So gut sind die Englischkenntnisse der Deutschen

Die Englischkenntnisse der Deutschen können durchaus noch verbessert werden. (Foto: © JackF - Fotolia.com)

SERVICE (ri/fi) - Der EF English Profiency Index stellt alljährlich das weltweit größte Ranking von Nationen nach ihren Englischkenntnissen auf. Nahmen daran 2015 noch 70 Länder teil, so waren es 2017 bereits 80. Wie Deutschland dabei abgeschnitten hat und woran es den Deutschen in ihren Englischkenntnissen noch am meisten hapert, verrät der folgende Artikel.

Die Ergebnisse des EF English Profiency Index

Für 2017 konnte der EF English Profiency Index (kurz EF EPI) den Europäern im Vergleich zu Asien die besseren Englischkenntnisse bescheinigen. Das europäische Land mit den besten Englischkenntnissen waren dabei die Niederlande, gefolgt von den skandinavischen Ländern Schweden, Dänemark und Norwegen. Platz 5 konnte Singapur für sich beanspruchen und lag damit noch vor Finnland, Luxemburg und Südafrika. Die Deutschen belegten immerhin noch Platz 9 und waren somit den Österreichern auf Platz 10 überlegen. Zwar ist dies immer noch keine Glanzleistung, doch im Vergleich zu den Vorjahren zumindest eine Verbesserung.

Bessere Englischkenntnisse der Deutschen seit 2015

Bereits seit 2015 bescheinigte der EF EPI den Deutschen leicht verbesserte Englischkenntnisse im Vergleich zu 2014, jedoch kann Deutschland wie bislang mit den skandinavischen Ländern kaum mithalten. Dabei gibt es jedoch auch in den einzelnen Bundesländern erhebliche Unterschiede. Während dabei Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, aber auch Sachsen-Anhalt am schlechtesten abschneiden, können Hamburg und Bremen mit sehr guten Englischkenntnissen überzeugen – dicht gefolgt übrigens von Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern.

Konnte man in der Vergangenheit bislang die mangelnden Sprachkenntnisse der neuen Bundesländer darauf zurückführen, dass sie kein Englisch als Schulfach hatten, sagt Niklas Kukat, Geschäftsführer von EF, dass vor allem die Jugendlichen beim Englischerwerb durch neue Medien noch besser gefördert werden könnten. In Bayern, aber auch Nordrhein-Westfalen laufen zu diesem Zweck Pilotprojekte, um Englisch mit dem iPad zu unterrichten. Allerdings müssten sich diese Methoden nun deutschlandweit durchsetzen.

Wie die Deutschen ihr Englisch verbessern

Studien konnten zeigen, dass die Deutschen dem Internet sehr aufgeschlossen gegenüberstehen, wenn es darum geht in Englisch Online Kursen die Sprachkenntnisse zu verbessern. So darf es auch nicht verwundern, dass Online-Kurse für Englisch bei den Deutschen sehr beliebt sind. Doch auch Apps wie Babel oder Übersetzungsprogramme werden gerne einmal genutzt, um sich auf eine Urlaubsreise vorzubereiten oder im englischsprachigen Ausland zu kommunizieren. Ein gute Möglichkeit ist es auch, YouTube Channels oder die Lieblingsserie und Spielfilmen in der Originalsprache anzusehen.

Je älter, desto schlechtere Englischkenntnisse?

Die Annahme, dass neue Medien tatsächlich den Englischerwerb positiv beeinflussen können, wird durch eine weitere Studie verstärkt, die besagt, dass die Englischkenntnisse der Deutschen mit dem Alter der Befragtem abnehmen. 18- bis 20-Jährige würden so besser Englisch sprechen und verstehen als Befragte ab 40 Jahren. Das ist erstaunlich, da dieser Effekt im internationalen Vergleich sonst sehr gering ist.

Auch finanzielle Gründe

Dass auch Geld bei den Englischkenntnissen eine Rolle spielt, zeigt eine weitere Studie. Demnach hängen die Englischkenntnisse eines Landes auch immer vom Pro-Kopf-Einkommen ab. Denn die Studie EF konnte belegen, dass der Lebensstandard der Bevölkerung, aber auch die Verfügbarkeit des Internets und die Bildungsausgaben insgesamt Einfluss nehmen auf die Englischkenntnisse. Ein weiteres Indiz also für die Wirksamkeit der neuen Medien!

So steht es um die Englischkenntnisse der Deutschen – Eine Zusammenfassung

Die EF EPI, die diese interessanten Fakten zutage förderte, hat ihre Daten aus der Auswertung von zwei Englischtests gewonnen. Insgesamt nahmen dabei im Jahr 2015 rund 910.000 Erwachsene in weltweit 70 Ländern teil. Sie gelten als repräsentativ für die Englischkenntnisse des jeweiligen Landes.
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