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Rechte und Pflichten von Auszubildenden

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Eine Vielzahl an Gesetzen und Ordnungen regelt den Ausbildungsalltag

Was ein Azubi darf und was nicht, was er tun muss und was nicht, ist gesetzlich genau geregelt. Die Rechte und Pflichten eines Azubis werden durch das Berufsbildungsgesetz BBiG, die Handwerksordnungen, das Jugendarbeitsschutzgesetz, die Ausbilder-Eignungsverordnung und andere Gesetze bzw. Bestimmungen geregelt.

Rechte
Ausbildungsmittel
Auszubildende haben Anspruch auf kostenlose Ausbildungsmittel, wie vor allem Werkzeuge und Werkstoffe, gegebenenfalls auch auf eine Sicherheitsausrüstung.

Ausbildungsziel
Auszubildende müssen keine Arbeiten verrichten, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben, so zum Beispiel private Besorgungen für den Chef, das Putzen der Toilette oder Ersatzarbeit für im Betrieb fehlende Arbeitskräfte.

Freistellung
Der ausbildende Betrieb hat nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) die Auszubildenden für den Berufsschulunterricht bzw. für alle vorgeschriebenen Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte freizustellen. Dies gilt auch für schulische Aktivitäten außerhalb der Unterrichtszeit, beispielsweise für Betriebsbesichtigungen.
Jugend- und Auszubildendenvertretung

Beschäftigt ein Betrieb mindestens fünf Arbeitnehmer, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder ihre Berufsausbildung absolvieren und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind nach dem Betriebsverfassungsgesetz Jugend- und Auszubildendenvertretungen zu wählen. Der Betriebsrat hat die Jugend- und Auszubildendenvertretung zu Besprechungen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat hinzuzuziehen, wenn Angelegenheiten der betreffenden Gruppen vom Betriebsrat behandelt werden.
Kündigungsrecht
Wenn ein Auszubildender die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Tätigkeit ausbilden lassen möchte, gestattet ihm das BBiG, jederzeit das Ausbildungsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen.
Vergütung
Auszubildende haben das Recht auf eine angemessene monatliche Vergütung. Diese Vergütung gilt auch für die Zeit, in der die Azubis am Berufsschulunterricht oder an überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen teilnehmen.

Zeugnis
Nach dem BBiG ist dem Auszubildenden am Ende der Ausbildung zumindest ein einfaches Zeugnis auszustellen, auf sein Verlangen hin auch ein qualifiziertes Zeugnis. Dies bedeutet, dass auch das betriebliche Verhalten und die Leistung zu beurteilen sind.

Pflichten
Anweisungen
Die Auszubildenden haben den Weisungen zu folgen, die ihnen im Rahmen ihrer Berufsausbildung von Ausbildern/innen oder anderen weisungsberechtigten Personen erteilt werden.
Betriebsordnung
Die Auszubildenden haben die für ihre Ausbildungsstätte geltende Betriebsordnung einzuhalten. Diese kann zum Beispiel ein Rauchverbot, allgemeine Vorschriften zum Betreten bestimmter Räume oder das Gebot beinhalten, bestimmte Schutzkleidung zu tragen.
Bewahrungspflicht
Die Bewahrungspflicht bestimmt, dass die Auszubildenden Arbeitsmaterialien, zum Beispiel Werkzeuge, Maschinen und sonstige Einrichtungen, pfleglich zu behandelt haben. Dies gilt auch für Werkzeuge und Werkstoffe, die den Auszubildenden zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen kostenlos gestellt werden.
Krankmeldung
Ein Fernbleiben von der Ausbildung haben die Auszubildenden unverzüglich zu melden und bei Krankheit eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen.
Lernpflicht

Die Hauptpflicht eines Auszubildenden ist die Lernpflicht – analog zur Ausbildungspflicht der Ausbildenden. Das bedeutet, dass die Auszubildenden sich nach besten Kräften – körperlich und geistig – um das Erlernen des von ihnen gewählten Berufs und um den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung bemühen.
Schweigepflicht
Die Auszubildenden sind nach dem BBiG verpflichtet, über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren. Dies gilt insbesondere gegenüber Konkurrenzbetrieben.

Sorgfaltspflicht
Die Sorgfaltspflicht schreibt vor, dass alle Tätigkeiten in Betrieb und Berufsschule ordentlich und zuverlässig ausgeführt werden müssen, dazu gehört auch das ordnungsgemäße Führen schriftlicher Ausbildungsnachweise (Berichtsheft).
Teilnahmepflicht
Für die Auszubildenden besteht nach BBiG die Pflicht, an den Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen, für die sie freigestellt werden. So ist in den Schulgesetzen der Bundesländer beispielsweise auch die Pflicht zum Besuch der Berufsschule vorgesehen.Apropos Berufsschule: Die Auszubildenden sind verpflichtet, ihr Berufsschulzeugnis nicht nur ihren Erziehungsberechtigten sondern auch ihren Ausbildern im Betrieb vorzulegen.

Autor:

Die EXPERTEN Redaktion aus Nürnberg

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