Auf dem Klimawanderweg die Veränderungen sehen

Die Pilgergruppe macht sich auf den Weg. Die erste Etappe führte von Schwabach über die Waldkapelle bei Kammerstein und Abenberg nach Georgensgmünd.
  • Die Pilgergruppe macht sich auf den Weg. Die erste Etappe führte von Schwabach über die Waldkapelle bei Kammerstein und Abenberg nach Georgensgmünd.
  • Foto: © Stadt Schwabach
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REGION (pm/vs) - Wer die Folgen des Klimawandels sehen will, muss nicht ins Ausland. Selbst im Schwabacher Stadtwald sind die Änderungen sichtbar, aber auch Erfolge der ersten Gegenmaßnahmen.

„Klimawandel ist kein Vodoo – Klimawandel existiert“ lautete die Botschaft von Dr. Steffen Taeger, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Bei der Auftaktveranstaltung der Klima-Pilgerwanderungen in der Kirche Schwabach-Unterreichenbach erklärte der Forstexperte die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder Mittelfrankens. Sein Vortrag war die Einstimmung auf eine viertägige Pilgerwanderung mit dem Schwerpunktthema „Wald im Klimawandel“.
Die Kiefer galt Jahrhunderte lang als die am besten angepasste Baumart an das hiesige Klima und die sandigen Böden. Der Hitzesommer 2015 hat den Bäumen jedoch so stark zugesetzt, dass sich ein Jahr später die Nadeln rot-braun verfärbten und viele Bäume schließlich abgestorben sind. Taeger hält daher einen Waldumbau, hin zu mehr Mischwäldern, für dringend nötig.
Während beispielsweise im Schwabacher Stadtwald bereits seit vielen Jahren erfolgreich Waldumbau betrieben wird, gäbe es in einigen Privatwäldern noch Nachholbedarf. „Im Forstbereich wird schon lange nicht mehr darüber diskutiert wann der Klimawandel eintritt. Das Klima ändert sich bereits und wir arbeiten daran, den Wald an diese neuen Bedingungen anzupassen“, fasste Taeger seine tägliche Arbeit zusammen.
Ähnlich halten das auch die anderen Mitgestalter der Klimapilgerwanderung. Die Gastgeber-Gemeinde Unterreichenbach, leistet ihren Beitrag zum Klimaschutz durch einen sparsamen Umgang mit Energie- und Ressourcen und wurde dafür erst kürzlich erneut mit dem Zertifikat „Grüner Gockel“ ausgezeichnet. Bürgermeister Dr. Roland Oeser, der die Pilger in Schwabach begrüßte, stellte die Klimaschutz-Tätigkeitsfelder der Stadt Schwabach vor und auch die Hauptorganisatoren, der Lorenzer Laden, das Nürnberger Evangelische Forum für den Frieden (NEFF), die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und das Befreiungstheologische Netzwerk Nürnberg, engagieren sich schon lange für Umwelt- und Klimaschutz. „Es ist wichtig, dass sich all diese Akteure miteinander vernetzen. Gemeinsam kann mit weniger Aufwand mehr erreicht werden“, meinte Klimaschutzmanagerin Jana Edlinger und freute sich, dass durch die Klima-Pilgerwanderung viele neuen Kontakte auch über Schwabach hinaus geknüpft wurden.
Insgesamt machten sich anschließend rund 25 Pilgerinnen und Pilger auf den viertägigen Weg von Schwabach nach Dollnstein im Altmühltal, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzten. Unterwegs wurden inspirierende Orte besucht, an denen bereits heute nach nachhaltigen, zukunftsorientierten Prinzipen gehandelt wird. Die erste Etappe führte von Schwabach über die Waldkappelle bei Kammerstein und Abenberg nach Georgensgmünd. „Es freut mich jedes Jahr wieder, wie unterschiedlich die Zusammensetzung der Wanderer ist. Von Studierenden, über Familien mit Kind, hin zum erprobten Jakobsweg-Pilgerer im Rentenalter war wieder alles vertreten“, fasste Pfarrer Thomas Zeitler die Gruppe zusammen und bedankte sich für den „wunderschönen Start in Schwabach-Unterreichenbach“. Im nächsten Jahr soll es erneut einen Klimapilgerweg geben, dann in den Nürnberger Norden.

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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