Pilotprojekt gegen "wildes Parken"
"Park + Ride 4.0" in Roßtal

VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder, der Roßtaler Bürgermeister Rainer Gegner und Landrat Matthias Dießl stellen das Pilotprojekt direkt an der B14 vor.
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  • VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder, der Roßtaler Bürgermeister Rainer Gegner und Landrat Matthias Dießl stellen das Pilotprojekt direkt an der B14 vor.
  • Foto: David Oßwald
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ROSSTAL (pm/ak) - In der Region stehen der Bevölkerung zahlreiche P+R Anlagen für den Umstieg vom Auto auf die Öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung. Einige dieser Parkflächen sind rasch belegt, während andere noch über ausreichende Kapazität verfügen. Damit Autofahrerinnen und Autofahrer genauer informiert werden, wo noch freie P+R-Flächen zur Verfügung stehen und der Verkehr hin zu den Schienenhaltepunkten gelenkt werden kann, wurde das Pilotprojekt „P+R 4.0“ des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) und Münchner Verkehrs-und Tarifverbundes (MVV) entwickelt.

Der Landkreis Fürth ist ebenfalls Partner innerhalb des Projekts. Bei einem Pressegespräch vor Ort an der B14 bei Roßtal stellten Landrat Matthias Dießl, der Roßtaler Bürgermeister Rainer Gegner und VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder das Projekt vor. “In einem ersten Schritt wurde die P+R-Anlage am Bahnhof Roßtal mit Kamera-Sensoren ausgestattet, die die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge verpixelt erfassen”, erläuterte Landrat Matthias Dießl. “In Echtzeit ermittelt das System, wie viele freie Parkplätze vorhanden sind. Die Informationen werden dann direkt an einen Rechner weitergeleitet und stehen so für verschiedene Auskunftssysteme zur Verfügung“, so Dießl.

Die Daten der P+R-Anlage am Bahnhof Roßtal werden schon jetzt genutzt. So wurde eine Anzeigetafel auf der Bundesstraße 14 errichtet. Sie gibt Auskunft wie viele Parkplätze aktuell am Bahnhof Roßtal unbelegt sind. „Autofahrerinnen und Autofahrer erkennen so, ob noch P&R Parkplätze am Bahnhof Roßtal frei sind“, sagte Matthias Dießl. „Wir gehen davon aus, dass wir dann auch wildes Parken im Umfeld der Anlage vermeiden können. So kommt das System auch den Anwohnern zugute.“

Roßtals Bürgermeister Rainer Gegner freute sich bei der Vorstellung des Projekts, und begrüßte, dass die Marktgemeinde dafür ausgewählt wurde. Er glaubt, dass damit auch der Verkehr zur Parkplatzsuche reduziert werden kann. Dazu bekommt auch der ÖPNV noch einmal zusätzliche Aufmerksamkeit. “Wer mit dem Auto auf der B14 fährt, die ja bei Stein oft mit Staus belegt ist, und sieht, dass Plätze zum Parken frei sind, steigt vielleicht dann doch auf den ÖPNV um”, sagte Gegner.

Voraussichtlich zum Jahresende erweitert der VGN seine Informationsmöglichkeiten: „Dann können sich Fahrgäste bei Fahrplanauskünften auf der VGN-Website www.vgn.de sowie in der App „VGN Fahrplan & Tickets“ ihre Verbindungen unter Einbeziehung freier P+R-Stellplätze anzeigen lassen. Sukzessive werden dann alle 130 P+R-Anlagen im Gebiet des VGN einbezogen. Anhand vorhandener Zähldaten wird die Belegung der Plätze prognostiziert, wenn keine Detektionseinrichtung vor Ort vorhanden ist.“, berichtet VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder. Für die Zukunft ist geplant, die freien P+R-Plätze auch auf den Navigationsgeräten in den Autos anzuzeigen - technisch verfügen aktuelle Navis und Navigationssoftware bereits über diese Möglichkeit.

“In dieser Pilotphase kann auch die Technik vor Ort sowie das System getestet, erweitert und verbessert werden”, betonte der Landrat. Dem VGN werde das Projekt wertvolle Daten liefern. Auch der Freistaat Bayern, der das Projekt fördert, erhoffe sich wertvolle Erkenntnisse. “Mit Hilfe der Informationen aus den Pilotprojekten kann der Freistaat die Möglichkeiten einer Ausweitung des Systems auf ganz Bayern prüfen”, so der Landrat.

Das Projekt, das die Anlage B14 und P & R am Bahnhof Roßtal sowie der S-Bahnstation Petersaurach-Nord und das Hintergrundsystem umfasst, hat ein gesamtes Investitionsvolumen von 460.000 Euro. Davon werden 80 Prozent durch den Freistaat Bayern gefördert. Der Landkreis Fürth beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 11.608 Euro, die Marktgemeinde Roßtal beteiligt sich an den Kosten für die Kamera-Sensoren.

„Mit Blick auf die Verkehrswende wird die Bedeutung von Park + Ride weiter zunehmen.
Es geht darum, möglichst viel Verkehr vom Pkw auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu lenken und zwar schon weit außerhalb der Zentren. Mit dem Pilotprojekt nutzen wir die Digitalisierung und testen, wie wir den Autoverkehr gezielt zu freien P+R-Anlagen entlang der Schienenstrecken lenken können. Das spart viel CO2 ein, entlastet die Innenstädte und auch die Wohnviertel im Umfeld der Parkplätze“, erklärt Mäder. Vor diesem Hintergrund verbinden beide Politiker mit dem Pilotprojekt die Hoffnung auf künftige Ausbauprogramme und Fördermittel, um diesen Weg der Verkehrsführung zu stärken.

VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder, der Roßtaler Bürgermeister Rainer Gegner und Landrat Matthias Dießl stellen das Pilotprojekt direkt an der B14 vor.
Der neue Anzeiger auf der B14 zeigt die freien Stellplätze am Bahnhof Roßtal in Echtzeit an.
Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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