Wegen Arbeitsplätzen: ver.di und Wöhrl im Clinch

Nach Angaben des Unternehmens, sei es seit Beginn des Verfahrens Ziel gewesen, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern.
  • Nach Angaben des Unternehmens, sei es seit Beginn des Verfahrens Ziel gewesen, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern.
  • Foto: Nicole Fuchsbauer
  • hochgeladen von Redaktion MarktSpiegel

REGION (nf) - Auf dem gewerkschaftlichen InfoBlog verdi-woehrl.blogspot.de berichtet ver.di (verantwortlich zeichnet der ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bundesvorstand) speziell über Neuigkeiten im Zusammenhang mit der Insolvenz des Unternehmens Wöhrl.

So auch, dass es ver.di und ver.di Aktiven ist zu verdanken sei, dass die Wöhrlianer der bayerischen Schließungsfilialen in Roth, München PEP und Nürnberg Langwasser weiterhin einen Arbeitsplatz hätten. Durch den Druck der Gewerkschaft, der Mitarbeitervertreter und der Öffentlichkeit habe die Firma Wöhrl allen betroffenen bayerischen MitarbeiterInnen Ende Dezember ein Weiterbeschäftigungsangebot gemacht. Der Unternehmer hätte noch Mitte Dezember an seinem Vorhaben festgehalten, alle Mitarbeiter der Schließungsfilialen zu entlassen und sie nach oft jahrzehntelanger Firmentreue ohne Transfermaßnahmen oder Abfindungen in die Arbeitslosigkeit zu schicken - so ist auf dem Blog zu lesen.

Dieser Darstellung - vor allem in den Medien - widersprach jetzt der Vorstand der Rudolf Wöhrl AG ganz entschieden. Die Übernahme von nahezu allen 100 Beschäftigten aus den drei zur Schließung anstehenden Filialen in Bayern in andere Filialen des Modeunternehmens sei nicht das Ergebnis von ver.di-Aktivitäten. Vielmehr entspräche dieser Erfolg der grundsätzlichen Linie des Vorstandes, die Auswirkungen des laufenden Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung auf die Mitarbeiter zu minimieren.

Fakt sei, so eine Pressemitteilung des Unternehmens weiter, dass der Vorstand bereits im Oktober 2016 angekündigt habe, dass den betroffenen Beschäftigten die Möglichkeit eingeräumt werde, sich auf freie Stellen in benachbarten Filialen zu bewerben. Seit Beginn des Verfahrens sei es das erklärte Ziel des Vorstandes, das Unternehmen möglichst als Ganzes zu erhalten und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern. Die Übernahme von rund 100 Mitarbeitern aus den Schließungsfilialen in benachbarte Wöhrl-Standorte resultiere ausschließlich aus den Fortschritten des Unternehmens in der Sanierung und stehe somit in keinem Zusammenhang mit Aktivitäten von ver.di.

Dr. Christian Gerloff, Restrukturierungsvorstand der Rudolf Wöhrl AG: „Mit großem Erstaunen haben wir die Darstellung von ver.di wahrgenommen. Die Gewerkschaft betreibt offensichtlich Legendenbildung und will sich wieder einmal auf Kosten von WÖHRL profilieren. Tatsächlich ist die Möglichkeit zur Übernahme von Mitarbeitern seit jeher ein Angebot des Unternehmens gewesen. Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Angebot allen betroffenen Beschäftigten in Bayern machen und damit so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten können. Ver.di hat diesen Prozess in den vergangenen Monaten mit seinen Aktionen eher behindert. Ein verantwortliches Verhalten bei unserem Bestreben, WÖHRL eine Zukunftsperspektive zu geben, sieht jedenfalls anders aus.“

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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