Bereits in der römischen Kaiserzeit erlebten Thermen ihre erste Blüte

Thermalquellen werden gerne für therapeutische Zwecke genutzt, da sie reich an gelösten Mineralien sind. Diesen Umstand machten sich bereits in der Antike die Griechen und Römer zunutze, die bereits vor knapp 2.500 Jahren die ersten kleineren Badestuben und Badeanlagen errichteten. Oft waren diese mit Heiligtümern des Asklepios und medizinischen Einrichtungen verbunden. Aus diesen frühen Badeanlagen entwickelten sich – vor allem im aufblühenden römischen Reich – die ersten Thermen, in denen bereits um den Beginn unserer Zeitrechnung eine lebendige Badekultur entstand.

Mit dem zunehmenden Reichtum des römischen Imperiums und einhergehend mit einer verbesserten Technik und Bauweise entstanden in der Folgezeit immer prächtigere und luxuriösere Thermen. Dies führte zu einem regelrechten Wettstreit der römischen Kaiser, die als Zeichen ihrer Macht nicht nur immer neue Gebiete zu unterwerfen gedachten, sondern auch immer größere, monumentalere und luxuriöser ausgestattete Badeanlagen errichteten, die dann auch ihren Namen trugen.

Die Thermen waren aber nicht nur zur Reinigung des Körpers sowie zur Förderung der Gesundheit gedacht, sondern bereits damals Orte der Kommunikation und des Zeitvertreibs. Hier traf man sich, hier entspannte man sich von der Hektik der Stadt und vom Stress des Tages. Bereits die frühen römischen Thermen boten zahlreiche Dienstleistungen, wie etwa Massagen, Gymnastikübungen, Maniküre und Schönheitspflege. Darüber hinaus gab es in den öffentlichen Thermen Bibliotheken, Wandelgänge, Schwimmbäder und Sportanlagen. Die wohl berühmtesten aller römischen Thermen sind die Caracalla-Thermen, die – nach dem gleichnamigen römischen Kaiser benannt – mit üppigsten und prächtigsten Marmorplatten ausgekleidet waren und die Größe eines Palastes hatten. Noch heute vermitteln die stattlichen Ruinen einen Eindruck von der Größe und Pracht dieser Anlage.

Von Rom aus erreichte die Badekultur auch die neu eroberten Provinzen nördlich der Alpen. Dies spiegelt sich in dem Umstand wider, dass bereits kurz nach der Eroberung neuer Gebiete Thermen entstanden. Doch nicht nur die Römer nutzten die sich schnell verbreitenden Thermen, auch die heimische Bevölkerung übernahm die Sitte sehr schnell.

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Die EXPERTEN Redaktion aus Nürnberg

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