Deutschland unter Dampf: Konsum von E-Zigaretten steigt weiter

Während das klassische Rauchen mittlerweile weitgehend geächtet ist, steigt die Zahl der Dampfer weiter an. Wenig überraschend: Es sind vor allem ehemalige Raucher, die auf die E-Zigarette umsteigen – und auf diese Weise von ihrer Sucht wegkommen.

Trotz Boom bleiben E-Zigaretten umstritten

Seit der Einführung der E-Zigaretten streiten sich Wissenschaftler und Lobbyisten heftig um die Vor- und Nachteile der neuen Geräte. Der Beliebtheit tut dies keinen Abbruch: Die Zahl der Konsumenten steigt in Deutschland immer weiter an. Doch anders als viele Gegner der E-Zigaretten befürchten, machen die Neueinsteiger, die zuvor noch nie eine Zigarette in der Hand gehalten haben, einen verschwindend geringen Anteil aus. Satte 97 Prozent der in einer Umfrage befragten E-Zigarettenkonsumenten gaben an, von der gewöhnlichen Tabakzigarette aufs Dampfen umgestiegen zu sein.

Als Hauptmotivationen werden u. a. die steigende gesellschaftliche Ächtung des Rauchens und der eigene Wunsch, etwas für die Gesundheit zu tun, genannt. So gelang es mehr Menschen, mit Hilfe der E-Zigarette von der Nikotinsucht loszukommen, indem die in den Liquids enthaltene Menge an Nikotin nach und nach reduziert wurde. Andere Menschen, die mit dem Griff nach der Zigarette einfach etwas Beruhigendes verbinden, wechselten ganz auf nikotinfreie aromatisierte Produkte – Hauptsache, Finger und Gehirn sind beschäftigt. Und schließlich soll der Umstieg beim Sparen helfen: Die immer wieder erhöhten Tabaksteuern zeigen Wirkung.

Diese Angaben finden sich auch in einer britischen Studie, die Anfang 2019 im New England Journal auf Medicine veröffentlicht wurde. Bei der längerfristigen Beobachtung der 900 Probanden ergab sich, dass E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnungs-Therapie doppelt so effektiv waren wie andere Rauchentwöhnungspräparate. Einziger Haken: Die meisten hörten nicht ganz auf, sondern blieben anschließend der E-Zigarette treu.

Langzeitwirkungen der E-Zigarette noch unzureichend erforscht

So ist es einerseits positiv zu bewerten, dass immer mehr Menschen vom klassischen Rauchen loskommen, bei dem durch das Verbrennen des Tabaks zahllose gesundheitsschädigende Stoffe freigesetzt werden. Andererseits sind die langfristigen Auswirkungen des Konsums von Liquids noch unbekannt. Kritiker weisen darauf hin, dass vor allem Jugendliche gerne zu fruchtigen und süßen Aromen greifen würden, deren Inhaltsstoffe möglicherweise schädliche Chemikalien freisetzen.

Autor:

Jenny Reichenbacher aus Nürnberg

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