Deutscher Doppelsieg mit historisch schnellen Zeiten
Lange und Haug gewinnen Triathlon in Roth

Auf dem Siegerpodest: Patrick Lange (M.) mit einer Rekordzeit von 7:19:19, Nils Frommhold (l., 7:30:31) und Felix Hentschel (7:31:12)
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  • Auf dem Siegerpodest: Patrick Lange (M.) mit einer Rekordzeit von 7:19:19, Nils Frommhold (l., 7:30:31) und Felix Hentschel (7:31:12)
  • Foto: TEAM CHALLENGE/Christoph Raithel
  • hochgeladen von Victor Schlampp

ROTH (Jordan Raza und Markus Kaiser, dpa) - Der letzte Kilometer wirkte bei Patrick Lange wie eine Ehrenrunde. Eifrig klatschte der Ironman-Weltmeister von 2017 und 2018 schon vor dem Zieleinlauf mit den wenigen Zuschauern am Streckenrand in Roth ab. Wenige Sekunden später beendete er nach 7:19:19 Stunden den leicht verkürzten Triathlon-Klassiker als Sieger. Seinen Emotionen ließ der gebürtige Hesse in den Armen von Ehefrau Julia freien Lauf. "Ich musste sehr kämpfen, aber ich habe endlich Roth gewonnen. Ich bin mega happy", sagte der überglückliche Lange am gestrigen Sonntag.

Ironman-Weltmeisterin Anne Haug sorgte wenig später für den überragenden deutschen Doppel-Erfolg in Mittelfranken. Mit einer Zeit von 7:53:48 Stunden verwies die Lokalmatadorin die Konkurrenz auf die Plätze. Reserven zum Jubeln hatte die Bayreutherin kaum noch. "Ich hatte heute gute Füße. Ab Kilometer zehn dachte ich, ich muss sterben", sagte die erschöpfte Haug, die mehr als 30 Minuten vor den Britinnen Laura Siddall und Fenella Langridge ins Ziel kam.

Geile Momente

In Abwesenheit des deutschen Top-Stars Jan Frodeno hatte Lange im Ziel 11:12 Minuten Vorsprung auf Landsmann Nils Frommhold, der 2015 in Roth triumphiert hatte. "Es war so geil, hier reinzulaufen", schwärmte Frommhold. Komplettiert wurde der deutsche Dreifach-Erfolg bei den Männern von Felix Hentschel, der nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 170 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen (+11:53) ins Ziel einlief. Aufgrund von Baumaßnahmen war die Radstrecke um zehn Kilometer verkürzt worden.

Durch Corona stark eingschränkt

Die Corona-Pandemie verwandelte das Rennen, das in den vergangenen Jahren rund 200.000 Besucher angezogen hatte, teilweise in eine Geisterstrecke. Auch die Starterzahl war deutlich reduziert: Mit 1500 Einzelstartern und 320 Staffeln traten am Sonntag weniger als die Hälfte der geplanten Triathleten gegeneinander an.

Nicht bei allen lief es rund

Für den deutschen Mitfavoriten Sebastian Kienle war der Wettkampf schneller vorbei als erwartet. "Es ist den ganzen Tag nicht rund gelaufen. Ich hatte noch Probleme mit meiner Achillessehne. Wenn ich den Sport weiter betreiben will, musste ich aussteigen", sagte der niedergeschlagene Weltmeister von 2014 nach seiner Aufgabe und ließ ein Karriereende offen: "Es gibt schon paar Baustellen", gestand er.
Lange hatte sich den gesamten Wettkampf über im Spitzen-Trio festgebissen. Mit rund drei Minuten Rückstand auf den Führenden wechselte der gebürtige Hesse zeitgleich die Laufschuhe mit Frommhold und startete in seine Paradedisziplin, das Laufen. Bei rund 25 Grad in Roth rannte Lange am Main-Donau-Kanal seinen Landsmännern dann problemlos davon und verdiente sich die Bierdusche im Ziel.
Anne Haug hatte sich bereits früh auf der Radstrecke an die Spitze des Feldes gesetzt. Unentwegt wuchtete sich die Triathletin im Wiegetritt die Anstiege hinauf und konnte ihren Vorsprung beim abschließenden Marathon noch einmal deutlich vergrößern.

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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