Aktuelle Updates: Warnstreiks im Nahverkehr, doch das große Chaos blieb aus

Am morgigen Freitag, 15. Juni 2018, wird der öffentliche Personennahverkehr der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg ab Betriebsbeginn bestreikt. Betroffen sind alle Linien, also die U-Bahn-, Straßenbahn- und Buslinien. (Foto: ©kamasigns/Fotolia.com)

Update: 17.30 Uhr
Gutes Angebot bei den drei U-Bahn-Linien

Die VAG Nürnberg und damit der gesamte öffentliche Personennahverkehr in Nürnberg waren heute, Freitag, 15. Juni 2018, von zwei Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi betroffen. Von 4.00 bis 8.00 Uhr waren der Fahrdienst und die fahrdienstnahen Einheiten zum Streik aufgerufen. Von 9.00 bis 13.00 Uhr sollten Beschäftigte in der Verwaltung und in den Werkstätten die Arbeit niederlegen.
Die Bilanz: Das mögliche Chaos im öffentlichen Personennahverkehr blieb aus, gleichwohl waren die Ausfälle im Busbereich und insbesondere im Straßenbahnbereich für die Kunden schmerzhaft spürbar. Ab 8.00 Uhr erfolgte der Übergang zum Regelbetrieb, der unterschiedlich schnell, aber schneller als gedacht, realisiert werden konnte.
Die Beteiligung am zweiten Warnstreik war über die Verwaltung bis zu den Werkstätten sehr unterschiedlich, allerdings und glücklicherweise ohne Auswirkungen auf das Fahrtenangebot.

U-Bahnen fuhren zuverlässig

Die beste Bilanz am Streiktag konnten die drei U-Bahn- Linien bieten, die im Nürnberger Nahverkehr auch das Rückgrat bilden. Von über 600.000 Fahrgästen an Spitzentagen fahren etwas über 400.000 mit der U-Bahn. Nachdem sowohl die Mitarbeiterinnen der Zentralen Serviceleitstelle als auch die Beschäftigten im Kunden- und Systemservice vollzählig ihren Dienst angetreten hatten, stand dem Betrieb nichts im Wege. Insgesamt war das Fahrgastauf-kommen deutlich niedriger als normalerweise an einem Freitag. Es blieb während des gesamten Warnstreiks niemand stehen. Viele Kunden der VAG hatten sich auf den Warnstreik eingestellt und waren wohl später oder zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs.
Im Busbereich waren nicht ganz die Hälfte der Fahrer und Fahrzeuge im Einsatz, insbesondere dank der Fahrer der privaten Busunternehmen, die im Auftrag der VAG fahren. Leider konnten sie nicht gleichmäßig auf die Linien verteilt werden, da hierfür deutlich mehr Vorlauf für die Planung notwendig gewesen wäre. Zudem hätte es um 8.00 Uhr Probleme bei der Betriebsaufnahme gegeben, da um diese Uhrzeit bereits erste Ablösungen notwendig waren. Auf den Buslinien der VAG verkehrten von 126 Bussen insgesamt 66. Besonders betroffen waren die Ringbuslinien 35 (Röthenbach – Nordostbahnhof) und 65 (Nordostbahnhof – Röthenbach) sowie die Innenstadtlinien 34 (Plärrer – Friedrich-Ebert-Platz) und 36 (Plärrer – Doku-Zentrum). Letztere wurden während des Warnstreikes nicht bedient.Ab 9.00 Uhr waren die Busse in Nürnberg wieder planmäßig unterwegs. 

Straßenbahnbetrieb hart getroffen

Weit und breit konnten während des Warnstreiks keine Straßenbahnen gesichtet werden. Lediglich drei Fahrer hatten die ihnen zugeteilten Fahrzeuge aus dem Depot geholt. Alle anderen Straßenbahnen blieben bis 8.00 Uhr im Depot. Bis 7.00 Uhr hätten es 37 Straßenbahnen auf fünf Linien sein müssen. Ab etwa 9.15 Uhr waren alle Straßenbahnen im Planbetrieb unterwegs.
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Update: 15. Juni, 8.00 Uhr

Ausblick / Warnstreikende

Ab 8.00 Uhr wird der Fahrdienst nicht mehr von Verdi bestreikt. Die streikenden Fahrer werden ihren Dienst aufnehmen. Es wird circa zwei Stunden dauern, bis der Betrieb dann normal läuft, jedes Fahrzeug auf der Linie und Zeit unterwegs ist, auf der es sein soll. In wenigen Ausnahmefällen wird es etwas länger dauern.

· Je weiter nach 8.00 Uhr je verlässlicher.

· Die U1 wird wieder nach Jahresfahrplan unterwegs sein.


· Auf der U2 und U3 bleibt es ganztags beim stabilen Fünf-Minuten-Takt, in der Überlagerung beider Strecken im Innenstadtbereich bei 2,5 Minuten.

Die VAG bedauert, dass die Fahrgäste in dem Maße von dem Warnstreik getroffen wurden und hofft, dass sich der bevorstehende Warnstreik in den Werkstätten und der Verwaltung nicht mehr auf das Fahrtenangebot auswirken wird. Gerade aber die Werkstätten könnten einen Einfluss haben, nämlich im Falle von Unfällen oder Störungen.

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Udate: 15. Juni, 7.00 Uhr

Starke Einschränkungen des öffentlichen Nahverkehrs aufgrund des heutigen Streiks (15. Juni). Insgesamt sieht es momentan nicht so gut aus:

Die Zentrale Serviceleitstelle ist vollbesetzt, damit kann die VAG U-Bahn-Betrieb bieten und auch den Oberflächenverkehr überwachen.

Die automatischen Linien U2 und U3 fahren jeweils im Fünf-Minuten-Takt. Auf der Stammstrecke zwischen Rothenburger Straße und Rathenauplatz wird alle 2,5 Minuten eine Verbindung angeboten. Die U2 wird heute ganztags im Langzugbetrieb, die U3 mit Kurzzügen gefahren. Dies sind insgesamt weniger Fahrten als normalerweise an einem Freitag. Dieser Fahrplan kann aber stabil fahren.

Auf der U1 fahren die Züge aktuell einen Zehn-Minuten-Takt. Mehr wird es wohl nicht werden, denn dafür fehlen derzeit schon Fahrer. Je näher an der Hauptverkehrszeit, desto voller wird es sicherlich an den Bahnsteigen und in den Zügen.

Die Fahrgäste werden gebeten, im U-Bahn-Betrieb umsichtig zu sein und wenn der Zug voll ist, den nächsten abzuwarten. Bitte keinesfalls die Türen zu blockieren. Dies gilt auch für den automatischen Betrieb. Das verschlechtert das Angebot.


Für den Straßenbahn- und Busbetrieb in Nürnberg gibt es leider keine guten Nachrichten.

Momentan sind nur drei Straßenbahnzüge unterwegs. Das ist im Grunde nichts.

Im Busbetrieb sieht es etwas besser aus. Hier kommt man mit etwa 60 Fahrzeuge auf etwas weniger als die Hälfte der notwendigen Fahrer und Fahrzeuge. Auf einzelnen Buslinien sieht es etwas besser aus, auf anderen leider schlechter. Ob hier ggf. eine Umverteilung stattfnden kann, wird jetzt gerade geklärt. Aber auch dann können die Verantwortlichen leider keine verlässlichen Tipps geben, auf welchen Linien es Sinn macht.

Ein zweiter Blick in die Nachbarstädte Fürth und Erlangen, beide Busverkehre werden von der Leitstelle überwacht und die Fahrer von der VAG gestellt: Dort ist bisher alles normal; es werden wohl nur wenige Fahrten entfallen.

Empfehlung:
Die VAG empfiehlt allen Fahrgästen, kürzere Wege zu Fuß gehen, das Fahrrad zu nehmen und mehr Zeit einzuplanen. Zumal im Bus- und Straßenbahnbetrieb und insbesondere auch im U-Bahn-Betrieb, wenn es Richtung Hauptverkehrszeit geht. 


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NÜRNBERG/FÜRTH (pm/nf) - Von der Gewerkschaft Ver.di sind für morgen in Nürnberg und Fürth in der Zeit zwischen 4 und 8 Uhr Warnstreiks im Fahrdienst geplant. Aufgrund der kurzfristigen Ankündigung kann durch die infra leider kein Notfall-Fahrplan eingerichtet werden, weshalb es zu starken Ausfällen und Verspätungen im Bus- und U-Bahnnetz kommen wird.

Die infra fürth verkehr empfiehlt deshalb für die Wege mehr Zeit als gewöhnlich einzuplanen oder, wenn möglich, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Nach Einschätzung der infra werden sich die Auswirkungen des Streiks in jedem Fall auch nach dem angekündigten
Ende der Streikmaßnahme um 8 Uhr noch bemerkbar machen.

Da zwischen 9 und 13 Uhr zudem das Verwaltungspersonal zum Streik aufgerufen wurde und dadurch auch das infra-Kundencenter am Fürther Hauptbahnhof betroffen sein wird, wird auch hier empfohlen, mögliche Angelegenheiten an einem anderen Tag zu erledigen. Grundsätzlich bleiben hier die normalen Öffnungszeiten bestehen, es kann jedoch kurzfristig geschlossen werden.

Auch der öffentliche Personennahverkehr der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg wird ab Betriebsbeginn bestreikt. Betroffen sind alle Linien, also die U-Bahn-, Straßenbahn- und Buslinien. Auch wenn der Streik im Fahrdienst von der Gewerkschaft Verdi nur für 4.00 bis 8.00 Uhr angesetzt ist, kommt es sicherlich den Vormittag, fallweise auch den ganzen Tag über zu Auswirkungen auf den Betrieb, da nach Streikende aufwändig alle Fahrer und Fahrzeuge sukzessive wieder zusammen und auf Plan gebracht werden müssen.

Erschwerend kommt hinzu, dass im Anschluss an den Fahrdienst ab 9.00 Uhr Werkstätten und Verwaltung aufgerufen sind, die Arbeit für vier Stunden niederzulegen. Nicht betroffen vom Warnstreik sind der Eisenbahnverkehr sowie die Regionalbuslinien, die auch in Nürnberg verkehren. Anlass für den Warnstreik sind die laufenden Tarifverhandlungen zwischen dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern und den Gewerkschaften zum Tarifvertrag Nahverkehr Bayern (TV-N). Hierzu finden morgen Verhandlungen in Nürnberg statt.

Karl-Heinz Pöverlein, VAG-Vorstandsmitglied für Personal- und Sozialfragen und Verhandlungsführer für die kommunalen Arbeitgeber im Nahverkehr, bewertet den Warnstreik wie folgt: „Es ist ärgerlich, dass Verdi am Tag der dritten Verhandlungsrunde zu einem Warnstreik in Nürnberg, Fürth und Erlangen aufgerufen hat. Wir haben ein sehr gutes Angebot in der Höhe des diesjährigen Tarifabschlusses für den öffentlichen Dienst vorgelegt. In der Summe haben wir insgesamt 7,5 Prozent mehr Geld über 30 Monate angeboten. Zusätzlich haben wir unsere Bereitschaft erklärt, über Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Verdi hat bei den Forderungen jegliches Augenmaß verloren. Die Situation der Kommunen und der kommunalen Verkehrsunternehmen ist finanziell angespannt. Es gibt keine Spielräume über das sehr gute Angebot hinaus.“
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