Einigung über das ehemalige Quelle-Versandzentrum erzielt

Seit 2009 ging auf dem ehemaligen Quelle-Areal nichts mehr voran. Das zweitgrößte Baudenkmal Deutschlands wurde zwischengenutzt. Jetzt gibt es Zukunftspläne.
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Gemeinsame Entwicklungsziele vereinbart +++ 250.000 Quadratmeter große Immobilie wird ein Mix aus Wohnen, Gewerbe, Kultur und Hotelerie +++ Neues Leben für Deutschlands zweitgrößtes Baudenkmal

NÜRNBERG (pm/nf) - Heute (17. August 2018) hat die Stadt Nürnberg mit dem neuen Eigentümer des ehemaligen Quelle-Versandzentrums, der GERCHGROUP aus Düsseldorf, eine vertragliche Vereinbarung abgeschlossen, in der sich Investor und Stadt auf gemeinsame Entwicklungsziele für das Areal verständigen. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung des ehemaligen Versandzentrums gemacht.

Schon bald nach der Quelle-Insolvenz im Juni 2009 begannen die Überlegungen, wie die mit rund 250.000 Quadratmeter Geschossfläche zweitgrößte leerstehende Gewerbeimmobilie in Deutschland nach dem Flughafen Berlin-Tempelhof wieder mit neuem Leben gefüllt werden könnte. Die Stadt Nürnberg plädierte für den Erhalt der interessanten denkmalgeschützten Architektur und war offen für einen breiten Nutzungsmix im Gebäude.

Handelsflächen wurden allerdings strikt auf die Größenordnung des ehemaligen Quelle-Kaufhauses begrenzt. Mehrere Entwickler – zuletzt Sonae Sierra – versuchten auf dieser Grundlage eine Reaktivierung. Die Fokussierung der Konzepte auf Handel erschwerte jedoch einen Nutzungsmix, der für das Gebäude insgesamt tragfähig sein kann. Mit dem Verkauf des Versandzentrums an die GERCHGROUP ergeben sich nun ganz neue Möglichkeiten, da das Unternehmen zur Revitalisierung einen Nutzungsschwerpunkt auf Wohnen setzen wird.

Damit bekommt auch der Nürnberger Westen ganz neue Perspektiven, die mit den Vorstellungen der Stadt Nürnberg im Einklang stehen. Diese Entwicklungsziele wurden nun vertraglich zwischen Stadt und Investor gesichert. Die wesentlichen Inhalte der Vereinbarung sind:

• Im Versandzentrum selbst liegt der Nutzungsschwerpunkt beim Wohnen mit bis zu 190.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche (BGF).

• Ergänzend dazu entsteht auf dem ehemaligen Parkplatz hinter dem Heizhaus geförderter Wohnungsneubau mit 10.000 bis 15.000 m2 BGF.

• Darüber hinaus gibt es im Versandzentrum Möglichkeiten für kulturelle, gesundheitliche, sportliche, soziale und sonstige gewerbliche Nutzungen, Büro-, Geschäfts- und Verwaltungsnutzungen, ein Hotel mit bis zu 250 Betten sowie Möglichkeiten für Unternehmen aus dem Startup-Bereich und der Kultur- und Kreativwirtschaft. Der tatsächliche Nutzungsmix dafür wird im weiteren Verfahren festgelegt.

• Der Investor errichtet die erforderliche Infrastruktur wie zum Beispiel Kita-Plätze im Gebäude beziehungsweise finanziert diese anteilig.

• Der Einzelhandel wird beschränkt auf 18.851 Quadratmeter Verkaufsfläche. Das entspricht der Größe des ehemaligen Quelle-Kaufhauses.

• Das Heizhaus wird für das Quellkollektiv gesichert.

• Im Umfeld des Versandzentrums werden Fuß- und Radwege sowie eine Grünverbindung zum Leiblsteg und der Anschlussflächen des Quelleparks gesichert. Die oberirdischen Flächen an der Fürther Straße und an der Wandererstraße werden ebenso begrünt wie die Innenhöfe. Die Anbindung zum Pegnitzraum wird verbessert.

• Außerdem hat sich die Stadt Nürnberg die Werbeflächen am Quelle-Turm für die Kulturhauptstadtbewerbung gesichert.

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly erwartet, dass mit der Vereinbarung die Basis zur Wiederbelebung des Quelle-Gebäudes gesetzt ist: „Mit dieser Vereinbarung legen wir den Grundstein für ein neues und interessantes innerstädtisches Quartier. Ein Wohnungsmix vom preiswerten geförderten Wohnungsbau bis zu attraktiven Lofts – und das in zentraler Lage mit U-Bahnanschluss im Haus und allen Angeboten im Wohnumfeld. Das ist ein wichtiger Impuls weit über den Nürnberger Westen hinaus“.

Auch Bürgermeister Christian Vogel ist erleichtert: ,,Das ist eine gute Entscheidung für ganz Nürnberg, insbesondere für den Nürnberger Westen. Der bisherige Quelle-Turmkönnte dabei schon bald ein Wahrzeichen für die Nürnberger Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 sein."

Auch Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich sieht in der Vereinbarung einen wichtigen Entwicklungsimpuls für Nürnberg: „Der von GERCH gewählte Ansatz, quasi eine Stadt in Deutschlands zweitgrößtem Baudenkmal zu errichten, ist der richtige Weg, sich diesem Objekt zu nähern. Nürnbergs boomender Wohnungsmarkt wird profitieren, die sozialen Folgeeinrichtungen sind gesichert und das Gebäude wird ein komplett neues, grünes Umfeld erhalten. Für die Stadt ist das ein Glücksfall.“

Wirtschafts- und Wohnungsreferent Dr. Michael Fraas begrüßt das Engagement der GERCHGROUP in Nürnberg: „Hier kommt ein Profi mit bundesweiter Expertise in großen Quartiersentwicklungen. Die GERCHGROUP baut dringend benötigte Wohnungen in diversen Preisniveaus. Gleichzeitig erfolgt ein spannender Nutzungsmix einschließlich Gewerbe, der auch Unternehmen aus dem Startup-Bereich wie der Kultur- und Kreativszene Chancen bietet. Die Sicherung des Heizhauses für Kultur- und Kreativwirtschaftsnutzungen ist bereits ein erstes Signal.“

CSU-Fraktionsvorsitzender Marcus König: ,,Wir sind froh und erleichtert, dass die Verhandlungen zwischen der Stadt Nürnberg und der GERCHGROUP so schnell und einvernehmlich abgeschlossen werden konnten. Jetzt kann das Areal endlich einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Es ist gut, dass man mit der GERCHGROUP nun einen Eigentümer hat, der das Gebäude ohne Schwerpunkt auf einer riesigen Shopping-Mall entwickeln wird. Die CSU hat immer den Standpunkt vertreten, dass die Stadt an dieser Stelle nicht weich werden darf."

Seit 2009 ging auf dem ehemaligen Quelle-Areal nichts mehr voran. Das zweitgrößte Baudenkmal Deutschlands wurde zwischengenutzt. Jetzt gibt es Zukunftspläne.
Die Stadt Nürnberg hat sich die Werbeflächen am Quelle-Turm für die Kulturhauptstadtbewerbung gesichert.
Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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