Fraunhofer-Institut entwickelt weltweit größten Computertomografen

Gruppenfoto mit Preisträgern. v.li.n.re.: Norman Uhlmann (Fraunhofer EZRT), Michael Salamon (Preisträger), Nils Reims (Preisträger), Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Horst Müller, ERZT-Leiter Professor Randolf Hanke, Preisträger Michael Böhnel, Fürths neue IHK-Chefin Maike Müller-Klier. (Foto: Ebersberger)
Fürth: Golfpark Atzenhof |

FÜRTH (pm/ak) - Dass die Kleeblattstadt zu Recht den Titel Wissenschaftsstadt trägt, haben jetzt drei Forscher des Fraunhofer Entwicklungszentrums Röntgentechnik EZRT im Golfpark Atzenhof erneut unter Beweis gestellt.



Die Wissenschaftler haben die größte Computertomografie (CT)-Anlage der Welt entwickelt und sind dafür auch mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2018 ausgezeichnet worden.
Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Horst Müller hat den Preisträgern seine Glückwünsche ausgesprochen und sich über aktuelle Entwicklungen und Forschungen des Fraunhofer-Instituts informiert.
Mit dem XXL-CT lassen sich beispielsweise Elektroautos nach einem Crashtest analysieren.
Bisher musste man Objekte zeitaufwändig zerlegen, um Aufbau und Innenleben analysieren zu können. Durch die zerstörungsfreie Röntgenprüfung lassen sich jetzt Struktur und Materialien des Objekts im Detail analysieren, die bislang unzugänglich waren, zum Beispiel ganze Batteriemodule. Die starke Röntgenstrahlung macht sogar Strukturen in den dicht gepackten Akkus sichtbar.
Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Kontrolle von Seefrachtcontainern. Schon jetzt werden in Häfen viele Frachtcontainer geröntgt, allerdings zweidimensional. Durch die 3D-Röntgentechnik werden auch kleine Objekte im Inneren der Container deutlich sichtbar. Gerade für Sicherheitsbehörden, die Frachtcontainer nach Sprengstoff oder Waffen durchsuchen, aber auch für Zollbehörden, die nach Schmuggelware suchen, liefert die IIS-Technologie einen entscheidenden Mehrwert.

Neben dem Einsatz in der Industrie eröffnet die XXL-Computertomographie viele weitere Anwendungen. So lassen sich historische Objekte wie etwa Musikinstrumente durchleuchten, bei denen ein Aufschneiden und Zerlegen nicht infrage kommt. In einer besonders spektakulären Aktion haben die Fraunhofer-Spezialisten auch einen 65 Millionen Jahre alten Dinosaurierschädel gescannt. Der Schädel des Tyrannosaurus Rex blieb während der Röntgenprozedur in einer Kiste mitsamt dem ihn umgebenden Erdreich, in dem Paläontologen ihn gefunden hatten.
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