Neue IHK-Umfrage
Oberfränkische Wirtschaft: Erhebliche Umsatzrückgänge

59 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten in den ersten vier Monaten des Jahres einen Umsatzrückgang.
  • 59 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten in den ersten vier Monaten des Jahres einen Umsatzrückgang.
  • Foto: Gerd Altmann (pixabay)
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OBERFRANKEN (ihk/rr) – "Die oberfränkische Wirtschaft behauptet sich, wenn auch auf niedrigem Niveau", fasst Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth die Ergebnisse einer aktuellen IHK-Umfrage zusammen. Dies sei vor allem auf staatliche Hilfsmaßnahmen, aber auch auf die Kreativität der Unternehmen zurückzuführen, die sich in den vergangenen Wochen oft neu erfunden hätten. Positiv aus ihrer Sicht, dass fast alle Unternehmen mit der Abwicklung staatlicher Hilfsmaßnahmen zufrieden sind.

59 Prozent der Befragten verzeichneten in den ersten vier Monaten des Jahres einen Umsatzrückgang, bei einem Drittel lag das Minus bei über 25 Prozent. "Immerhin knapp jedes fünfte Unternehmen konnte aber seinen Umsatz steigern. Ursache dafür waren neben einer gesteigerten Nachfrage auch neue Geschäftsmodelle, geänderte Distributionswege und die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen", so Hohenner.

Im Vergleich zur zweiten Corona-Blitzumfrage Ende März schätzen die oberfränkischen Unternehmen ihre Umsatzerwartungen nicht mehr ganz so pessimistisch ein. Waren es im März gerade einmal vier Prozent, die für 2020 im Vergleich zum Vorjahr mit einem gleichbleibenden oder steigenden Umsatz gerechnet haben, ist es inzwischen ein gutes Viertel. Hohenner: "Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch drei von vier Unternehmen einen Umsatzrückgang erwarten."

Jedes fünfte Unternehmen mit Liquiditätsengpass

Auswirkungen spüren Unternehmen aktuell vor allem durch das Wegbrechen von Aufträgen (63 Prozent), die Stornierung von Aufträgen, der Unterbrechung von Absatzwegen und der Unterbrechung der Lieferketten. Jedes fünfte Unternehmen vermeldet einen Liquiditätsengpass. Immerhin sieben Prozent der Befragten befürchten eine Insolvenz, Ende März waren es sogar 12 Prozent.

Fast alle Unternehmen haben Kurzarbeit beantragt

Die aktuellen Rahmenbedingungen führen dazu, dass gut die Hälfte aller Unternehmen ihre Personalkapazitäten anpassen muss. Dies erfolgt in erster Linie durch Kurzarbeit. "Wie schon während der Finanzkrise 2007 zeigt sich, dass das Kurzarbeitergeld ein wichtiges Element zur Stabilisierung der Unternehmen ist", so die IHK-Hauptgeschäftsführerin. "Bei gut einem Viertel der befragten Unternehmen arbeiten aktuell mindestens 50 Prozent der Mitarbeiter kurz", ergänzt Malte Tiedemann, IHK-Konjunkturreferent. Flexible Arbeitszeitmodelle und das Streichen von Stellen durch natürliche Fluktuation werden ebenfalls von vielen Unternehmen genutzt.

Hohe Nachfrage nach staatlichen Hilfsprogrammen

68 Prozent der Unternehmen haben in den vergangenen Wochen staatliche Unterstützung beantragt. Bei knapp zwei Dritteln wurden die Maßnahmen bereits bewilligt, bei 35 Prozent wird die Maßnahme noch geprüft, nur zwei Prozent der Unternehmen haben bisher eine Absage erhalten. Am häufigsten beantragt wurde Kurzarbeit, gefolgt von der Corona-Soforthilfe, der Reduzierung von Steuervorauszahlungen und der Stundung von Steuern oder Abgaben. Hohenner: "Die Umsetzung der Maßnahmen ist sichtlich besser als ihr Ruf: Satte 93 Prozent der Befragten sind mit der Abwicklung zufrieden."

Wie bringt man die Wirtschaft wieder in Gang?

Ein geeignetes Mittel, Impulse für die weitere Wirtschaftsentwicklung zu setzen, ist aus Sicht der Unternehmer vor allem die rückwirkende Senkung der Unternehmenssteuern, gefolgt von einem staatlichen Investitionsprogramm, einer Reduzierung der Strompreise und der Ausweitung des Verlustvor- und –rücktrages.

Autor:

Roland Rosenbauer aus Forchheim

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