Forderungen werden lauter
Joachim Herrmann stellt Osterurlaub nicht grundsätzlich in Frage

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (l) setzt seinen Mund-Nasenschutz wieder auf.
Foto: Matthias Balk / dpa / Archiv
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NÜRNBERG (dpa/lby/mue) - Seit Wochen sind Lokale und Hotels wegen der Corona-Pandemie geschlossen, nun macht Innenminister Joachim Herrmann erste Hoffnungen für die Osterferien. «Unser Ziel muss es sein, dass an Ostern Gaststätten und Hotels wieder geöffnet sind», sagte Herrmann bei einer Pressekonferenz des Tourismusverbands Franken in Nürnberg.


Ein konkretes Datum für die Wiedereröffnung gebe es noch nicht, meinte der Innenminister. Doch schon jetzt seien die Infektionszahlen in zahlreichen bayerischen Regionen deutlich gesunken. Bis zu Ostern in sechs Wochen könnten die Zahlen noch weiter zurückgehen. Dann sei Inlandstourismus «durchaus vorstellbar.»


Tourismusverbände fordern von der Politik schon seit längerem Perspektiven. «Wir werben mit fester Überzeugung und großem Nachdruck dafür, ernsthaft eine Lockerung aller Betriebe in der Beherbergung, Gastronomie und Freizeitwirtschaft zu Ostern 2021 zu prüfen», heißt es in einem offenen Brief des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee an Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
 Die Umsatzverluste im Tourismus durch den Lockdown werden allein in Oberstdorf bis Mitte März 2021 rund 150 Millionen Euro betragen, heißt es in dem Schreiben; der Tourismusverband Franken sprach von einem Ausfall von rund 2,56 Milliarden Euro von Mai bis September 2020. 
Auch der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) schlägt Alarm: Ein einzelner Stillstandtag im Februar bedeute Umsatzeinbußen von rund einer Million Euro in der Branche. Doch es gehe nicht nur um die Existenz von Seilbahnunternehmen, betonte VDS-Präsident Matthias Stauch. Denn ein Arbeitsplatz bei der Seilbahn schaffe rund fünf weitere Arbeitsplätze in der Region.
 Der Verband verlange «endlich einen klaren Fahrplan von der Politik, der der Wirtschaft eine verlässliche Orientierung bietet», heißt es weiter. «Es fehlt weiterhin an jeglicher Planungssicherheit, es sind keine nachhaltigen Strategien oder Perspektiven erkennbar.»


Bei der nächsten Konferenz Anfang März werden Bund und Länder auch die Gastronomie und Hotels mit in den Blick nehmen, kündigte nun Herrmann an. «Bei uns in Deutschland sehe ich sehr wohl die Möglichkeit, dass wir Inlandstourismus bis zu diesem Zeitpunkt möglich machen», hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) schon erklärt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht dagegen keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern.

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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