Dermatologie bei Hund & Katz’

Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten

Viele Haustiere, die in die Praxis von Dr. Erdmute Lipper kommen, leiden unter mäßigem bis starkem Juckreiz und lokalen, aber auch generalisierten Ekzemen. Wenn Parasiten (Flöhe oder Milben) ausgeschlossen werden können, kommen als Ursache in erster Linie Atopien, das heißt Reaktionen auf Umweltallergene sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -allergien in Frage. Oft hilft in diesen Fällen bereits eine Umstellung von billigerem Supermarktfutter mit vielen Farbstoffen und Geschmacksverstärkern auf selbstzubereitete oder hochwertige „chemiefreie“ Nahrung. Manchmal liegt dem Übel aber auch eine echte Allergie auf bestimmte Fleischsorten zugrunde, seltener auch auf Milch, Eier und Getreidearten.

Diät hilft Ursachen aufzudecken
Das lässt sich am besten herausfinden, wenn eine Diät verabreicht wird, die für das Tier unbe­kannte Proteine (z.B. Strauss, Känguru, Weissfisch, ggf. Kaninchen) oder Kohlehydrate (Hirse, Kartoffel, Süßkartoffel) enthält. Bei Rindfleisch­allergien kann eine Kreuzallergie zu anderen Wiederkäuern vorkommen, daher muss erstmal auch um Wild, Schaf, Ziege, Rentier, Elch und Büffel ein großer Bogen gemacht werden. Wichtig ist es, die Diät etwa vier Monate durchzuhalten, da sich alte allergen wirksame Substanzen noch lange im Körper aufhalten. Bitte auch an Leckerlis denken. Die beste Diät nützt gar nichts, wenn dazu Gelbwurst verfüttert wird.Um eine schnelle Linderung des Juckreizes zu erreichen, ist eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll. Ob diese mit homöopathischen Mitteln, Eigenblutbehandlungen, Nahrungsergänzungsmitteln oder in extremen Fällen auch Cortisonen und Antibiotika erfolgt, hängt von der individuellen Situation und der Schwere der Symptome ab.
Futtermittelallergien können neben Hauterkrankungen auch den Magen-Darm-Trakt sowie die Bauchspeicheldrüse aus dem Gleichgewicht bringen. Bei regelmäßigem Er- brechen oder häufigen Durchfällen bis hin zu schmerzhaften Zuständen sollte grundsätzlich an diese Ursache gedacht werden.


Grundsätzlich empfiehlt es sich, unbelastetes Futter, gern selbst zubereitetes, zu verabreichen. Auch wenn das zunächst teurer erscheint, spart es auf lange Sicht hohe Tierarztkosten und dem Tier viel Ärger.
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