Die Stadtführer Lauf e.V. am Schwanberg
Iphofen und Wiesenbronn
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Reinhold Hüßner führte die Stadtführer Lauf e.V. zunächst durch die geshichtsträchtige Stadt Iphofen. Das Gruppenbild entstand vor dem Rödelseer Tor. Nach dem Mittagstisch im Gasthaus zur Krone ging es nach Wiesenbronn.
Die Gemeinde ist stolz auf ihre Geschichte. Auf dem Plateau des Schwanbergs, das archäologisch gründlich erforscht ist, wurden Steingeräte von der Altsteinzeit bis zur Jungsteinzeit gefunden. Besonders deutliche Spuren hinterließen die Kelten. So dürfte Wiesenbronn am Nordfuß des Schwanbergs ebenfalls auf uraltem Kulturboden liegen. In den Tagen Karls des Großen um 800 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Ein gewisser Appo schenkte seine Güter in Langheim und Wisibrunon dem Kloster Fulda.
Vom 12. Jahrhundet an kommen die Herren von Wisenprunnen häufig als Zeugen in Casteller Urkunden vor. Sie wohnten in dem Wasserschloss, das 1966 abgebrochen wurde. Der Ort durfte im 16. Jahrhundert ein Schultheißengericht haben. Dieses Gericht führte ein Siegel, verliehen 1548 vom Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Es zeigt im Schild einen Ziehbrunnen auf einer grünen Wiese und ist heute das Gemeindewappen. Das Glockenspiel am mittleren Rathauserker erinnert noch heute daran, dass im Rathaus Streit geschlichtet wurde. Ein Bauer und ein Häcker (Tagelöhner im Weinberg) streiten sich und schlagen so die Stunde.
Zwei Grenzstreitigkeiten führten zum Brauch des Gemarkungsumgangs. Von 1558-1573 wurde heftig zwischen Wiesenbronn und Iphofen um die Rechte in den Waldabteilungen „Bogen“, „Wetzberg“ und „Kugelspiel“ gekämpft. Es hatte sich auch ein Streit um den Wiederaufbau des kleinen Ortes Dürrbach am Hang des Schwanbergs entwickelt. Erst als Unterfranken an das Königreich Bayerns gekommen war, wurden die Grenzen zwischen Großlangheim und Wiesenbronn 1819 endgültig festgelegt.
Im Anschluss an diesen Prozess fand 1818 zur Grenzsicherung wieder der Markungsumgang statt, ein uralter Brauch, der laut Archiv erstmals im Jahr 1623 ausgeführt wurde. Alles, was laufen konnte, beteiligte sich: Gemeinderat, die Siebener (Feldgeschworenen) aus Wiesenbronn und den sechs umliegenden Dörfern und alle Einwohner. Schützengruppen feuerten auf jeden Grenzstein zwölfmal. Je zwei Schulkinder mussten an jedem Stein folgenden Spruch aufsagen:
Wenn dieser Stein als unbekannt entkäm aus seiner Markung Land, will ich ohn’ Falsch und Heuchelschein ein wahrer Zeug der Grenze sein. Was ich als Kind als Klein geseh’n, dabei will ich im Alter stehn und alle Wahrheit zeigen an, weil dieser Stein nicht reden kann.“
Auf der Hälfte des Weges, am Waldeingang zum Schwanberg wurde Rast gemacht und Federweißer Vor dem Ehrenmahl wurden die Siebener begrüßt und der verstorbenen Feldgeschworenen gedacht. Eine kleine ökumenische Andacht erinnerte daran, dass der Segen von einer Generation an die andere weitergereicht wird. Zuletzt wurde dieses Fest 2025 gefeiert.
Wiesenbronn ist als „Rotweininsel“ bekannt.
Im Ort selbst erlaubte uns Reinhard Hüßner vom Förderverein ehemalige Synagoge Wiesenbronn einen Blick auf den wunderbaren Sternenhimmel und die Mikwe. Er hat sich viel um die Geschichte des Ortes bemüht und bietet verschiedene Führungen an. Er ist telefonisch unter 0171/4670067 oder E-mail: huessner@icloud.com erreichbar. Er empfiehlt auch den Einkauf im Krämerladen und eine abschließende Weinprobe oder Einkehr in einer Gastwirtschaft. Die Stadtführer kehrten im Schwarzen Adler zur Weinprobe und Brotzeit ein.
Die Dorfkirce, die den Ort überragt, wurde im Jahr 1603 erbaut, der romanische Turm wurde um 1715 erhöht und mit einer welschen Haube versehen.
Dahinter geht es dann zum Seegarten. Im Mittelalter war hier der größte Teil einer Seenplatte, die das Wasserschloss Wiesenbronn umgab. Im Jahr 1892 kaufte die Gemeinde den Fischteich des Grafen von Castell-Rüdenhausen und ließ ihn ab, weil zwei Kinder ertrunken waren. 1971 wird das Gelände zur Grünanlage mit Parkplatz. Seit 2003 wird dort das stimmungsvolle Weinfest gefeiert.
Wie kommen Sie nach Wiesenbronn?
Autobahn Würzburg, Ausfahrt Rüdenhausen, oder mit dem Zug nach Iphofen und eine Wanderung nach Wiesenbronn.
Autor:Edith Link aus Nürnberg |
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