Neuer Nürnberger U-Bahn-Zug nimmt Gestalt an

Die neuen vierteiligen U-Bahn-Züge des Typs G1 in der Siemens-Produktion. (Foto: Siemens/Martin Anger)

Ende 2018 treffen die ersten von 21 neuen U-Bahn-Zügen des Typs G1 in Nürnberg ein

NÜRNBERG (pm/nf) - Für Laien ist es ein profaner Akt. Fahrzeugkopf und Wagenkasten
werden zusammengefügt. Wer weiß, wie lange alle Beteiligte darauf hinarbeiten, versteht deren Freude. Erstmals ist das Fahrzeug in seiner Gesamtheit zu sehen. Im Vergleich zur Papier- oder Computerversion ist das definitiv etwas anderes. „Nach über fünf Jahren, seit dem Start des Projektes, steht das Fahrzeug sichtbar in der Halle. Klar, es folgen zahlreiche weitere Produktionsschritte, wie der gesamte Innenausbau, und viele Stationen bis zur ersten Fahrt im Betrieb, aber das Zusammenführen des Fahrzeugkopfesmit dem Wagenkasten beim ersten Fahrzeug ist besonders, gibt sie dem Fahrzeug doch erstmals sein markantes Aussehen“, erzählt Bernd Meier-Alt, der bei der VAG das ProjektteamG1 leitet.

Die gesamte Designlinie entspricht dem Gesamtkonzept für neue Busseund modernisierte Straßenbahnen. Wenige Farben und klare Linien zeichnen das neue Design aus. Die VAG-Hausfarbe Rot setzt auch beim Fahrzeugkopf die Akzente, wirkt modern und freundlich. Das Fahrzeugdesign wurde auf der Grundlage einer Designstudie in Zusammenarbeit mit dem Münchner Büro ergon3 Design ausgearbeitet.

Neue U-Bahn-Züge für Nürnberg

Nach rund 40 Dienstjahren ersetzt die VAG alle 42 U-Bahn- Züge der Baureihe DT1 durch 21 vierteilige Gliederzüge, die ab Mitte 2019 nach und nach auf der U1 zum Einsatz kommen werden. Der G1 hat etwa die Länge von zwei gekuppelten Doppeltriebwagen. „Ausschlaggebend für den G1 war der geringere Anschaffungspreis gegenüber den Doppeltriebwagen. Im Ergebnis verbraucht der G1deshalb weniger Energie beim Fahren. Zudem gibt es mehr Platz für Fahrgäste und das subjektive Sicherheitsgefühl ist höher, weil der Zug von vorne bis hinten durchgängig ist“, erläutert Bernd Meier-Alt. Mit seinen Kollegen überwacht er den Bau der Züge bei Siemens.

Kraftakt Finanzierung

Rund 164 Millionen Euro kosten die 21 U-Bahnen inklusive der zusätzlich benötigten Technik, wie zum Beispiel Funkanalge und Zugsicherungssystem. Der Freistaat Bayern beteiligt
sich mit einer Förderung von 21,6 Millionen Euro, also mit rund 13 Prozent. Für die U-Bahnen des Typs  DT3 gab es vorzehn Jahren noch 50 Prozent als Zuschuss. Ihren Anteil finanziert die VAG über Banken. Der Vertrag mit Siemens enthält zwei Optionen auf weitere 13 Fahrzeuge.
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