Stadtreiniger und Umweltstation informieren auf der Mainfranken-Messe über neue Verfahren und Stoffe

Vom Abfallprodukt zum Biokunststoff: Der Betriebsleiter der Stadtreiniger Christian Strohalm erklärt, was man aus herstellen kann. (Foto: Claudia Penning-Lother)

WÜRZBURG - Geniale Abfallverwertung: Aus Holz wird eine PC-Maus. Weg von fossilen hin zu nachwachsenden Rohstoffen im Alltag: neue technologische Verfahren erschließen neue Verwertungsmöglichkeiten. Schon mal etwas von Lignin gehört? Lignin ist ein beeindruckender Stoff: organisch, er entsteht aus Abfällen der Papierherstellung, ist aber wie Kunststoff einsetzbar.

Als PC-Maus, Handy-Gehäuse, Lineal, Textmarker, aber auch in der Autoindustrie beispielsweise als Dekorelemente. Über den genialen Biokunststoff Lignin informieren die Mitarbeiter der Umweltstation und der Stadtreiniger auf der Mainfranken-Messe.

Lignin wird in der pflanzlichen Zellwand eingelagert und bewirkt dadurch die Verholzung der Zelle. Es wirkt bei Gräsern, Stauden, Sträuchern und Bäumen als Strukturgerüst und sorgt dafür, dass Pflanzen im Wind schwanken, aber nicht knicken. Bei der Papierherstellung ist Lignin aber nicht erwünscht, denn es sorgt dafür, dass Papier vergilbt. Daher wird es mit anderen nichtfaserigen Teilen des Holzes in einem chemischen Aufschluss- und Kochvorgang fast vollständig entfernt.

Weltweit fallen auf diese Weise jährlich etwa 50 Millionen Tonnen Lignin als Abfallprodukt der Zellstoffproduktion an. Bislang wurde Lignin verbrannt. Dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ist es jedoch gelungen, aus den Abfallstoffen aus der Papierherstellung eine Art flüssiges Holz herzustellen und ein thermoplastisches Material zu entwickeln, das sich zu Formteilen spritzen lässt. Aus Lignin lassen sich so hochwertige Produkte herstellen, die mit Polymer-Kunststoffen konkurrieren können – vom Trinkbecher bis zur PC-Maus.

Quelle: Stadt Würzburg
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