Im Januar wird die Urkunde ausgehändigt
Fahrradfreundlichkeit wurde bescheinigt

Gruppenbild vor dem Start zur Fahrradexkursion am Jugendhaus Oasis.
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  • Gruppenbild vor dem Start zur Fahrradexkursion am Jugendhaus Oasis.
  • Foto: Stadt Oberasbach
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OBERASBACH (pm/ak) – Die offizielle Übergabe der Urkunde wird zwar erst im Januar 2022 stattfinden, doch über die mündliche Bestätigung darf sich die Stadt Oberasbach nach der sogenannten Erstbereisung durch die AGFK Bayern e.V. bereits jetzt freuen. Einen ganzen Tag lang stellte das Gremium die Fahrradfreundlichkeit der Stadt in Theorie und Praxis auf den Prüfstand.

Viele Wochen der Vorbereitung lagen hinter den am Projekt "Aufnahme in die AGFK e.V." Beteiligten. Nun konnte am 12. Oktober endlich präsentiert werden, wie sich die Stadt mit dem Thema Fahrradfreundlichkeit auseinandergesetzt hat.

Am Vormittag trafen sich 20 Teilnehmer aus Verwaltung und Politik sowie örtliche Verbandsvertreter und Expertinnen des Planungsbüros PB Consult mit der Prüfkommission der AGFK im Sitzungssaal des Rathauses. Das Gremium setzte sich zusammen aus der Geschäftsführung, Sarah Guttenberger und Vanessa Rösch. Als Vertreterin des Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr war Birgit Zehetmaier aus München angereist. Klaus Helgert kam als Beauftragter des ADFC Landesverbands Bayern.
In ihrer Begrüßung bedankte sich Bürgermeisterin Birgit Huber beim Projektteam für seinen Einsatz und betonte, wie spannend und wichtig es jetzt für die Stadt sei, den objektiven "Blick von außen" als weitere Perspektive einzubeziehen.

Theoretische Bestandsaufnahme

So bunt wie das in der Mitte des Sitzungssaals stehende Fahrrad, gestaltet von Kindern eines Oberasbacher Kindergartens, so vielfältig waren auch die Themen, die an diesem Vormittag auf der Agenda standen.
Wie die Stadt Oberasbach in Bezug auf den Radverkehr aufgestellt ist, zeigte Norbert Schikora, Zweiter Bürgermeister und Vorsitzender der Projektgruppe "Fahrradfreundliche Kommune" in seiner anschaulichen Präsentation. Schwerpunkte waren dabei die vier sogenannten "Säulen" des Radverkehrs: Infrastruktur, Service, Information und Kommunikation.

Externe Unterstützung hatte sich die Stadtverwaltung beim Thema Infrastruktur geholt. Francesca Fall vom Nürnberger Büro PB Consult erläuterte ergänzend den aktuellen Stand des Radverkehrskonzepts, das von der Stadt beauftragt worden ist.

Die Fragen zwischen den einzelnen Themenblöcken haben die Verantwortlichen aus der Verwaltung durchaus als hilfreiche Anregungen für ihre zukünftige Arbeit verstanden.

Fahrradexkursion zur Veranschaulichung

Um sowohl die positiven Aspekte des Radwegenetzes in Oberasbach zu zeigen, aber gerade auch, um die problematischen Stellen vor Ort zu diskutieren, wurde vorab eine circa 10 Kilometer lange Route durch das Stadtgebiet festgelegt.

Leider bei kaltem, regnerischem Wetter startete die Truppe dann - mit Oberasbacher Warnwesten ausgerüstet - auf eine mehrstündige Tour.

Der ADFC Landesverband hatte einige größere und kleinere Anregungen und Veränderungsvorschläge parat. Kritische Punkte der Infrastruktur sind der Stadt Oberasbach natürlich hinlänglich bekannt: sei es die schwierige Situation für Radfahrer an der Rothenburger Straße oder die Unterführung nach Stein, bei der es bereits eine Vereinbarung mit den Nachbarn getroffen wurde, wie die Gefahrenstelle entschärft werden kann. "Wir kennen unsere Pfosten", schmunzelt Bürgermeisterin Birgit Huber, freut sich aber dennoch über den Weitblick, den die Sicht von außen ermöglicht.

Das Fazit: Oberasbach wird AGFK-Mitglied

Das Ergebnis der Beratungen, zu denen sich das Bewertungsgremium im Anschluss zurückgezogen hatten, war für die Stadt Oberasbach sehr erfreulich. In vielen Punkten konnte die Stadt bereits überzeugen. Positiv gewertet wurden beispielsweise das hohe Engagement aller Beteiligten an der gemeinsamen Sache, die Vorbildfunktion beider Bürgermeister, das einstimmige politische Bekenntnis, die finanzielle sowie personelle Aufstellung der Stadt, was den Radverkehr angeht, die gute Öffentlichkeitsarbeit und ausgeprägte Akzeptanz durch Bürgerbeteiligung, der Blick auch auf die kleinsten Verkehrsteilnehmer - und nicht zuletzt die Beauftragung eines Radverkehrskonzepts an ein Planungsbüro.

Die Infrastruktur wurde vom Gremium ebenfalls gelobt. Schutzstreifen, Abstellanlagen, die neue Servicestation am Rathaus, den geplanten RADar-Mängelmelder wie auch die Stellplatzsatzung für Fahrräder, die in Arbeit ist – all das zeigt, dass Oberasbach auf dem richtigen Weg ist.

Wie es weitergeht

Doch natürlich ist noch jede Menge zu tun bis zur endgültigen Zertifizierung. Die Handlungsempfehlungen der AGFK sollten sinnvoll in kurz- bis längerfristig priorisierte Maßnahmen gebündelt werden.
"In Oberasbach kann vermutlich vieles schon durch kleinere bauliche Maßnahmen oder gute Kennzeichnungen verbessert werden", resümiert die Geschäftsführerin der AGFK, und unterstreicht noch einmal ihren sehr guten Eindruck, den sie während der Vorbereisung erhalten hat.

Die offizielle Aufnahme als Mitglied mit Urkundenübergabe wird im Januar im Verkehrsministerium stattfinden. Vier Jahre Zeit bleiben der Stadt schließlich, um ihre Hausaufgaben zu machen. Dann findet die Hauptbereisung statt mit dem erklärten Ziel der endgültigen Zertifizierung als „Fahrradfreundliche Kommune“.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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