LEST DOCH! – Schmöker-Tipps

Wolf Haas: „Junger Mann“, Hoffmann & Campe, 22,00 €
Dass Wolf Haas auch anders kann als in seinen mürrischen Brenner-Krimis, weiss man seit seinem grandiosen Roman „Das Wetter vor 15 Jahren“. Haas‘ neues Werk führt zurück ins Österreich der frühen Siebziger und dreht sich um einen übergewichtigen 13-Jährigen, der sich in die Anfang Zwanzigjährige Elsa verliebt. Für sie nimmt er in neun Wochen fünfzehn Kilo ab und stürzt sich in eine brillant erzählte Geschichte, die – Haas-typisch – nicht mit unvorsehbaren Wendungen spart.


Nikolaus Heidelbach: „LEST DOCH“, gatsbyverlag 12,00 €Heidelbachs neuer Band enthält 26 Bilder von Sofas mit lesenden Tieren, deren Originale bei „Jungkunz die Buchhandlung“ bis Jahresende ausgestellt sind. Auf der gegenüberliegenden Seite werden die Bilder begleitet von Zitaten über das Lesen und die Bücher.
Nikolaus Heidelbach erhielt soeben den Joachim Ringelnatz Preis verliehen. In ihrer Begründung lobte die Jury, Heidelbach setze mit seinem Werk Kindern in wundersamen Bildern „Flöhe in die Ohren“ und stifte so wie Joachim Ringelnatz zu riskantem Blödsinn an. Dass dies nicht nur für Kinder gilt, beweist der Zeichner auch wieder in seinem Band „LEST DOCH!“



Christian Schnalke: „Römisches Fieber“, Piper Verlag, 22,00 €
Franz Wercker wird 1818 unterwegs nach Rom zum Schriftsteller Cornelius Lohwaldt indem er nach einem Unglück dessen Identität stiehlt. Und gleich noch das Romstipendium des bayerischen Königs dazu, das Franz den Kontakt mit der elitären, fröhlichen deutschen Künstlerkolonie in der ewigen Stadt eröffnet. Franz wird zu einem besseren Schriftsteller als Lohwald es gewesen war, jedoch läuft er Gefahr aufzufliegen als Isolde die Schwester des Schriftstellers auf der Suche nach Ihrem Bruder in Rom auftaucht. Als sich ein Mord ereignet, droht das Lügenkonstrukt von Franz zusammenzubrechen.


Karen Duve: „Fräulein Nettes kurzer Sommer“, Galiani Berlin, 25,00 € Karen Duve gelingt ein lakonischer, gnadenlos sezierender Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die Welt der letzten Romantiker, die deutsche Märchen sammeln, während die gute alte Ordnung um sie herum zerfällt. Fräulein Nette ist eine Nervensäge, 23 Jahre alt, heftig, störrisch und vorlaut, das Schlimmste aber ist ihre scharfe Zunge – sie ist einfach ein Enfant terrible.
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