Das Pfandhaus als Finanzierungsmöglichkeit

Schnell an Geld kommen, in Notzeiten, ist manchmal nicht so einfach. Es kommt schnell zu ungeplanten Ausgaben – die Waschmaschine ist kaputt und dann kommt noch der Kühlschrank hinzu. Da kann es schon einmal eng werden. Viele denken als erstes daran, Familie und Freunde um eine kleine Finanzspritze zu bitten. Betroffene kommen auch schnell auf die Idee, einen Kleinkredit bei der Hausbank aufzunehmen. Bei diesem entsteht ein höherer Aufwand, da eine Bonitätsprüfung durchlaufen und die SCHUFA-Auskunft eingeholt werden muss. Das Pfandhaus ist da eine gute Alternative, um schnell und einfach an Geld zu kommen.

Wie funktioniert ein Pfandhaus?

Wenn Sie bisher noch nie in einem Pfandhaus waren, haben Sie vielleicht einige falsche Vorstellungen, die wir gerne ausräumen möchten. Im Pfandhaus erhalten Sie Bargeld für einen kurzen, begrenzten Zeitraum gegen den Eintausch eines Vermögensgegenstandes. Dieser muss beweglich sein (§ 1204 BGB) und dient dem Geldgeber als Faustpfand und zur Sicherheit.

Zur Geldübergabe sollte der Pfandgeber selbst oder ein Bevollmächtigter erscheinen. Außerdem erhält der Empfänger einen sogenannten Pfandschein, der bescheinigt, dass der Gegenstand im Pfandhaus hinterlegt wurde. Darauf sind Angaben zur Aufbewahrung, zur Höhe der Zinsen sowie der Kosten des im Gegenzug gewährten Pfandkredites festgehalten. Außerdem finden Sie hier die allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Pfandhauses. Doch was passiert, wenn Sie das Darlehen nicht rechtzeitig zurückzahlen können?

Bevor Sie nun in Panik verfallen, dass Sie Ihren verpfändeten Gegenstand nicht mehr zurückerhalten, dürfte das Folgende Sie beruhigen: Das Darlehen muss länger als ein Monat fällig sein, bevor das Pfandhaus den Gegenstand finanziell verwerten kann. Nach sechs Monaten ist er allerdings zur Verwertung verpflichtet. Diese Verwertung geschieht zumeist in Form einer Versteigerung. Dabei dürfen Überschüsse aus dem Verkauf nicht einbehalten werden. Stattdessen muss dieses Geld den Behörden überwiesen werden.

Was kann ich verpfänden?

In einem nächsten Schritt gilt es zu klären, welche Gegenstände Sie verpfänden könnten. Schmuck, Uhren, Zahngold und Edelsteine gehören zu den Klassikern unter den Pfandgegenständen. Auch Perlen können Sie versetzen. Technische Geräte werden heutzutage eher selten angenommen.

Der Geldwert, den Sie erhalten, richtet sich nach dem aktuellen Wiederverkaufswert, den Ihr Gegenstand beim Verkauf erzielen würde. Die meisten Gegenstände erzielen lediglich etwa 20 bis 25 Prozent. Um einen Pfandkredit aufzunehmen, sollten Sie Ihren Ausweis bereithalten. Bei diesem durchlaufen Sie keinerlei weiterer Bonitätsprüfungen oder müssen Ihre SCHUFA-Auskunft offenlegen.

Das Besondere an einem Autopfandkredit
Sie können alternativ zu Schmuck und Co. auch ein Auto ins Pfandhaus geben. Zu diesem Zweck gibt es spezielle Leihhäuser. Bei Autos wird Ihnen bis zu 80 Prozent des Zeitwerts ausgezahlt. Besonders hohe Auszahlungssummen erreichen Oldtimer oder Luxusklassewagen. Es werden aber oft auch andere motorisierte Kraftfahrzeuge angenommen. Übrigens, Ihr Liebling auf Rädern wird in einer Garage sicher verwahrt. Es fallen Gebühren für die Aufbewahrung und Versicherung sowie Pflege an. Diese werden auch als Standgebühren betitelt. Einige bieten auch an, das Auto zu kaufen und an Sie zurück zu vermieten (Sale-and-Rent-Back). Dies bedeutet, dass Sie im Gegensatz zum klassischen Autopfand, das Geld erhalten, jedoch nicht auf Ihr Fahrzeug verzichten müssen.
Autor:

Jenny Reichenbacher aus Nürnberg

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