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Fastenzeit für bewusste kleine Schritte nutzen

So gut kann der erste Schritt zum ausgewogenen Essen aussehen – und schmecken!
  • So gut kann der erste Schritt zum ausgewogenen Essen aussehen – und schmecken!
  • Foto: panthermedia.net / Mario Pessaris
  • hochgeladen von Friedrich Adelmann

Für viele Menschen ist die Fastenzeit Anlass, sich mit den Themen Fasten und Verzicht auseinanderzusetzen und womöglich auch ein paar überflüssige Pfunde loszuwerden. Aber ist Fasten eine gute Methode zum Abnehmen? Hilft es beim Entgiften? Das wollten wir von Christine Platt der Ernährungsexpertin der AOK in Lauf wissen.

Redaktion: Was ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht vom Fasten zu halten?

Christine Platt: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht das Fasten weiterhin skeptisch als Methode zur dauerhaften Gewichtsreduktion. Aber neuere Studien haben zu einem gewissen Umdenken geführt. Denn diese haben Erfolge durch Heilfasten beim metabolischen Syndrom – der Kombination aus Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und erhöhtem Blutzuckerwert –, aber auch bei Rheuma und manchen psychosomatischen Krankheiten nachgewiesen. Wer aus diesen Gründen fasten möchte, sollte sich vom Arzt checken, beraten und begleiten lassen. Fürs Abnehmen bringt das Fasten nur etwas, wenn man es maßvoll betreibt und als Einstieg in eine langfristig ausgewogenere Essensweise mit viel Obst, Gemüse und kalorienfreien Getränken wie Wasser oder Tee nutzt.

Redaktion: Ist dann eher Detox das richtige Konzept für jedermann?

Platt: Detox ist die Abkürzung für Detoxifikation und bedeutet Entgiftung. Der Begriff ist allerdings alles andere als eindeutig. Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Notwendigkeit solcher Detox-Diäten nicht nachweisbar. Am häufigsten werden sie als Saftfasten oder als sogenanntes Basenfasten praktiziert. Dabei stehen ausschließlich Obst, Gemüse und Wasser oder Kräutertee auf dem Speiseplan. So verliert der Körper ziemlich schnell recht viel Wasser, aber diese Gewichtsabnahme ist nicht von Dauer. Es sei denn, man pickt sich die positiven Anteile der Konzepte heraus und macht daraus nachhaltige Essgewohnheiten. Das heißt im Klartext: Mit der Detox-Diät nicht übertreiben, aber reichlich Frisches verwenden – und so eine längerfristige Änderung des Essverhaltens beginnen. Noch ein Tipp: Obst und Gemüse bevorzugt als ganze Lebensmittel verwenden, denn beim Auspressen und Entsaften gehen wertvolle Inhaltsstoffe und Ballaststoffe verloren.

Redaktion: Das hört sich mehr nach bewusster Veränderung und weniger nach Kasteien an.
Platt: Ganz genau. Interessanterweise gehen die Empfehlungen auf vielen Gebieten in die exakt gleiche Richtung. Sei es beim Essen oder beim aktuellen Thema „Digital Detox“, der eingeschränkten Nutzung von Internet und Social Media: Experten empfehlen einen bewussten Umgang statt eines radikalen kurzzeitigen Verzichts. Die Fastenzeit kann so zum schrittweisen Einstieg in die angestrebte Lebensweise werden, egal welches Ziel man verfolgt. Mich hat zuletzt die Forschung der amerikanischen Sozialpsychologin Wendy Wood beeindruckt. Den meisten Erfolg verspricht nämlich, das Erwünschte einfach zu tun und es sich möglichst rasch zur Gewohnheit zu machen. Durch diesen Gewöhnungseffekt braucht man sich nicht immer wieder aufs Neue für das zu entscheiden, was man sich vorgenommen hat. Das klappt, egal ob man zum Sport gehen, das Handy zwischendurch ausschalten oder regelmäßig frisches Gemüse essen möchte. Ganz ähnlich funktioniert übrigens auch das AOK-Konzept „Abnehmen mit Genuss“ – mein persönlicher Tipp für alle, die Unterstützung suchen.
Redaktion: Das findet man im Internet unter…
Platt: … www.abnehmen-mit-genuss.de .
Redaktion: Danke für das Gespräch und Ihre Anregungen.

Autor:

Friedrich Adelmann aus Nürnberger Land

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