Der Hirsch rockt und röhrt im Kulturwald

"Wir sind noch lange nicht am Ende, wir stecken erst mittendrin!" Peter Harasim, Guido Glöckler und Axel Ballreich (v.li.n.re.) zogen eine positive "Zwischenbilanz" nach 20 Jahren Hirsch. Foto: Ebersberger

NÜRNBERG (web) - Da sage noch einer, Rock’n’Roll mache alt. Der Nürnberger Musik-Club Hirsch beweist das Gegenteil und präsentiert sich auch nach 20 Jahren noch so jung und frisch wie eh und je.

Aus der ehemaligen Fabrikhalle in der Vogelweiherstraße ist längst einer der etabliertesten Clubs in Bayern oder gar Süddeutschland geworden und ist zudem aus der Kulturlandschaft der Metropolregion nicht mehr wegzudenken. Würde es den Hirsch ncht mehr geben, da sind sich fast alle Kulturschaffenden in der Region einig, entstünde eine riesige Lücke.
Mehr als 4000 Veranstaltungen und fast zwei Millionen Besucher in den vergangenen 20 Jahren sprechen für sich. Vor wenigen Monaten gab’s zudem auch noch eine offizielle Belobigung. Der Hirsch wurde im Rahmen des Deutschen Spielstättenprogrammpreises für sein „kulturell herausragendes Livemusik-Programm“ ausgzeichnet und erhielt 30.000 Euro Preisgeld.
Das Geheimnis des Musik-Clubs liegt sicher in seiner Vielfältigkeit. Von Beginn an legte man sich nicht auf eine Musikrichtung fest. Soul- und HipHop gehört ebenso zum Programm wie Blues, Reggae, Metal, Punk oder Folk. Auch Liedermacher und Songwriter beehrten den Hirsch. Neben Live-Musik sind zudem auch die vielen unterschiedlichen Motto-Partys wie Thekenschlampen oder Zeitloch ein weiterer Erfolgsfaktor. So gehörte der Hirsch vor allem in den 90er Jahren zu den wohl angesagtesten Techno-Clubs in ganz Nordbayern.
Große Stars und Legenden wie Johnny Winter, Solomon Burke, Rare Earth, Bill Wyman, George Clinton, John Mayall, Manfred Mann, Fanta 4 oder auch John Cale beehrten ebenso den Club wie zahllose Newcomer. Aber auch DJ-Größen wie Sven Väth, LTJ Bukem, Kruder & Dorfmeister hatten ihre umjubelten Auftritte in Nürnberg.
Wohl gefühlt haben sich die Musiker eigentlich immer, weiß Peter Harasim, einer der Betreiber des Musik-Clubs. Viele kommen öfter, manche fast jährlich, ergänzt sein Kompagnon Axel Ballreich. Den Rekord halten wohl die englische Band Wishbone Ash mit 17 Auftritten.
Bunt gemischt wie das Programm ist natürlich auch das Publikum, die Altersspanne reicht von 14 bis 60 Jahre, „manchmal sogar darüber hinaus“, verrät Guido Glöckler, Dritter im Bunde der Hirsch-Chefs.
Für das Jubiläumsjahr sind übrigens noch jeweils zehn Party- und Konzert-Höhepunkte geplant. Auch über das Jubeljahr hinaus werden die Macher und ihr Team die Füße nicht hochlegen - ganz im Gegenteil. „Wir sind noch voll im Saft“, erklärt Peter Harasim. Der Hirsch rockt also noch weiter die Region und röhrt weit über die Nürnberger Stadtgrenzen hinaus.
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