Unter Null - Die künstliche Kälte: eine szenische Lesung der Stadtbibliothek Röthenbach

Soziale Kälte
Live-Musik von Master Mint am 19.02.2016 um 19.30 Uhr

Künstliche Kälte finden wir in Wissenschaft, Technik, Gesellschaft, Kultur und in den zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen: frostig, nüchtern, herzlos, unnahbar, erbarmungslos und eiskalt.
Neben den technischen Aspekten der künstlichen Kälte, vor allem der Kryonik, also dem Eingefrieren von Leichen, die darauf hoffen, von einer inzwischen weiterentwickelten Medizin in zwei- bis dreihundert Jahren wiedererweckt zu werden, um in einer anderen, nicht von selbstgemachter Schreckensvielfalt bedrohten Welt weiterzuleben, wollen wir aber auch die Kälte in der Gesellschaft, in den zwischenmenschlichen Beziehungen und in der Familie mit ihren oft drastischen und weitreichenden Folgen wie Drogenkonsum, Prostitution oder Bandenwesen thematisieren. Dabei geht es um die Dramen hinter sorgfältig gepflegten Fassaden, um leere Konventionen und um die Gewalt hinter dem schönen Schein.
Bei der szenischen Lesung werden Texte der Literatur durch Darsteller zum Leben erweckt. In ausgewählten Passagen schlüpfen die Sprecher in die Rolle der nur auf dem Papier existierenden literarischen Figur. So entstehen abwechslungsreiche Dialoge, die Sie in die jeweilige Welt der Bücher entführen, u.a. „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch, „Flucht aus dem Spinnenkopf“ von George Saunders, „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“ von Dirk Bernemann, „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess oder „Fiasko“ von Stanislaw Lem.
Mit thematisch ausgewählten Songs schlägt die Live-Band „Master Mint“ eine Brücke zwischen den einzelnen Stücken, u.a. mit „Es brennt“ von Thees Uhlmann, „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd, „Psychobabble“ von Alan Parsons, „Hier kommt Alex“ und „Leben ist tödlich“ von den Toten Hosen, „The Butcher and Fast Eddy“ von Rose Tattoo oder „Constellations“ von Enter Shikari.
Die szenische Lesung findet in der Großen Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums statt.
Eintritt: 5,-- € ; Kartenvorverkauf in der Stadtbibliothek und im Kulturamt
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.