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Ehrenamtliche unterstützen beim Homeschooling

Erstklässlerin Shahad übt zusammen mit einer freiwilligen Helferin fleißig Lesen und Schreiben.
  • Erstklässlerin Shahad übt zusammen mit einer freiwilligen Helferin fleißig Lesen und Schreiben.
  • Foto: C. Jungbauer
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

NÜRNBERGER LAND (lra/nf) – Dass der Unterricht gerade weniger in der Schule als am heimischen PC stattfindet, stellt viele Kinder und Familien vor große Herausforderungen. Das WinWin Freiwilligenzentrum und seine Partner bieten Unterstützung beim Lernen an. Wer Hilfe braucht oder Hilfe anbieten will, melde sich bitte unter 09123 – 950 6888.

Das Alltagsleben nimmt allmählich wieder Fahrt auf, aber an die Kitas, Kindergärten und Schulen ist die Normalität noch nicht wieder zurückgekehrt. Wo Unterricht stattfindet, geschieht das noch nicht im normalen Umfang, sondern reduziert im Schichtsystem und unter Einhaltung von Infektionsschutzmaßnahmen. Unterrichtet wird größtenteils noch zuhause, mal im Form von digitalem Homeschooling, mal mit Arbeitsblättern, die dann abgearbeitet werden. Das stellt Eltern, Lehrerschaft und Kinder momentan vor große Herausforderungen. Was, wenn die Eltern ihren Kindern bei den Schulaufgaben nicht helfen können? Das WinWin Freiwilligenzentrum hat in Kooperation mit dem Interkulturellen Treffpunkt KOMM, einer Einrichtung des Ökumenischen Vereins für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migration e.V. aus Hersbruck ein Unterstützungsangebot organisiert. Auch das Mehrgenerationenhaus der Caritas in Röthenbach koordiniert zusammen mit dem WinWin ein Mentoren-Projekt.

Ein Schulkind zu sein, ist in der Corona-Krise eine vollkommen neue Erfahrung: Die Schule beginnt nicht mehr um acht Uhr, sondern je nach Einteilung im Schichtplan. Die Freunde und Freundinnen kann man nun zwar wiedersehen, aber zahlreiche neue Regeln müssen beachtet werden: regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten, Niesen in die Armbeuge. Je jünger das Kind, desto schwieriger und befremdlicher kann sich die Situation anfühlen. Für Eltern und Lehrer ist sie vor allem eines: kräftezehrend.

Doch problematisch ist die Herkulesaufgabe der schulischen Betreuung nicht nur, weil sie von Eltern und Lehrenden momentan mühsam organisiert und bewältigt werden muss. Sie birgt auch die Gefahr, Bildungsungleichheiten zu verschärfen. Zuallererst haben nicht alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu Endgeräten, die für das digitale Homeschooling notwendig sind. Zwar hat das Kulturministerium hier Hilfe in Aussicht gestellt, allerdings bleiben damit immer noch wesentliche Schwierigkeiten bestehen.

Manche Kinder sind nicht in der Lage, selbstständig digital zu lernen. Zum einen, weil sie es nicht gewöhnt sind, zum anderen aber auch, weil ihnen nötige Kompetenzen fehlen. Grundsätzlich braucht es die nämlich, um souverän mit digitalen Medien umgehen zu können. Gefragt ist kein unbedachtes „Klicken und Wischen“, sondern ein reflektierter und kritischer Umgang mit Informationen. Einen weiteren Haken hat die Sache, wenn die Kinder bei der Bewältigung ihrer Schulaufgaben größtenteils auf sich allein gestellt sind. Die Chance, Schritt zu halten, hängt derzeit zu großen Teilen von den zeitlichen Ressourcen der Eltern, deren Bildungshintergrund und einem ruhigen Lernort ab.

Da diesen Faktoren nicht immer zur Genüge Rechnung getragen werden kann, hat der Interkulturelle Treffpunkt KOMM aus Hersbruck in Kooperation mit dem WinWin Freiwilligenzentrum nun ein Unterstützungsangebot für Schulkinder organisiert. Bereits fünfzehn freiwillige Helfer aus dem Landkreis haben sich bereit erklärt, Kindern zu helfen. Ein bis zwei Mal wöchentlich unterstützen sie je einen Lernwilligen im 1:1-Prinzip in Hersbruck. Ob Hilfe bei den Hausaufgaben oder ein Crash-Kurs in der Schulstoff-Aufarbeitung, das Angebot wird sehr stark nachgefragt. „Wir merken, dass die Kinder durch diese 1:1 Betreuung ohne Ablenkung gute Fortschritte machen“, stellt Christina Jungbauer vom KOMM fest.

Auch das Mehrgenerationenhaus in Röthenbach möchte Kindern dabei helfen, Schulstoff zu wiederholen und zu üben. Hier steht ebenfalls ein ehrenamtlicher Mentor jeweils einem Kind zur Seite. „Wir freuen uns über jeden Teilnehmer des Mentoren-Programms und hoffen, dass wir so einen Beitrag dazu leisten können, die Krise gemeinsam zu meistern“, sagt die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Mechthild Scholz. Alle freiwilligen Helfer tragen mit ihrem Engagement dazu bei, die Chancen für die Kinder enorm zu verbessern.

Aufgrund der positiven Bilanz der ersten „Test-Phase“ möchte das WinWin Freiwilligenzentrum das Angebot gerne ausweiten. Dazu braucht es mehr engagierte Helfer, die Spaß am Umgang mit Kindern haben. Es gibt keine formalen Voraussetzungen. Willkommen sind natürlich besonders Menschen, die bereits Erfahrungen als Nachhilfe-Lehrer gemacht haben, oder Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden Schulen. Auch Menschen, die sich gut mit digitalen Medien auskennen, sind gern gesehen.
Wer helfen möchte, melde sich bitte beim WinWin Freiwilligenzentrum (Tel.: 09123 – 950 6888) oder kann sich in der Corona Freiwilligen-Datenbank eintragen. Die Corona Freiwilligen-Datenbank befindet sich auf der Internetseite des Landratsamtes (https://landkreis.nuernberger-land.de/index.php?id=5845). Auch die direkte Kontaktaufnahme mit dem Mehrgenerationenhaus ist möglich (Tel. 0911 21 76 950). Die Regeln des Jugendschutzes sind Voraussetzung für die Teilnahme. Genauso gerne können sich natürlich Eltern, Schüler oder Lehrerinnen und Lehrer, die von hilfsbedürftigen Schulkindern wissen, an das WinWin oder das Mehrgenerationenhaus wenden.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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