Franken-Tatort-Dreh in Rockenbrunn

 

Mord im „Roggers“ – Pressetermin am „Franken-Tatort“-Schauplatz Rockenbrunn – Alle Hauptakteure live am Set

ROCKENBRUNN – Schauplatz im zweiten „Franken-Tatort“ ist neben Nürnberg, Würzburg und Winkelhaid (wir berichteten) auch die ehrwürdige, alte Wirtschaft in Rockenbrunn, im Volksmund kurz „Roggers“ genannt. Dorthin hatte das Bayerische Fernsehen, das im Auftrag der ARD den Krimi verfilmt, zu einer großen Pressekonferenz eingeladen.

Alle beteiligten Hauptakteure, Dagmar Manzel als Hauptkommissarin Paula Ringelhahn, Fabian Hinrichs als Hauptkommissar Felix Voss, ihr Team Eli Wasserscheid und Andreas Leopold Schadt als die Kommissare Wanda Goldwasser und Sebastian Fleischer mit dem Leiter der Spurensicherung Matthias Egersdörfer als Michael Schatz, waren anwesend und die zahlreich erschienenen Journalisten konnten einen Teil des Live-Drehs mit verfolgen.
Mit von der Partie war natürlich auch Regisseur Andreas Senn (Tatort: „Das verkaufte Lächeln“). Das Drehbuch zum „Tatort“ schrieb Grimme-Preisträgerin Beate Langmaack („Blaubeerblau“), die ebenso vertreten war wie die verantwortliche Redakteurin Stephanie Heckner, Produzentin Uli Pütz und die Schauspieler Benjamin Griebel (er spielt den Rechtsmediziner Lutz Kranich), Sonja Tille (die ermordete Wirtin Andrea Schwinn) und Barbara Prakopenka (deren Tochter Steffi).

Besonderes Flair

Dass gerade die Gastwirtschaft in Rockenbrunn als Schauplatz ausgewählt wurde, erklärte Redakteurin Heckner mit dem besonderen Flair des Anwesens und dem direkt angrenzenden Wald. Denn dort wird – im Film natürlich – der flüchtige und verdächtige Ehemann der erwürgten Wirtin vermutet. Diese, gespielt von der Nürnberger Laien-Schauspielerin Sonja Tille, ist übrigens nicht wirklich als „typische“ fränkische Wirtin zu bezeichnen – mehr wird man dann im fertigen Krimi sehen.
Für die Komparsenrollen hatten sich mehr als 2500 Bewerber gemeldet, das zeigt, so Produzentin Uli Putz, welch großes Interesse in der Region am „Franken-Tatort“ besteht. Auch habe sie noch nie einen derartigen Presseansturm erlebt. Unter anderem waren Journalisten aus München mit einem Shuttle-Bus nach Rockenbrunn gebracht worden.

Live-Dreh

Alle konnten live miterleben, wie Szene 19/6 gedreht wurde – und das x-mal. Interessant, wie schwierig sich ein Außendreh gestaltet, da jedes Mal abgewartet werden muss, bis die Lichtverhältnissen übereinstimmen: Zu viel oder zu wenig Sonne – und schon passen die geschnittenen Szenen dann nicht mehr zusammen. Für Kameramann Holly Fink keine leichte Aufgabe, da der Wind für ständige Wolkenveränderungen sorgte.
Bemerkenswert waren die Veränderungen, die am Drehort für die passende Grundstimmung sorgen sollen. Das „Roggers“ durfte keinesfalls einladend wirken, denn die ermordete Tatort-Wirtin war pleite, und wurde deshalb künstlich abgewirtschaftet, „verrockt“, wie sich die verantwortliche Redakteurin Stephanie Heckner ausdrückte. Da das „Gasthaus alter Wirt“, so lautet der Filmname, nicht gut läuft, musste alles ein bisschen vergammelt aussehen. Dazu wurde ein heruntergekommener Biergarten an der Straße aufgebaut, mit maroden Plastikstühlen und Betonbehältern, die so gar keinen Charme vergangener Zeiten versprühten. Sogar der ursprüngliche Blumenschmuck an den Fenstern war entfernt worden.
Auch ein schrottreifer Ford-Transit schlummerte unter einer alten Plastikplane neben dem Eingang. Viel Laub auf der Haube verkündete von seinem längeren Tiefschlaf. Laut Recherchen der Pegnitz-Zeitung hatte den Transit aus dem Jahr 1969 der Diepersdorfer Michael Mühlbauer zur Verfügung gestellt. Er war zufällig dort, als über die nötigen Requisiten gesprochen wurde und seine Hilfe angeboten.
Über das (Film-)Privatleben der Hauptakteure wird, laut Redakteurin, auch im zweiten „Franken-Tatort“ nicht viel zu erfahren sein, immerhin wird Kommissarin Wanda Goldwasser aktiv, so viel verriet sie, und beginnt eine Romanze mit einem Doktoranden an der Universität Würzburg, die zeigt, wie sinnlich sie im Leben steht.
„Egers“, der mürrische „Vorzeige-Franke“, macht als Spurensicherer Michael Schatz schließlich die entscheidende Entdeckung und die Qualität des fränkischen Bieres wird endlich auch entsprechend gewürdigt. Wenn das kein Grund ist, den „Franken-Tatort“ zu schauen!

Zur Handlung

Im zweiten Franken-Tatort haben es die Ermittler mit drei Fällen gleichzeitig zu tun. Der erste spielt rund um das Gasthaus in Rockenbrunn, der zweite an der Universität Würzburg und der dritte unmittelbar vor der eigenen Haustür: auf dem Jakobsplatz vor dem Nürnberger Polizeipräsidium.
An einem frühen Sommermorgen findet Steffi Schwinn, Tochter von Wirtsleuten, ihre Mutter erwürgt in der Gaststube liegen. In der Knochensammlung des Instituts für Anatomie der Universität Würzburg stößt ein Doktorand auf einen fremden Schädel. Und vor dem Nürnberger Polizeipräsidium schlägt eine Frau ein Zelt auf, um dagegen zu protestieren, dass die Polizei sich weigert, ihren vermissten erwachsenen Sohn zu suchen.
Es sind drei Fälle, die von der Sehnsucht nach dem Gegenteil von Einsamkeit handeln und vom Recht sich zu sorgen. Redakteurin Stephanie Heckner: Der Krimi mit dem Titel „Das Recht sich zu sorgen“ kreist um Familienthemen und um die Frage, ob und wie einsam und verloren der Mensch … sein kann.“
Die Dreharbeiten sollen bis zum 13. August dauern. Die Ausstrahlung ist für das Frühjahr 2016 geplant.

Zum Drehort:

Das so genannte Jagdschlösschen mit seinem historischen Brunnenhof aus dem 17. Jahrhundert ist, wie das Schloss in Haimendorf und die St. Mauritius Kapelle auf dem Moritzberg, auch heute noch im von Fürer’schen Familienbesitz, wie das Wappen mit Rad und Lilie über der Eingangstür der Gastwirtschaft im Innenhof auch zeigt. Das einzigartige Fachwerk-Ensemble besitzt einen rechteckigen Brunnenhof mit einem Bassin, das mit einer barocken Sandsteinbalustrade umgeben ist.
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