Das neue Tiefdepot des Germanischen Nationalmuseums entsteht
Bildergalerie: Besuch auf Nürnbergs Mega-Baustelle!

Das neue Tiefdepot des Germanischen Nationalmuseum entsteht (September 2018).
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  • Das neue Tiefdepot des Germanischen Nationalmuseum entsteht (September 2018).
  • Foto: GNM/Florian Kutzer
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NÜRNBERG (nf) - Die zur Zeit wohl spektakulärste Baustelle Nürnbergs liegt mitten im Klosterhof des Germanischen Nationalmuseums – umgeben von mittelalterlichem Kreuzgang, von ehemaliger Klosterkirche und kleinem Kreuzgang. In diesem hochsensiblen Umfeld läuft gerade der Mega-Bau - es geht 21 Meter in die Tiefe! Die Gesamtbaukosten betragen 39.800.000 Euro, fertig soll das neue Tiefdepot schon im nächsten Jahr sein. Der MarktSpiegel begibt sich mit dem Baukoordinator des Germanischen Nationalmuseums Florian Kutzer weit in Nürnbergs Untergrund zum Baustellen-Rundgang.

Der gigantische Neubau reicht fünf Etagen tief in den Boden und unterkellert fast den gesamten Großen Klosterhof, den Innenhof des Museums. Dadurch entsteht eine zusätzliche Depotfläche von rund 3.700 Quadratmetern. Vier Stockwerke sind als Depot für Museumsobjekte vorgesehen, das fünfte wird eine moderne Technikzentrale mit Versorgungsanlagen für das gesamte Museumsareal beherbergen.

Im September 2019 konnte Richtfest gefeiert werden – nun beginnt der Innenausbau. Im Spätsommer 2021 sollen erste Objekte eingebracht werden. „Im Tiefdepot ist unser kulturelles Erbe für Jahrhunderte sicher gelagert. 
Der Bau ist aber auch von zentraler Bedeutung für die weitere Sanierung des Gebäudebestandes des Museums“, betont Generaldirektor Prof. Dr. Daniel Hess.

Das Tiefdepot entsteht mittels der sogenannten Deckelbauweise, erklärt Architekt Florian Kutzer. ,,Zunächst wurde als äußere Begrenzung eine Bohrpfahlwand erstellt, bestehend aus 186 ca. 26 Meter tief in den Boden reichenden Betonpfählen. Es folgte die Betonierung der obersten Decke, um die ,Außenwände' stabil zu halten. Durch Öffnungen in der Betonplatte huben Bagger das darunter liegende Erdreich aus, so dass nach und nach die Decke des zweiten und anschließend des vierten Untergeschosses betoniert werden konnten. Im Herbst 2019 war die Gründungssohle in 21 Metern Tiefe erreicht."

Seitdem haben Arbeiter die Zwischendecken des dritten und fünften Untergeschosses eingezogen und die Öffnungen in allen Decken geschlossen. Auf die oberste Decke, das Dach des Depots, wurde eine zusätzliche, zum Rand geneigte Betonschicht gegossen, die Regenwasser seitlich ablaufen lässt. Der Baukörper mit seinen Außenmaßen von rund 50 x 27 Metern bietet größtmöglichen Schutz für die Sammlungsobjekte, obwohl er 11 Meter tief im Grundwasser liegt. Zur Sicherheit gegen Feuchtigkeit werden alle Depots durch einen umlaufenden Flur von der Außenwand entkoppelt. Dieser dient zudem als Klimapuffer zwischen Gebäudeaußenwand und Depots. Die relativ konstante Temperatur des Grundwassers gewährleistet ein stabiles Raumklima und einen geringen Energiebedarf bei der Raumluftkonditionierung.

In jeder Etage teilen gemauerte Zwischenwände die knapp 1.000 Quadratmeter große Fläche in einzelne Räume. In ihnen werden später die Kunstwerke, nach Gattungen gegliedert, verwahrt. Zusätzlich sind Räume zum kurzzeitigen Begutachten von Objekten, ihrer Reinigung und Inventarisierung vorgesehen. Die Putzarbeiten sind abgeschlossen, Maler und Estrichleger haben mit ihrer Arbeit begonnen.

Ende Juni 2020 beginnt der technische Ausbau: Elektroleitungen können verlegt, Sanitär- und Heizungsanlagen sowie die Raumlufttechnik installiert werden. Parallel werden Schienen für Kompaktanlagen in Böden und Decken eingelassen.

Bis zum Herbst läuft die Feinplanung der „Inneneinrichtung“: Wie viele Meter an Regalen, Kompaktanlagen und Hängegittern müssen bestellt werden, wie viele Möbelpodeste und Schubläden werden gebraucht? Bis Ende des Jahres muss außerdem die Anzahl und Größe an säurefreien Archivkartons und die Menge an Seidenpapier und Luftpolsterfolie zum Verpacken kalkuliert sein.

Das Tiefdepot wird zunächst als „Zwischendepot“ für Exponate der Dauerausstellung aus dem sogenannten Süd- und dem Südwestbau genutzt. Dieser an die südliche Stadtmauer grenzende Gebäudetrakt aus der Zeit um 1900 und den 1960er Jahren muss dringend saniert werden. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen, die Gelder sind bewilligt. Ab Spätsommer 2021 wird der vierstöckige Gebäudeflügel ausgeräumt, der in seinem Erdgeschoss die einzigartige Sammlung an Musikinstrumenten beherbergt, in weiteren Geschossen Gemälde und kunsthandwerkliche Objekte des 19. Jahrhunderts, Textilien und die volkskundliche Dauerausstellung. Nach der Sanierung wird der Trakt mit neuem Konzept wiedereröffnet und das Tiefdepot seiner langfristigen Nutzung zukommen.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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