Über die Optik der Nürnberger Marktbänkla auf dem Hauptmarkt wird heiß diskutiert

Debatte um die neuen Marktbänkla. Entweder dafür oder dagegen, die Meinungen gehen auseinander.
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  • Debatte um die neuen Marktbänkla. Entweder dafür oder dagegen, die Meinungen gehen auseinander.
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Ruheplätze auf dem Hauptmarkt: Ist das jetzt schön oder einfach nur praktisch? +++ Wirtschaftsreferent: Ruhig bleiben, entschieden wird jetzt noch gar nichts!

NÜRNBERG (nf) - Grundsätzlich sind Sitzgelegenheiten auf dem Hauptmarkt eine gute Idee. Die Meinungen über die Art der Bänke und Stühle gehen allerdings auseinander. Sind die ,,Bierzelt-Garnituren“ und ,,Gartenstühle“ wirklich die geeignete Optik für Nürnbergs zentralsten Ort oder sieht das eher nach einem nicht ganz durchdachten Schnellschuss aus? Was oft nicht wahrgenommen wird: Die Sitzgelegenheiten heißen ,,Nürnberger Marktbänkla“ und gehören thematisch zur ,,Qualitätsoffensive Wochenmarkt Hauptmarkt“ – und zu den Marktständen passen sie vielleicht doch ganz gut? Außerdem: Weitere Stuhl-Modelle werden getestet, was dann am besten gefällt, darf bleiben.

Zur Diskussion stehen 16 Stühle, acht Bänke, vier Tische - sie dürfen übrigens nach Belieben verschoben werden. Die harsche Kritik: Die Sitzgelegenheiten stehen verloren in der prallen Sonne, weil schattenspendende Bäume fehlen. Der Hauptmarkt wird zum Biergarten herabgewürdigt. Halbherzige Aktion, unästhetisch und provinziell. Bänke und Stühle passen nicht zusammen.

Doch in erster Linie dienen die Sitzgelegenheiten dazu, den Wochenmarkt attraktiver zu gestalten. Dort können sich Wochenmarktkunden aber auch andere Passanten hinsetzen, um beispielsweise am Markt gekaufte Speisen und Getränke zu verzehren, sich auszuruhen, sich zu unterhalten oder einfach den Platz auf sich wirken lassen. Es gibt keinen ,,Konsumzwang". Man darf sich selbstverständlich auch hinsetzen, wenn man nichts auf dem Markt gekauft hat.

Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas sieht das so: ,,In einer Testphase bis Anfang September wollen wir ausprobieren, ob und welche die Sitzmöglichkeiten von den Passanten und der Marktkundschaft angenommen werden und wie sie ins Gesamtbild des Hauptmarkts passen, also auch die ästhetische Wirkung. ‎Die jetzt aufgestellten Stühle sind nach meinem Empfinden in einem zurückhaltenden und doch wertigem Design. Wichtig bei deren Auswahl war, dass sie robust sind, aber auch stapelbar und nicht zu schwer. Denn am Abend bei Marktschluss werden die Stühle von den Markthändlern weggeräumt. Die Tisch- und Bankgarnituren (das Marktamt nennt sie Nürnberger Marktbänkla) bieten beispielsweise Gruppen und Familien die Möglichkeit, sich zusammen an einen Tisch zu setzen. Die Bänke haben Rückenlehnen, und die Konstruktion ihrer Füße erschwert ein Kippen nach hinten. Zu den Tisch- und Bankgarnituren gab es bereits kritische Stimmen. Ja, diese Bierbank-Garnituren wirken eher rustikal, passen daher zu einem Wochenmarkt. Es sind aber gerade mal vier Garnituren! Sie dominieren also nicht den ganzen Hauptmarkt. Auf dem Münchner Viktualienmarkt stehen wesentlich mehr solcher Garnituren.“

Fraas weiter: ,,Es ist richtig, wenn jetzt kontrovers diskutiert wird, Denn die Geschmäcker und Erwartungen sind unterschiedlich. Und ich kann beruhigen: Entschieden ist jetzt, nach so kurzer Zeit der Testphase, noch gar nichts. Jetzt gilt es einfach, auszuprobieren. Es werden in den nächsten Wochen weitere Stuhl-Modelle getestet. Und Anfang September ziehen wir Bilanz, welches Modell künftig aufgestellt wird oder ob wir sogar noch eine weitere Testphase machen müssen.‎ Bei der gesamten bisherigen Qualitätsoffensive Wochenmarkt Hauptmarkt hat sich gezeigt, dass man einen Wochenmarkt nicht komplett am grünen Tisch konzipieren kann, sondern man muss sich rauswagen und einfach ausprobieren - trial and error. ‎Ein Wochenmarkt ist etwas Lebendiges. Und er ist nichts statisches - man kann jederzeit etwas ändern, wenn es sich etwas als negativ herausstellt. Ich selbst bin in den letzten Tagen einige Male auf den Stühlen gesessen. Es hat schon etwas und bietet eine völlig neue Perspektive, wenn man im Sitzen auf die Frauenkirche blickt und diese auf sich wirken lässt. Die Frauenkirche wirkt auf mich dann majestätisch und erhaben. ‎Das ist etwas ganz anderes, als wenn man auf dem Hauptmarkt steht oder läuft. Interessant ist auch zu beobachten, wie die Menschen mit den Stühlen umgehen. Da bildet eine Gruppe einen Stuhlkreis. Andere Passanten wollen lieber allein oder zu zweit sitzen und rücken ihren Stuhl von den anderen weg. Während der großen Hitze sind die Stühle zur Mittagszeit oder am frühen Nachmittag natürlich weniger frequentiert. Kurzum: Es bleibt spannend.“

Dankbar ist der Wirtschaftsreferent den Marktkaufleuten. Sie haben die Qualitätsoffensive Wochenmarkt Hauptmarkt von Anfang an pro-aktiv mit gestaltet. Sie sorgen immer wieder auch bei uns in der Stadtverwaltung für den heilsamen ,,Praxisschock". Wer bei Wind und Witter - bei Sommerhitze im August wie bei winterlicher Kälte im Januar - von frühmorgens bis spätabends draußen an seinem Stand steht, weiß wovon er spricht. Zudem bringen die Marktkaufleute nicht nur den Wochenmarkt Hauptmarkt zum Leben, sondern sie zahlen ihn auch mit ihren Marktgebühren. Auch die Stühle und Bank-Garnituren werden aus diesem Gebührenaufkommen bezahlt. Daher achtet das Marktamt darauf, dass die Stühle ordentlich, aber auch bezahlbar sind. Lob sprach Dr. Michael Fraas seinen Fachleuten vom Marktamt für ihr Engagement bei der Qualitätsoffensive aus. Das gelte natürlich auch für die beiden Citymanager, die den gesamten Prozess moderieren werden.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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