Tinnitus – wenn das Rauschen und Pfeifen zum ständigen Begleiter wird

Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Ohrgeräusche oder Ohrensausen. Jeder Vierte hat dieses Phänomen, das als Pfeifen, Rauschen oder Zischen auftreten kann, selbst schon einmal am eigenen Leib wahrgenommen, in der Regel zum Glück nur vorübergehend.

Bei diesen Ohrgeräuschen handelt es sich nicht um eine eigene Krankheit, sondern – wie z.B. auch im Fall von Schmerz oder Fieber – um ein Symptom. Sie sind gleichzeitig aber auch ein Warnsignal, ein Hinweis darauf, dass man sich übernommen hat – im körperlichen oder auch im seelischen Bereich. Deshalb besteht das vordringliche Ziel nicht darin, das Symptom Tinnitus zu behandeln. Statt dessen gilt es, die Ursachen für den Tinnitus zu beheben, der seinerseits zu zahlreichen psychischen und körperlichen Symptomen (Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Angst, Depression...) führen kann.

Die Reihe der Ursachen und Auslöser, die zum Entstehen von Tinnitus führen können, ist lang und vielfältig. Sie reicht von Entzündungen des Ohrs und der Atemwege über Lärmschäden (Knalltrauma), bis hin zu organischen Erkrankungen und Virusinfekten. Probleme mit der Halswirbelsäule und im Zahn-Kiefer-Bereich nicht zuletzt aber auch Alkohol, Nikotin, Medikamente und vor allem Stress können auslösende bzw. verstärkende Faktoren sein.

Je nach Dauer des Ohrgeräusches werden in der Regel zwei Phasen unterschieden: der akute Tinnitus (bis 3 Monate) und der chronische Tinnitus (über 3 Monate). In der akuten Phase kommt es relativ häufig zu einer spontanen Heilung oder Besserung der Symptome. Darüber hinaus bestehen in dieser ersten Phase auch die besten Heilungschancen (z.B. mit einer Infusionstherapie). Daher der Rat: Sofort nach Auftreten des Ohrgeräusches einen Arzt konsultieren. Je länger der Tinnitus allerdings besteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dauerhaft bleibt.

Exakte Diagnose als Therapiegrundlage

In Anbetracht der vielfältigen möglichen Ursachen des Tinnitus kommt der exakten Diagnostik von Tinnituspatienten eine entscheidende Bedeutung zu, da in etlichen Fällen eine kausale, das heißt an den Ursachen orientierte Behandlung möglich ist.

Zur Linderung des Tinnitus werden verschiedene Behandlungen angewandt. Dazu gehören verschiedene Formen der akustischen Stimulation, verhaltenstherapeutische und kombinierte Therapieansätze, aber auch medikamentöse Therapieverfahren, Physiotherapie, magnetische und elektrische Gehirnstimulationsverfahren.

Allgemein sollten sich Tinnituspatienten möglichst wenig Stress und keiner zu starken akustischen Belastung aussetzen. Stattdessen empfiehlt es sich, akustische Ablenkung (zum Beispiel leise rhythmische Musik) zu nutzen, um sich nicht auf das Ohrgeräusch zu konzentrieren. Dies stellt auch eine gute Möglichkeit dar, die Einschlafprobleme, die häufig mit starkem Tinnitus verbunden sind, zu mildern. Absolute Stille führt hingegen leicht zur Konzentration auf das Ohrgeräusch und verstärkt es dadurch subjektiv.

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Die EXPERTEN Redaktion aus Nürnberg

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