Was tun bei einem Bandscheibenvorfall?

SERVICE (ba/fi) - Ein Bandscheibenvorfall entsteht durch Verschleiß der Wirbelsäule. Wenn der Rücken plötzlich schmerzt und Sensibilitätsstörungen hinzukommen, könnte es sich um einen Bandscheibenvorfall handeln. Es gibt aber auch Fälle, in denen der Bandscheibenvorfall überhaupt keine oder nur wenige Beschwerden verursacht. Das hängt ganz davon ab, wo genau der Bandscheibenvorfall auftritt und wie weit fortgeschritten die Erkrankung bereits ist. Drückt der Gallertkern sowohl auf die Nerven als auch auf das Rückenmark, kann es zu deutlich spürbaren Schmerzen kommen.

Liegt ein Bandscheibenvorfall vor, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Behandlung. Was genau in Frage kommt, richtet sich nach der Schwere und dem Grad des Vorfalls, und zudem auch nach den Schmerzen und den Beeinträchtigungen des Patienten.

Konservative Behandlungsmethoden

Die meisten Patienten spüren bei Wärmeanwendung eine Erleichterung. Deswegen sind Rotlichtlampen, wärmende Salben und auch Wärmekissen im akuten Stadium eines Bandscheibenvorfalls zu empfehlen. In diesem Fall wird der Arzt meistens Bettruhe verordnen – allerdings maximal 48 Stunden lang – und zugleich Schmerzmittel sowie gegebenenfalls Muskelrelaxanzien verschreiben. Auch eine Stufenlagerung der Beine kann Erleichterung bringen, weil hierbei der eingeklemmte Nerv entlastet wird.

Zu den konservativen Behandlungsmethoden, die unbedingt vor einer OP versucht werden sollten, zählen zudem gezielte Physiotherapie oder eine spezielle Bewegungstherapie. Auch mit Osteopathie kann unter Umständen eine Linderung erreicht werden. Dazu sollte der Patient aber weitestgehend schmerzfrei sein.

Die Bandscheiben-OP – Wann ist sie sinnvoll?

DieBandscheibenoperation ist immer der letzte Weg. Wenn die Nerven bereits Schaden genommen haben, kann der Arzt durch eine Operation den vorgefallenen Teil der Bandscheibe entfernen. Wird die Blasen- oder Darmfunktion beeinträchtigt, muss ebenfalls über eine OP nachgedacht werden. Wann und ob es soweit ist, entscheidet der Arzt – es ist zudem nie verkehrt, hier die Zweitmeinung eines Spezialisten einzuholen.

Für die Operation selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung des Bandscheibenvorfalls: die offene und die minimalinvasive OP sowie die Abtragung des Materials mittels Laser oder alternativ die Auflösung des Bandscheibenkerns, genannt Chemonukleolyse. Eine minimalinvasive OP ist häufig die beste Lösung.

Bei unkomplizierten Bandscheibenvorfällen kann das Bandscheibenmaterial manchmal durch die Haut entfernt werden – diese Methode nennt sich die perkutane Nukleotomie.

Natürlich hat eine OP auch Risiken: an der behandelten Stelle kann sich Narbengewebe bilden, welches unter Umständen zu neuerlichen Beschwerden führen kann und dann erneut durch eine Operation entfernt werden muss.

Bandscheibenvorfällen vorbeugen

Grundsätzlich kann man einem Bandscheibenvorfall tatsächlich sehr gut vorbeugen. Wer auf sein Gewicht achtet, belastet seine Bandscheiben nicht über Gebühr. Wichtig sind obendrein ein ergonomischer Arbeitsplatz sowie die Möglichkeit, haushaltliche Tätigkeiten möglichst aufrecht und entspannt durchführen zu können. Gezieltes Rücken- und Bauchmuskeltraining kräftigt die Bandscheiben, was ebenfalls eine Prophylaxe darstellt. Eine gesunde und gestärkte Rückenmuskulatur trägt einen großen Teil zur Vorbeugung eines Bandscheibenvorfalls bei.

Autor:

MarktSpiegel Service aus Nürnberg

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