Der Schwarzenbruck-Kalender 2016: das Bild im Januar

Auf dem Kalenderblatt Januar ist eine historische Karte des Jahres 1684 aus dem Staatsarchiv in München zu sehen.
Besonders interessant ist hier die Straßenführung der alten Handelsstraße von Nürnberg nach Regensburg sowie der heute nicht mehr existente Weiler Affalterbach.
Der Verlauf der alten Handels- bzw. Königsstraße hat sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Offensichtlich führte die Route im Jahre 1684 noch von Feucht über Schwarzenbruck und Lindelburg statt wie heute über Ochenbruck und Pfeifferhütte. So erklärt sich auch die erstmalige urkundliche Erwähnung Schwarzenbrucks im Jahre 1025, da bereits Kaiser Konrad II im Bereich des heutigen Petzenschlosses bei einer Rast eine Schenkungsurkunde unterschrieb. Leider ist durch Umbaumaßnahmen die Hohlfuhrt auf der nördlichen Seite der Schwarzach inzwischen nicht mehr gut zu erkennen. Auf der gegenüberliegenden, südlichen Schwarzachseite kann man immer noch die uralten Hohlwege hinauf Richtung Faberschloss und in Richtung Westen erkennen.
Der Weiler Affalterbach besaß eine Wallfahrtskapelle, zu der früher viele Nürnberger pilgerten. Allerdings gab der kleine Ort immer wieder Anlass zu Streitigkeiten zwischen den Markgräflichen Ansbachern und der Reichsstädtischen Nürnbergern. Hauptsächlich ging es dabei um den Kirchweihschutz. Grundsätzlich galt vor einigen hundert Jahren die Schwarzach als Grenze zwischen den beiden Gebieten. Auch der Vorläufer des Petzenschlosses wurde einst bei Grenzstreitigkeiten von den Markgräfischen niedergebrannt. Im Falle von Affalterbach trafen die Nürnberger Truppen wie schon jahrelang zuvor die Ansbacher im Jahr 1502 zur Kirchweih. Recht schön beschreibt der Heimatforscher Helmut Wilimski in seinem Buch „Die Sagen der Altdorfer Landschaft“ (1987), was sich dann historisch belegt ereignete. Ca. 2000 bewaffnete Nürnberger und einige Wallfahrer sahen sich am Kirchweihsonntag, den 19. Juni 1502 einer Anzahl von 7000 Fußknechten der Markgräfischen gegenüber. Diese Kirchweih sollte ab diesem Tag als „Blutkirchweih von Affalterbach“ in die Geschichtsbücher eingehen. Bis an die Stadtmauern sollen die Markgräfischen die Nürnberger verfolgt haben, die an diesem Tag 300 Tote zu beklagen hatten.
Die Wallfahrtskapelle wurde auch im Dreißigjährigen Krieg nicht verschont. Um sich zu schützen, nahmen die Bewohner vor der Schlacht in der Fröschau den Brückenbelag über der Schwarzach ab. Leider wurde der winzige Ort aus Rache von Schweden geplündert und verwüstet. Im Laufe der Zeit verfiel die Kapelle, wurde als Kuhstall und Wohnhaus genutzt und brannte ab. 1803 wurden etliche Steinquader verkauft. Die restlichen Steine, die Anfang des letzten Jahrhunderts noch auf der Kapell (wie der Ort heute genannt wird) lagerten, wurden für den Scheunenbau eines Gasthauses in Ochenbruck verwendet. 1999 ließ unser Altbürgermeister Albrecht Frister nach umfangreichen Forschungen - auch mit Hilfe von Luftaufnahmen zur Bodenbeschaffenheit (genaue Lagebestimmung der Kapelle) - „Auf der Kapell“ eine detaillierte Infotafel erstellen.

Den neuen Schwarzenbruck-Kalender 2016 mit vielen historischen und alten Bildern gibt es noch zu kaufen: in der Gemeinde (Kasse), in der Christopherus-Apotheke und vielen Geschäften und Gaststätten. Oder auch ganz bequem unter der e-mail-Adresse bf.schneider@kabelmail.de.

Autor:

Fritz Schneider aus Nürnberger Land

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