Akute und chronische Schmerzen

Schmerztherapie – wenn eine kausale Behandlung nicht ausreicht

Schmerz gehört zu den frühesten Symptomen, für die Menschen Behandlungsmöglichkeiten suchten. Bereits die alten Griechen setzten den Saft der Weidenrinde (dessen Wirkstoff wurde später als Salicylsäure identifiziert) gegen Fieber und Schmerzen aller Art ein. Dass es neben dem akuten Schmerz – als Folge einer Verletzung oder Erkrankung – auch einen chronischen Schmerz gibt, der eigene Behandlungsformen erforderlich macht, wurde erst im 20. Jahrhundert entdeckt und führte in den 40er Jahren zur Gründung der ersten Schmerzklinik in den USA. Bei uns in Deutschland gibt es solche schmerztherapeutischen Einrichtungen erst seit den 70er Jahren.
Im Gegensatz zum akuten Schmerz, der sich in der Regel durch eine kausale Behandlung seiner Ursache lindern und beseitigen lässt, ist bei einem chronischen Schmerz zusätzlich zu der kausalen Behandlung auch die Linderung bzw. Beseitigung der Folgen zu berücksichtigen. Hierfür ist ein interdisziplinäres Schmerzmanagement von entscheidender Bedeutung.

Möglichkeiten der Schmerztherapie
Pharmakotherapie: Das Verabreichen von Medikamenten unterschiedlicher Substanzklassen und mit unterschiedlichem Wirkungsgrad stellt die klassische Behandlungsmethode bei Schmerzen dar.
Anästhesieverfahren: Innerhalb eines begrenzten Zeitraums können in der Akut-Schmerztherapie auch Anästhesieverfahren (Lokalanästhesie, Kälteanästhesie oder Allgemeinanästhesie/Narkose) zur Anwendung kommen.
Physiotherapeutische/physikalische Maßnahmen: Durch bestimmte Massagetechniken kann über die Reflexbögen Einfluss auf die zugeordneten inneren Organe genommen werden, was zu einer besseren Durchblutung und zu einer Muskelentspannung führt. Auch durch die Thermotherapie (Wärme- oder Kälteanwendungen) und durch die Elektrotherapie lassen sich Schmerzen behandeln.
Akupunktur: Die Akupunktur ist, ebenso wie die Akupressur, ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin und geht davon aus, dass in unserem Körper Lebensenergie zirkuliert. Ist dieser Fluss blockiert, so treten Schmerzen oder Erkrankungen auf. Durch Akupunktur (oder Akupressur) soll der gestörte Energiefluss wieder ausgeglichen werden.
Psychotherapie: Die Angst vor dem Wiederauftreten des Schmerzes hat das Vermeiden (vermeintlich) schmerzauslösender Bewegungen zur Folge und führt letztlich zu einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten von Bewegung überhaupt. Das wiederum bewirkt eine dysfunktionale Schwächung der Muskulatur. Häufig führen chronische Schmerzen auch zu Depressionen, die ihrerseits die Schmerzen verstärken können. So kann es zum Teufelskreis des Schmerzes kommen, der durch unterschiedliche Methoden der Psychologischen Schmerzbewältigung durchbrochen werden kann.
Multimodalen Schmerztherapie: Hierbei handelt es sich um eine mehrwöchige interdisziplinäre Behandlung, bei der medizinische, physiotherapeutische und psychologische Behandlungen sinnvoll miteinander kombiniert werden. Sie wird auch im Algesiologikum Medizinisches Versorgungszentrum angewandt.

Autor:

Die EXPERTEN Redaktion aus Nürnberg

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