Auf dem Weg nach vorne

Fabian Giersdorf, Hermann Hein und Daniel Nagel (v.l.) informierten sich bei Jürgen Spahl, wie eine moderne Kommune professionell gemanagt werden kann. Foto: oh (Foto: oh)

REGION (vs) - „Die Letzten werden die Ersten sein“: Wenn sich das Bibelwort bei den Kreistagswahlen in Roth am 16. März erfüllen sollte, dann hätten Fabian Giersdorf, Hermann Hein und Daniel Nagel gut lachen. Denn sie haben auf der CSU-Liste die letzten drei Plätze.

Alle drei könnten jetzt nach der Devise „Wir haben ja eh keine Chance, in den Kreistag einzuziehen“ die Hände in den Schoß legen und den Wahlkampf ruhig und gelassen angehen. Denn die Rechnung ist ganz einfach. Der Kreistag besteht aus dem Landrat und 60 Mitgliedern. Aktuell stellt die CSU 23 davon. Sollte es im Rahmen der Neuwahlen nicht zu gravierenden Zu- oder Abnahme bei den Wählerstimmen kommen, gelten die ersten rund 25 Listenplätze als aussichtsreich. Fabian Giersdorf, Hermann Hein und Daniel Nagel jedoch rangieren auf den Plätzen 57, 58 und 59.
Doch davon lassen sich die drei Kandidaten der Jungen Union nicht abschrecken. Sie haben sich als Gruppe unter dem Namen „Die letzten CSU’ler“ zusammengeschlossen. Sie wissen: Wenn viele Wählerinnen und Wähler ihr Kreuz am 16. März bei ihnen machen, rücken sie auf höhere Plätze auf und selbst ein Einzug in den Kreistag ist dann möglich. Unvergessen bleibt der Erfolg des Schwabacher Landtagsabgeordneten Karl Frellers: 1982 wurde er vom letzten Listenplatz aus in den Bayerischen Landtag gewählt und war in der Geschichte des Parlaments der bislang jüngste Abgeordnete.
Deshalb nutzen die drei „letzten CSU’ler“ jede Gelegenheit, sich bei erfolgreichen Gemeinden zu informieren, wie man den Landkreis und seine Kommunen finanziell und strukturell fit für die Zukunft machen kann. Ein Weg führte sie auf Einladung von Bürgermeister Jürgen Spahl auch ins Rathaus nach Rednitzhembach. Die Gemeinde ist seit über zehn Jahren schuldenfrei. Als Instrumente nannte Spahl Sparsamkeit und innovative Konzepte. So beschäftige man beispielsweise rund 50 Prozent weniger Personal im Rathaus, als vergleichbare Nachbarkommunen. Dies bedeute eine Aufwertung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Bevölkerung einen schnelleren Service, weil man weniger Ansprechpartner habe und die Gemeinde könne Kosten einsparen. Bei der Straßensanierung werden durch ständige Oberflächenreparaturen kostenintensive Baumaßnahmen verhindert. Das heißt, anders, als in vielen anderen Kommunen, werden die Anwohner nicht an den Reparaturkosten beteiligt. Und noch ein drittes Beispiel: Die Betreuung der gemeindeeigenen Gebäude ist an ein spezialisiertes Unternehmen vergeben worden. Dadurch konnten durchgehend schuldenfreie Gemeindewerke als GMBH gegründet werden. So besteht unter anderem die Möglichkeit, den Ausschreibungszwängen des öffentlichen Rechts zu entgehen und öffentliche Aufträge kostengünstiger abwickeln zu können.
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