Grauer und Grüner Star – zwei Erkrankungen, zwei Therapien

In der Mitte ihres Lebens verspüren viele Menschen eine nachlassende Sehkraft. Denn wie alle anderen Organe altert auch das Auge und wird für die unterschiedlichsten Krankheiten anfällig.

Grüner Star kann zur Erblindung führen

Die heimtückischste Augenkrankheit ist dabei sicherlich der Grüne Star – auch Glaukom genannt. Rund 500.000 Menschen in Deutschland leiden aktuellen Zahlen zufolge an der Krankheit. Experten gehen davon aus, dass es gerade beim Grünen Star eine sehr hohe Dunkelziffer gibt und bundesweit sogar etwa eine Million Menschen von dieser tückischen Krankheit betroffen sind, die in zehn Prozent der Fälle zu einer Erblindung führen kann. Beim Grünen Star staut sich das Kammerwasser im Auge, was zu einem Ansteigen des Augeninnendrucks führt und mit der Zeit den Sehnerv schädigt. Wird Glaukom nicht rechtzeitig behandelt, so verkleinert sich das Sehfeld, was letztendlich zu einer Erblindung führen kann.

Im Rahmen der Behandlung muss durch Medikation mit Augentropfen oder auch durch einen (laser-) operativen Eingriff eine dauerhafte Augendrucksenkung erfolgen. Auf diese Weise kann ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Bereits aufgetretene Gesichtsfelddefekte können allerdings nicht rückgängig gemacht werden. Das heißt: Je eher ein Glaukom diagnostiziert wird, desto besser kann er behandelt werden und desto geringer sind seine Auswirkungen.

Grauen Star bekommt fast jeder

Bei mehr als 90 Prozent der Menschen über 65 Jahre trübt sich die Linse allmählich ein – es entwickelt sich der altersbedingte Graue Star, der medizinisch auch Katarakt genannt wird. Im Frühstadium ist die Sehkraft kaum beeinträchtigt, später haben Betroffene das Gefühl, durch eine trübe Scheibe oder einen Schleier zu sehen.

Trotz ähnlichen Namens sind Grüner und Grauer Star ganz unterschiedliche Erkrankungen und bedürfen daher auch einer unterschiedlichen Behandlung. Wenn sich beim Grauen Star die anfangs leichte Linsentrübung verdichtet und sich das Sehen deutlich verschlechtert, so stellt eine Operation die einzige Behandlungsmöglichkeit dar. Dabei wird die trübe Linse operativ aus dem Auge entfernt und in der Regel durch eine so genannte Intraocularlinse aus Kunststoff ersetzt. Die Operation führt – wenn der Graue Star die alleinige Augenerkrankung ist – so gut wie immer zum Erfolg, ist mit äußerst geringer Belastung für den Patienten verbunden und in aller Regel schmerzlos.

Diese Operation zählt heute zu den häufigsten ihrer Art. So werden in Deutschland alljährlich rund 600.000 Operationen wegen eines Grauen Stars vorgenommen.

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Die EXPERTEN Redaktion aus Nürnberg

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