Apotheker mahnen: Verfallene Medikamente nicht mehr verwenden!

Da gibt es keine Diskussion: Daumen nach unten, wenn ein Medikament das auf der Packung aufgedruckte Haltbarkeitsdatum überschritten hat. (Foto: © Aaron Amat - stock.adobe.com)

REGION (pm/vs) - Winterzeit ist Erkältungszeit. Weil hier verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen, schauen viele Verbraucher oftmals nicht auf das Verfallsdatum. Dies kann zu schweren gesundheitlichen Folgen kommen, warnt die Landesapothekenkammer Bayern.

„Im Gegensatz zu Lebensmitteln ist das aufgedruckte Datum bei Medikamenten ein Verfalldatum, kein Mindesthaltbarkeitsdatum“, erklärt Rupert Mayer Sprecher der Apotheker in Schwabach und Umgebung. Auf jeder Medikamentenpackung muss ein Verfalldatum aufgebracht sein, gekennzeichnet mit der Angabe „verwendbar bis“. In der Regel sind industriell hergestellte Medikamente bis zu fünf Jahren verwendbar. Wenn eine Packung einmal angebrochen ist, kann sich die Aufbrauchfrist je nach Präparat auf wenige Wochen verkürzen. Diese Aufbrauchfrist ist beispielsweise bei Augentropfen zu beachten. Bei ihnen kann es bei längerer Lagerung zu einer Verunreinigung mit Bakterien oder Viren kommen, dadurch kann sich das Auge infizieren. „Es ist daher falsch“, sagt Apotheker Mayer „Verfalldaten als bloße Empfehlung zu betrachten und nur bei äußerlich erkennbaren Qualitätsmängeln, wie zerbröckelten Tabletten, auf die Einnahme verfallener Arzneimittel zu verzichten. Abgelaufene Medikamente gehören in den Müll.“

Medikamentenreste richtig entsorgen

Alt-Arzneimittel sind aus rechtlicher Sicht Hausmüll. Nicht mehr benötigte oder verfallene Medikamente können daher über die Restmülltonne oder bei größeren Mengen über die Schadstoffsammelstellen entsorgt werden. Apotheker Mayer: „Wichtig ist, dass Sie ihre Medikamente gut verpacken, bevor Sie sie in die Tonne werfen und sie - wenn möglich - erst am Leerungstag unter den Hausmüll mischen. So vermeiden Sie, dass Unbefugte oder Kinder an die Medikamente gelangen.“ Auf keinen Fall sollten Medikamentenreste in das Waschbecken oder die Toilette geleert werden, weil das auf Dauer die Wasserqualität beeinträchtigen kann. Das gilt auch für flüssige Arzneimittel, wie beispielsweise Hustensäfte. „Wer sich nicht sicher ist, wie er seine Alt-Medikamente richtig entsorgt, kann in jeder Apotheke in Schwabach und Umgebung nachfragen“, so Mayer.Obwohl Apotheker nicht verpflichtet sind, Altmedikamente zurückzunehmen, wird dieser Service noch in einigen Apotheken angeboten. Auch hier lohnt sich die Nachfrage.
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