Neue Universität Nürnberg: Ab jetzt wird geplant und dann gebaut!

Auf dem Areal (rote Fläche) an der Brunecker Straße soll der neue Uni Campus entstehen. (Foto: Udo Dreier)
 
Mit ,,Gedenk-Schienenteilen": die Bayerische Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Marion Kiechle, Stadtrat Marcus König, Ministerpräsident Markus Söder, Nürnbergs Baureferent Daniel F. Ulrich und Bürgermeister Christian Vogel (v.l.). (Foto: Udo Dreier)

Gestern wurde das Grundstück für die Technische Universität Nürnberg an Freistaat Bayern übergeben

NÜRNBERG (pm/nf) - „Die Technische Universität Nürnberg kommt“, freute sich Ministerpräsident Dr. Markus Söder in Nürnberg bei der offiziellen Übergabe des neuen Grundstücks für die Technische Universität Nürnberg an den Freistaat Bayern. „Hier wird geforscht und entwickelt, hier wird Zukunft gestaltet. 6.000 Studenten, über 200 Professuren und engste Verzahnung mit der Wirtschaft machen unsere Region zu einem Schwergewicht der Forschungslandschaft in Deutschland“, so der Ministerpräsident weiter. Rund 1,2 Milliarden Euro will der Freistaat Bayern in die neue Technische Universität Nürnberg investieren.

Wissenschaftsministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechle betonte bei der Unterzeichnung: „Jetzt setzen wir ein erstes sichtbares Zeichen mit dem Erwerb von rund 37,5 Hektar an Flächen. In den nächsten Jahren wird hier der Campus für die Technische Universität Nürnberg entstehen, auf dem sich Forschen, Lehren, Lernen, Wohnen und Leben vereinen sollen. Die Gründung einer neuen, 10. Bayerischen Landesuniversität ist ein echter Meilenstein mit dem wir bundesweit und international zeigen: Bayern ist gestaltungs- und leistungsfähig. Innovationsbereitschaft und Zukunftsorientierung gehören fest zur Marke Bayern.“

Auf dem 37,5 Hektar großen Areal im Nürnberger Süden an der Brunnecker Straße soll bis 2025 ein moderner, urbaner Campus entstehen. Der Schwerpunkt der Universität liegt im Zukunftsfeld der Technikwissenschaften, rund ein Fünftel der Unterrichtsinhalte liegt im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften (Lehrstühle: Mechatronic Engineering, Quantum Engineering, Biological Engineering, Computer Science and Engineering, Humanities and Social Sciences, Natural Sciences and Mathematics).Mit diesem Verhältnis soll in Nürnberg ein völlig neues universitäres Denken entwickelt werden. Mit einer engen Verzahnung von Forschung und Wissenschaft mit der Wirtschaft soll nicht nur praxisnah geforscht, technische Innovationen können so auch direkt in der Praxis zur Marktreife geführt werden. Auch das Betreuungsverhältnis von 200 bis 240 Professoren für 6000 Studierende bei 1.800-2.200 Hochschulmitarbeitern ist hervorragend.

Neben der neuen Technischen Universität Nürnberg wird auch die zweitgrößte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Bayern, die TH Nürnberg Georg Simon Ohm, erweitert. Rund 300 Millionen Euro investiert der Freistaat in die Weiterentwicklung der TH, zum Beispiel für den Bau eines Informationszentrums mit Bibliothek, Rechenzentrum und Technikum, ein Zentrum für Metall- und Polymerforschung, sowie ein Zentrum für Medien, Kommunikation und IT. So wird die Technische Universität Nürnberg um 30.000 Quadratmeter erweitert.

Auch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird ausgebaut und strukturell weiterentwickelt. So wird die Philosophische Fakultät der FAU zum Geisteswissenschaftlichen Zentrum Erlangen im „Himbeerpalast“, das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung in Nürnberg wird gestärkt und zieht in ein neues Gebäude im Nürnberger Norden. Die Technische Fakultät der FAU - ursprünglich auf 1.500 Studierende ausgerichtet, derzeit mit bereits über 11.000 Studentinnen und Studenten - wird auf dem Campus im Erlanger Süden zusammengeführt.

CSU setzt Uni-Konzeption auf die Tagesordnung

Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas: ,,Die neue Technische Universität Nürnberg wird Nürnberg als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort einen weiteren Schub geben. Wir haben die Chance, zu einem der High Tech- und Innovations-Hubs in Deutschland zu werden. Hier wird Zukunft gemacht!"

Fraktionsvorsitzender Marcus König: „Wir wollen einen hochmodernen Campus, der ein Spitzenumfeld für Wissenschaftler und Studenten aber auch Unternehmen bietet. Von der Verkehrsanbindung, die sowohl für den ÖPNV als auch für den Individualverkehr optimal sein muss, bis hin zu Wohnraum für Studenten, Lehrer und Wissenschaftler müssen optimale Rahmenbedingungen geschaffen werden.“
Die CSU-Stadtratsfraktion Nürnberg stellt daher den Antrag, den aktuellen Stand sowohl aus der Strukturkommission des Freistaates als auch der städtischen Planungen im Stadtrat zu diskutieren. „Wir müssen insbesondere die Erschließung frühzeitig planen, Straßenbahn- und U-Bahnlinien sind ein langwieriges Geschäft. Besonders wichtig ist mir außerdem das Thema Wohnraum. Wir müssen alles tun um die Preissteigerungen im Studentenwohnmarkt zu dämpfen, damit es nicht zu Entwicklungen wie in München kommt, wo ein Student mit 600 € Miete im Monat dabei ist“, so Fraktionschef Marcus König weiter. Auch den zukünftigen Namen des Stadtteils will Marcus König fest mit der Uni verknüpfen: „Ich glaube wir sollten die bisherige Namensidee ´Lichtenreuth´ für den neuen Stadtteil nochmal überdenken und einen neuen, innovativen Namen mit Bezug zur Technischen Universität kreieren.“
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