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Vitamin D: Was bringt das Sonnenvitamin?

Ob in den Bergen oder beim Spaziergang vor der eigenen Haustüre – Sonnenstrahlen kurbeln die Vitamin-D-Produktion an.
  • Ob in den Bergen oder beim Spaziergang vor der eigenen Haustüre – Sonnenstrahlen kurbeln die Vitamin-D-Produktion an.
  • Foto: © panthermedia.net / Meseritsch Herby
  • hochgeladen von Friedrich Adelmann

Gerade im Winter wird immer wieder vor einem Mangel an Vitamin D gewarnt. Der menschliche Körper kann selbst genügend davon produzieren, die Haut braucht dafür nur ausreichend Sonnenlicht und das gibt es in der dunklen Jahreszeit weniger. „Dennoch leiden die wenigsten unter einem echten Vitamin-D-Mangel“, so Ernährungsfachkraft Christine Platt von der AOK in Lauf. Im Rahmen einer AOK-Faktenbox ist die aktuelle Studienlage gesichtet worden mit dem Ergebnis, dass zusätzliches Vitamin D – über die normale Ernährung hinaus – weder Krebs noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern kann.

Vitamin D hält gesund, zu viel davon schadet
Das bedeutet jedoch nicht, dass Vitamin D unwichtig für den Kör-per ist. „Es unterstützt den Körper dabei, Kalzium aus Lebensmitteln aufzunehmen, und härtet so Knochen und Zähne“, berichtet Christine Platt. Außerdem beeinflusst es die Muskelkraft positiv und stärkt das Immunsystem. Ein echter Mangel an Vitamin D kann aber auch gravierende Folgen haben: Es kann zu einer Knochenerweichung kommen, bei Säuglingen und Kleinkindern Rachitis genannt, bei Erwachsenen Osteomalazie. „Diese Erkrankungen können tatsächlich gut mit Vitamin-D-Tabletten behandelt werden“, so Christine Platt. Zudem gilt ein Vitamin-D-Mangel bei älteren Menschen als Risikofaktor für eine Osteoporose.

Laut einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) erreichen zwar nur knapp 40 Prozent der Erwachsenen in Deutschland einen optimalen Vitamin-D-Wert. Doch ein gravierender Vitamin-D-Mangel kommt selten vor. Diesen zu überprüfen, ist nur sinnvoll, wenn man ein erhöhtes Risiko aufweist, wie beispielsweise ein höheres Lebensalter, Immobilität oder eine chronische Erkrankung des Magens, des Darmes, der Leber oder der Nieren oder auch eine Osteoporose-Erkrankung. Ein Bluttest beim Arzt kann einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel bestätigen. In jedem Fall sollte die Einnahme von Vitamin-D-Tabletten immer mit dem Hausarzt abgesprochen werden. Denn zu viel Vitamin D kann auch schaden. „Zu große Vitamin-D-Mengen erhöhen den Kalziumspiegel im Blut mit der Gefahr eines Nierenversagens“, mahnt Christine Platt.

Vitamin-D-Speicher füllen
Jeder kann selbst einiges tun, um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen. So ist eine kalziumreiche Ernährung mit Bewegung an der frischen Luft und Rauchverzicht anzuraten. Wer bereits im Sommer seinen Vitamin-D-Speicher auf natürliche Weise auffüllt, kann in den Wintermonaten davon zehren. Deshalb lautet die allgemeine Empfehlung, zumindest von März bis Oktober zwei- bis dreimal pro Woche einen Spaziergang im Freien zu machen und dabei Gesicht, Hände und Arme kurzzeitig unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen (rechtzeitig Sonnenschutz benutzen). „Doch auch im Winterhalbjahr bildet der Körper etwas Vitamin D, wenn man mit freiem Gesicht und ohne Handschuhe für 20 bis 30 Minuten draußen spazieren geht“, so Christine Platt. Durch die Wirkung der Sonnenstrahlen deckt der Körper bis zu 90 Prozent des Bedarfs, mit Nahrung kann man aber ebenfalls etwas nachhelfen: Einige Lebensmittel enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin D. Dazu gehören fetter Seefisch wie Hering oder Lachs sowie Pilze (Steinpilze, Shiitake, Champignons), Kalbfleisch, Leber, Margarine und Ei.

Weitere Informationen
Die AOK-Faktenboxen: „Kann ich mit Vitamin D Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen?“ und „Kann ich mich mit Vitamin D vor Knochenbrüchen schützen? www.aok.de/faktenboxen

Informationen der Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de > Lebensmittel Nahrungsergänzungsmittel > „Vitamin-D-Produkte – Wann sind sie sinnvoll?“

Autor:

Friedrich Adelmann aus Nürnberger Land

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