenziale und Aufstehen für kulturelle Bildung: Während kommunale Kunstschulen wie in Erlangen und Nürnberg relativ gut gedeihen können, müssen freie kulturpädagogische Einrichtungen immer wieder um ihre Existenz fürchten – gerade in Zeiten, in denen es weniger „regnet“. Die als Verein mit viel ehrenamtlichem Engagement betriebene Fürther Schule der Phantasie e.V. sieht die Aktion auch als dringenden Appell an die Verantwortlichen auf Kommunal- und Landesebene, Strukturen zu stärken und Verwurzelung in der Fläche zu fördern.
Junge Menschen brauchen Freiräume zur Entfaltung und Mitgestaltung, in und außerhalb der Schule. Eine gleichwertig absichernde Unterstützung wie für Musikschulen gibt es für Kunstschulen im Freistaat (noch) nicht – dabei stehen sie als wichtige Partner im Kultur- und Bildungskanon, als Treibhäuser der Kreativität und Fantasie für fruchtbare Kooperationen bereit!

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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