Happy End nach Horror-Jahr – SpVgg Greuther Fürth sichert Klassenerhalt

Nach dem Schlusspfiff brachen in Heidenheim alle Dämme. In der Kurve feierten die Spieler mit ihren Fans, die die Mannschaft 90 Minuten lang nach vorne gepeitscht hatten. (Foto: Wolfgang Zink)
Fürth: Sportpark Ronhof |

(tom) - Kein Spieltag für schwache Nerven. Mit einem wahren Fußballkrimi endete die Spielzeit 2017/2018, in der die SpVgg Greuther Fürth nach einem katastrophalen Saisonstart fast das ganze Jahr über um den Klassenerhalt zittern musste.

Als in der Heidenheimer Voith-Arena nach 95 hart umkämpften Minuten der Schlusspfiff erklang, gab es für die Fürther Spieler, aber auch für alle Verantwortlichen kein Halten mehr. Mit einem Mal fiel die Anspannung ab, die sich in dieser schwierigen Saison angesammelt hatte.

Letztendlich war das Spiel in Heidenheim eine Kopie der gesamten Spielzeit, in der sich die Fürther mit ihrer mangelnden Konstanz Erreichtes immer wieder selbst kaputt machten. Nach einem druckvollen Auftakt der Fürther kam Heidenheim immer besser ins Spiel und erarbeitete sich zwei Riesenchancen, sodass das Kleeblatt froh sein musste, ohne Gegentor in die Halbzeitpause zu gehen. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff war es dann Julian Green, der mit einem platzierten Schuss die Führung erzielte. Der Klassenerhalt schien nun in greifbarer Nähe, da Braunschweig zeitgleich in Kiel unter die Räder kam.

Fünf Minuten Nervenstress

Doch wie schon so oft in dieser Spielzeit, machten es die Fürther noch einmal spannend. Heidenheim baute nach dem Fürther Führungstreffer Druck auf und kam in der 90. Minute zum Ausgleich. Noch war das Kleeblatt im sicheren Bereich, doch ein Tor der Gastgeber oder ein Treffer für Aue im Fernduell mit Darmstadt – und alle Zweitliga-Träume wären mit einem Mal geplatzt. Es drohte die Relegation (wenn Aue noch den Ausgleich in Darmstadt erzielte), im schlimmsten Falle sogar der direkte Abstieg (bei einem Treffer für Heidenheim).
Mit letzter Kraft und Verzweiflung beschränkten sich die Fürther in der Nachspielzeit darauf, die Bälle nur noch wegzuschlagen, ehe Schiedsrichter Osmers mit seinem Schlusspfiff für die allgemeine Erlösung bei Spielern und Fans sorgte.Nun fiel auch dem sichtlich gezeichneten Präsidenten Helmut Hack, der sich in den vergangenen Monaten – auch auf Grund gesundheitlicher Probleme – nur selten zu Wort gemeldet hatte, ein Stein vom Herzen. Im Anti-Abstiegs-Shirt herzte er seine Spieler, bedankte er sich bei den mitgereisten rund 1.500 Fans. Wie es nach diesem emotionsreichen Tag weitergehen würde, darüber wollte er noch kein Wort verlieren.

Sicher ist, dass das Kleeblatt sein Glück nicht überstrapazieren darf. Noch einmal darf man sich nicht so viele personelle Fehlentscheidungen leisten wie in den vergangenen Jahren, als man Stammspieler abgab um diese durch nur selten überzeugende Neuzugänge zu ersetzen. Und auch wie es an der Spitze des Vereins und in der üppig besetzten Verwaltung weitergehen wird, ist – der heftig brodelnden Gerüchteküche zum Trotz – noch völlig offen.
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