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Oberpfälzer Freilandmuseum

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Geschichte erleben in traumhafter Umgebung

Das 1986 eröffnete Freilandmuseum Neusath-Perschen zählt zu den großen bayerischen Freilichtmuseen und ist aufgrund seiner reizvollen Lage, der Pflege der Kulturlandschaft, der Schönheit seiner Gebäude und nicht zuletzt wegen des im Museum stattfindenden Lebens eines der attraktivsten Freilichtmuseen in Deutschland. Der Bezirk Oberpfalz, der Träger dieser Institution ist, hat es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, den Besuchern das Leben auf dem Lande vor hundert Jahren vertraut zu machen, sondern auch die umgebende Kulturlandschaft, in der Bäche noch frei fließen dürfen, Vögel ihre Nester in den Hecken am Feld bauen dürfen, wo es fette und magere Wiesen gibt und der Flachs leuchtend blau blüht.
Besonders die Kinder sind begeistert von den vielen Tieren im Museum, denn auch auf dem Lande sind heutzutage kaum mehr Tiere außerhalb der Ställe zu sehen.
Einen wichtigen Teil in der Museumsarbeit nimmt inzwischen die Umweltbildung ein. Da alle natürlichen Voraussetzungen hier noch stimmen, kann Biodiversität der Pflanzen und Tiere den Besuchern vermittelt werden. In den Gärten wachsen alte Nutzpflanzen, die heute kaum noch bekannt sind.
Die Häuser im Freilandmuseum stammen aus gesamten Oberpfalz. Im Stiftlanddorf ist der Einfluss des böhmischen Fachwerks genauso spürbar, wie im Juradorf des fränkischen. Im Waldlerdorf herrscht die Blockbauweise vor, wie man sie auch aus anderen waldreichen und bergigen Gebieten kennt. Im Naabtaldorf baute man früh mit Feldsteinen.
Die Häuser spiegeln auch die soziale Stellung der Bewohner wider. In den beiden Hüthäusern zum Beispiel wohnten die Hirten, die oft in unvorstellbare Armut auf kleinstem Raum mit großer Kinderschar zusammen lebten. In vielen Häusern haben typisch ländliche Handwerker gewohnt, wie Schmiede, Schuster oder Weber. In der Rauberweihermühle lebte zeitweise ein Adeliger und hier soll angeblich auch eine Weiße Frau zu Hause sein... .Den Ausklang bildet die Raiffeisenhalle, in der vermittelt wird, wie sich die Absatzgebiete und Einkaufsmöglichkeiten der Landbewohner mit Aufkommen der Eisenbahn veränderten, und dass den Problemen der Industrialisierung nur durch die Bildung von Genossenschaften begegnet werden konnte. Die Häuser, die im Freilandmuseum in Neusath stehen, sind in der gesamten Oberpfalz zusammengetragen worden und vor Ort wieder aufgebaut. Zum Museum gehört auch das Bauernmuseum in Perschen, eine 1605 ausgebaute Pfarrhofanlage, die zusammen mit der Kirche und dem mittelalterlichen Karner ein eindrucksvolles Ensemble bildet.

Autor:

Die EXPERTEN Redaktion aus Nürnberg

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