Artenvielfalt im eigenen Garten fördern: Wie es geht und warum es wichtig ist

Lilafarbene Blumen sind bei Bienen besonders beliebt. Wer ein paar weitere Dinge beachtet, kann seinen kleinen Beitrag zum Überleben der Bienen leisten.
  • Lilafarbene Blumen sind bei Bienen besonders beliebt. Wer ein paar weitere Dinge beachtet, kann seinen kleinen Beitrag zum Überleben der Bienen leisten.
  • Foto: pixabay.com / castleguard
  • hochgeladen von Marion Fink

SERVICE (ta/fi) - Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind in den letzten Jahren in deutschen Gärten sehr selten geworden. Auch Käfer oder verschiedene Arten von Mücken und Ameisen trifft man immer seltener an. Von einem großen Insektensterben sprechen Forscher sogar, und sie kommen auf sagenhafte 70 % weniger Insekten als noch vor dreißig Jahren. Das besagt eine aktuelle Studie aus dem Oktober 2017 vom NABU. Dabei wurden die Daten nicht einmal inmitten der städtischen Betonwüsten erhoben, sondern in Flussauen, grünen Hainen und Dörfern. Es scheint also als bräuchten die Insekten Unterstützung. Mit der richtigen Gestaltung des Gartens kann man ohne großen Aufwand zumindest einen kleinen Beitrag leisten, um der natürlichen Artenvielfalt wieder etwas auf die Sprünge zu helfen!

Beton alleine ist nicht das Problem

Dass die Insekten in den letzten dreißig bis vierzig Jahren so radikal weniger geworden sind, ist nicht alleine ein Problem der zunehmenden Verstädterung. Denn die Situation ist auf dem Land die Gleiche: Die Insekten verschwinden zunehmend. Forschungen und Studien zu diesem Problem gibt es schon länger, aber so ganz einig ist man sich bezüglich der Gründe für das Insektensterben nicht. Die Insekten reagieren empfindlich auf die zunehmend schlechte Luftqualität inklusive Feinstaub. Das ist kein Geheimnis. Aber die Luftqualität war schon einmal schlechter in Deutschland. Auch der flächendeckende Einsatz von Pestiziden kann das Fehlen der Insekten nicht vollständig erklären. Selbst Verschmutzung der Gewässer und fehlende Grünanlagen können einen derartig massiven Rückgang der Insekten nicht erklären.

Was auffällt: Auch wenn die Landwirtschaft schon vor den 1980er Jahren stark mit dem Einsatz von Chemikalien einherging, sind in den letzten Jahren immer mehr Monokulturen dazugekommen. Monokulturen nennt man es, wenn an einem Ort nur eine Art von Pflanzen wächst. Eine Art von Pflanzen zeiht aber immer nur wenige Insekten an, denn sowohl Insekten als auch Pflanzen sind Spezialisten, die aufeinander angewiesen sind. Mittlerweile zieht es viele Insekten, insbesondere Bienen, Hummeln und Schmetterlinge vom Land in die Städte, weil der Artenreichtum von Pflanzen dort höher ist.
Alle diese Faktoren spielen eine große Rolle für die gesamte Problematik. Die Gründe für das Insektensterben sind demnach sehr komplex. Im Einzelfall kommt noch Schädlingsbefall hinzu. So leiden beispielsweise Bienen besonders unter der Varroamilbe, die sich in der Brut des Bienenstocks entwickelt und vermehrt.

Welche Insekten gibt es im heimischen Garten?

In einem gesunden, artenreichen Garten findet man zahlreiche Insekten. Von Käfern und Ameisen über Wespen und Bienen bis hin zu Hummeln, Schmetterlingen, Motten und Libellen (in Gewässernähe) ist alles dabei. Viele Insekten sind dabei auf eine bestimmte Pflanze oder Pflanzengruppe angewiesen. Andere sind Räuber, fressen also andere Insekten. Fehlen die, haben sie keine Nahrungsgrundlage und bleiben ebenfalls fern. Und damit verschwinden weitere Tiere wie Spinnen und Ameisen, Asseln und ähnliche Aasfresser, die in der Natur durch die Verwertung toter Tiere- und Pflanzenteile für ein gesundes Gleichgewicht sorgen.

Bienenfreundlicher Garten: Das ist besonders wichtig

Der Fortbestand der Menschheit hängt nicht zuletzt von den Bienen ab. Denn die meisten Pflanzen, die wir für die tägliche Nahrung brauchen, können sich nur aufgrund der Bestäubung durch Bienen vermehren. Für die Futterpflanzen der Tiere, die wir als Nahrungslieferanten halten, gilt das ebenso. Ein Bienenfreundlicher Garten unterstützt diese nützlichen, süßen Tierchen. Wer einen solchen Garten anlegen möchte sollte Pflanzen wählen, die diese Insekten besonders gerne mögen. Dazu zählen zum Beispiel: Sonnenblumen, Wildblumenmischungen, Glockenblume, Waldrebe und Lavendel. Diese Pflanzen sind nicht nur gutes Bienenfutter, sondern gleichzeitig auch eine Augenweide. Schmucklauch, Küchenkräuter und Katzenminze machen sich ebenfalls gut und können auch noch anderweitig genutzt werden. Vor allem die Küchenkräuter duften verführerisch und lassen sich zu zahlreichen Gerichten verarbeiten.

Multisensorische Anreize

Insekten sind nicht nur wichtig für die Nahrungsmittelproduktion und das natürliche Gleichgewicht, sondern sie sprechen alle Sinne an. Das vielfältige Summen, Zirpen, Pfeifen und Brummen von Hummeln, Bienen, Fliegen, Käfern und Grillen bildet eine Geräuschkulisse, die sehr entspannend wirkt. Wer zudem das Gefühl eines Schmetterlings auf dem nackten Unterarm schon einmal erlebt hat, weiß, wie faszinierend Insekten sind. Eine Hummel sieht aus nächster Nähe aus wie ein fliegender kleiner Teddybär, und sogar Wespen haben mit ihren schlanken Taillen und dem hochfrequent hörbaren Flügelschlag ganz eigene Reize. Das fasziniert natürlich, und so will man doch gerne die Artenvielfalt der eigenen Grünanlagen bei einem Glas Wein auch auf der Terrasse genießen.

Damit Sie das Summen und Brummen auch bei einer Tasse Tee oder Kaffee und dem morgendlichen Frühstück auf der Terrasse genießen können sind Pflanzkästen und Blumenkübel empfehlenswert. Die meisten Insekten sind nicht so wählerisch, was den genauen Standort der Pflanzen angeht. Sie lassen sich auch dann verführen, wenn die heißgeliebte Futterpflanze im Holzkübel wächst. So können Sie das Treiben der Insekten ganz entspannt im Sitzen beobachten. Wählen Sie für die Gefäße stark duftende Pflanzen. Lassen Sie sich beispielsweise von dem würzigen Duft von Kräutern und dem einzigartigen Duft von Lavendel mit seiner herben und zugleich frischen Note die Sinne umwehen! Übrigens mögen Bienen und Hummeln besonders lilafarbene Blühpflanzen sehr gerne. Diese Insekten sehen im ultravioletten Bereich sehr, sehr gut, so dass ein Lavendelstrauch sie anleuchtet wie uns Menschen eine Neonreklame bei Nacht.

Autor:

MarktSpiegel Service aus Nürnberg

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