Stadt Fürth setzt "Meilenstein" für die Gesundheit der Bevölkerung

Packen gemeinsam zum Wohl der Bevölkerung an: (vorne v.li.) Prof. Jürgen Zerth, Prof. Stefanie Richter (beide WLH), Bürgermeister Markus Braun und Manfred Beuke (AOK) sowie weitere Vertreter von Stadt, Hochschule und AOK. Foto: Ebersberger

FÜRTH - (web) Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Fürther Bevölkerung liegt der Stadt Fürth besonders am Herzen. Im Rahmen einer von der Wilhelm-Löhe-Hochschule (WLH) durchgeführten Bedarfsanalyse wurde nun ermittelt, wo der Schuh drückt und gesundheitsfördernde Maßnahmen ansetzen müssen.

Im Fokus der von der AOK Bayern im Rahmen des Programms „Gesunde Kommune“ finanziell geförderten Untersuchung standen vor allem zwei Gruppen: „Kinder und Jugendliche in prekären Lebenslagen“ und „Alleinlebende ab 65 Jahren“. Dabei hat sich übereinstimmend in beiden Gruppen herauskristallisiert: Menschen mit niedrigem Sozialstatus sind häufiger von Gesundheitsproblemen betroffen.
Gerade bei den Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien wirkt sich das besonders aus. Hier wurden deutlich häufigere Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie psychische Störungen festgestellt, erklärte die Gesundheitswissenschaftlerin der WLH Stefanie Richter. Damit einhergehend wurde bei diesen Kindern auch ein deutlich schlechterer Gesundheitszustand ermittelt. Desweiteren hat die Studie gezeigt, dass Kinder in Alleinerziehendenhaushalten ein besonders hohes Armuts- und Belastungsrisiko und somit auch signifikant häufiger gesundheitliche Probleme aufweisen.
Bei den Senioren über 65 Jahren führten die Wissenschaftler der WLH eine umfassende Befragung durch und konnten so bei der Auswertung von 1430 Fragebögen erstmals Daten zur Gesundheit, Lebenssituation und Zufiedenheit dieser zunehmend wachsenden Bevölkerungsgruppe liefern. Auch hier zeigt sich, dass Einkommen, sozialer Status und Ggesundheit eng gekoppelt sind. Chronische Krankheiten treten bei Menschen mit niedrigem Einkommen (unter 1000 Euro) weit häufiger auf.
Die Sturzgefahr erhöht sich bekanntlich mit dem Alter und so gaben knapp 28 Prozent der Befragten an, mindestens einmal in den letzten sechs Monaten gestürzt zu sein. Sport und regelmäßige Bewegung können hier vorbeugen, jedoch gaben rund 48 Prozent an, nur selten oder nie Sport zu treiben. „Wir müssen deshalb die Menschen wieder in Bewegung bringen“, erklärt Fürths Bürgermeister Markus Braun.
Dabei ist dies nur ein Lösungsansatz. Nunmehr müsse man mit der Bedarfsanalyse im Rücken zielgruppenspezifische Lösungen finden, um die kommunale Gesundheitsförderung und Prävention voranzutreiben. Dabei setzt man auf Vernetzung und enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, AOK und Hochschule. In diesem Zusammenhang will die Stadt auch die durch die Initiative „Gesundheitsregion plus“ angestoßenen Projekte ausbauen und erweitern. Für Markus Braun ist nun erstmal ein „Meilenstein“ gesetzt.
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