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Annäherung an Nürnbergs größten Sohn

Ein spannender Rundgang durch das Albrecht-Dürer-Haus

Innerhalb der europäischen Kulturgeschichte ist Albrecht Dürer für die Bildende Kunst das, was Johann Wolfgang von Goethe für die Literatur und Johann Sebastian Bach für die Musik sind. Dass sich sein Wohn- und Sterbehaus (in der Albrecht-Dürer-Straße 39) über alle Widrigkeiten und die Kriegszerstörung der Nürnberger Altstadt erhalten hat, ist ein großer Glücksfall.

Seit der Eröffnung des Dürer-Hauses 1828 als weltweit erste Künstler-Gedenkstätte hatten und haben allerdings alle musealen Präsentationen damit zu kämpfen, dass die Besitzer des Hauses jahrhundertelang wechselten und deshalb nichts mehr von Dürer selbst erhalten blieb. Um diesen Makel auszugleichen wurde das Albrecht-Dürer-Haus von 2010 bis 2014 im Rahmen einer durchgreifenden Neukonzeption neu „zum Sprechen gebracht“. Seither vermittelt es den Besuchern im Rahmen eines Rundgangs einen hochinteressanten Überblick über Leben, Werk und Wirkungsgeschichte dieses Ausnahme-Künstlers. Den Auftakt des Rundgangs bildet die Präsentation im Erdgeschoss des Anbaus: „Digitaler Dürer“ und die Inszenierung des berühmten „Selbstbildnisses im Pelzrock“.
Mit der Kammer (das sogenannte Schlafzimmer), die Alt- und Neubau im 1. Obergeschoss miteinander verbindet, betreten die Besucher dann den historischen Teil des Museums. Hier erläutern vier Leuchttafeln die wichtigsten Seiten des Menschen Albrecht Dürer, sein Ausnahme-Künstlertum, seine humanistisch-wissenschaftlichen Neigungen und sein Verhalten als Christ der Reformationsepoche.
Im Flur des 1. Obergeschosses präsentiert sich eine interaktive Medienstation mit großem Touchscreen. Sie ist dem Thema „Dürer – ein europäisches Phänomen“ gewidmet. Zunächst erläutert eine Europakarte Dürers Reiseziele, während die zweite Stufe der Annäherung das Heilige Römische Reich Deutscher Nation thematisiert, ehe auf der dritten Ebene ein Plan der historischen Altstadt Nürnbergs Dürers Nachbarschaft und sein Lebensumfeld in Wort und Bild ausgebreitet.
Im ersten der beiden historistisch ausgestatteten „Wanderer“-Zimmern erwarten die Besucher zunächst fünf Leuchttafeln, die die herausragende Rolle der großen Dürer-Jubiläen für den Dürer-Kult erläutern. Auch ein zeitgenössisches Bronze-Modell des Dürer-Denkmals von 1828/40 ist hier effektvoll in Szene gesetzt. Im zweiten „Wanderer“-Zimmer wird mit Hilfe einer Medienstation der „Mythos Dürer“ von seinen Lebzeiten bis in die unmittelbare Gegenwart erzählt.
Den krönenden Abschluss des Rundganges bietet im Flur des 2. Obergeschosses die „virtuelle Gemäldegalerie“. Hier wird deutlich, dass das Phänomen Dürer nicht im „luftleeren Raum“ vorstellbar ist. Vielmehr waren die Jahrzehnte um 1500 in ganz Europa eine Epoche der großen Genies. Auf drei interaktiven Großmonitoren, die als gerahmte Gemälde inszeniert wurden, sind Dürers berühmteste Zeitgenossen in Deutschland, Italien und den Niederlanden mit ihren wichtigsten Gemälden als hochaufgelöste Digitalisate abrufbar.

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