Fair Toys Organisation plant Gütesiegel
Organisation für faires Spielzeug kommt voran

Der Geschäftsführer vom Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI), Ulrich Brobeil.
  • Der Geschäftsführer vom Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI), Ulrich Brobeil.
  • Foto: picture alliance / dpa/Archivbild
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NÜRNBERG (dpa/lby) - Spielzeug, bei dem die Hersteller in den Fabriken Arbeitsrechte und Sozialstandards einhalten - das will die Fair Toys Organisation in Nürnberg erreichen. Ein halbes Jahr nach ihrer Gründung sei diese auf einem guten Weg, sagte Vorstandsmitglied Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero. "Es läuft besser und schneller, als wir dachten." Ein Siegel für faires Spielzeug könnte die Organisation erstmals in ein bis zwei Jahren verleihen.

Verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Christliche Initiative Romero und Mission Eine Welt, der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) und Spielzeugunternehmen haben die Fair Toys Organisation ins Leben gerufen. Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt die Initiative. "Das Neue ist, dass wir die Verantwortung vom Auftraggeber in den Mittelpunkt rücken", erläuterte Pflaum. Dabei nehme die Fair Toys Organisation die ganze Lieferkette in den Blick.

Das Ethical Toy Program etwa und andere bestehende internationale Zertifikationssysteme konzentrierten sich dagegen nur auf die Arbeitsbedingungen in den Spielzeugfabriken. Mithilfe von Kontrollen Missstände aufzudecken reiche aber allein nicht, sagte Pflaum. Man müsse auch bei den Ursachen dafür ansetzen. Für 14-Stunden-Tage in Fabriken seien zum Beispiel oft zu knapp bemessene Lieferzeiten verantwortlich. Die Spielzeugunternehmen müssten die Aufträge daher so vergeben, dass die Produzenten diese erfüllen könnten, ohne Arbeitsrechte zu verletzen.

"Wir wollen gemeinsam die Arbeitsbedingungen verbessern", sagte DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil. Ein Siegel wie Fairtrade oder der Grüne Knopf für Kleidung gebe es für Spielwaren bisher nicht.

Die Fair Toys Organisation will ein solches Siegel an Unternehmen vergeben, die nach Angaben von Pflaum einen mehrstufigen Prozess durchlaufen haben. Dafür müssen sie unter anderem ihre Hersteller in Arbeitsrechten schulen und ein Beschwerdesystem für die Arbeiterinnen und Arbeiter einführen. Das Siegel sollen die Unternehmen für ein Jahr bekommen. Danach müssen sie sich erneut überprüfen lassen.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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