Mammutaufgabe Zeppelintribüne: Pläne für den Erhalt werden jetzt konkret

Für eine nachhaltige bauliche Sicherung und ein zeitgemäßes Vermittlungskonzept wurden Sanierungskosten in Höhe 85,1 Millionen Euro festgeschrieben. (Foto: Nicole Fuchsbauer)

Stabstelle Ehemaliges Reichsparteitagsgelände im Kulturreferat

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Stadt Nürnberg hat im Kulturreferat eine Stabstelle Ehemaliges Reichsparteitagsgelände / Zeppelintribüne und Zeppelinfeld eingerichtet. Sie wird in enger Zusammenarbeit mit der Projektgruppe des städtischen Hochbauamts, die sämtliche Baumaßnahmen auf dem Gelände betreut, und dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände die Maßnahmen zum Erhalt und zur zukunftsorientierten Vermittlung des historischen Orts steuern.

Mit der Leitung des Stabs im Kulturreferat ist die bisherige wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin des Projektbüros, Annekatrin Fries, betraut. Dr. Matthias Braun wird dem Stab als wissenschaftlicher Mitarbeiter angehören.

Das Kulturreferat begleitet die vorbereitenden Maßnahmen bereits seit vielen Jahren. Große Bereiche der Zeppelintribüne und des Zeppelinfelds, die jährlich bis zu 300.000 Besucherinnen und Besucher besichtigen, sind derzeit nicht zugänglich, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen. So schützen beispielsweise Absperrungen auf der Rückseite der Zeppelintribüne vor herabfallenden Steinbrocken. Anhand verschiedener Musterflächen konnten das städtische Hochbauamt und das Kulturreferat in einer Kostenermittlung die erforderliche Summe für eine nachhaltige bauliche Sicherung und ein zeitgemäßes Vermittlungskonzept auf 85,1 Millionen Euro festschreiben.
Nachdem der Bund finanzielle Unterstützung zusicherte und sich auch das Land in der Pflicht sieht, beginnt die Stadt Nürnberg nun mit der konkreten Umsetzung dieser auf mindestens acht Jahre angelegten Maßnahme.

Aktuell laufen Gespräche mit dem Freistaat Bayern und dem Bund über das weitere Verfahren. In einer nächsten Phase wird die Umsetzung schrittweise konkretisiert, bevor ein Baubeginn festgelegt werden kann. Dem Leitgedanken „Sichern, Öffnen und Informieren“ folgend, sollen Besucherinnen und Besucher zukünftig alle Bereiche und Gebäudeteile gefahrlos betreten können, darunter das seit Jahrzehnten geschlossene Zeppelinfeld, einen Feldturm oder den Mittelbau der Tribüne mit dem sogenannten Goldenen Saal. Ein zukunftsgerichtetes Vermittlungskonzept wird den Ort auch künftigen Generationen erschließen. Die etablierte Freizeit- und Sportnutzung bleibt selbstverständlich erhalten.
Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner erklärt: „Die Sicherung und Vermittlung von Zeppelintribüne und Zeppelinfeld sind eine der größten Herausforderungen der Nürnberger Erinnerungskulturlandschaft. Dieser historische Ort wird für unser Geschichtsbewusstsein vor allem durch das Ende der Zeitzeugenschaft immer wichtiger. Das ehemalige Reichsparteitagsgelände ist zudem eines der Leitthemen der Nürnberger Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025.“


Veranstaltung zur europäischen Perspektive

Der Stab Ehemaliges Reichsparteitagsgelände / Zeppelintribüne und Zeppelinfeld beschäftigt sich im Hinblick auf die Kulturhauptstadt- Bewerbung auch mit der europäischen Perspektive auf das Gelände und lädt am Donnerstag, 21. März 2019, um 19 Uhr interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem öffentlichen Dialog mit internationalen Expertinnen und Experten ins Studienforum des Dokumentationszentrums.
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